Aufkleber und T-Shirt Blog

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Für das Spiel mit falschen Etiketten gibt es eine eigene Ermittlungseinheit

90767_web_R_K_by_Karin Schmidt_pixelio.deAls Ermittler bei der Landeszentralstelle für Wein- und Lebensmittelstrafsachen braucht man starke Nerven. Nicht deshalb, weil man tagtäglich Leichen begegnet oder sich mit wild um sich schießenden Ganoven auseinandersetzen muss, sondern weil man sich dort mit Dingen beschäftigt, die eigentlich jeden betreffen und häufig ganz weit unter der Ekelgrenze liegen. Vor allem die Kontrolleure als Kämpfer an vorderster Front müssen hartgesotten sein. Sie sehen die unglaublichsten Dinge und das Schlimme daran ist, es handelt sich in der Regel um Lebensmittel, die für den menschlichen Verzehr bestimmt sind.

Die Lebensmittelkontrolleure kennen sich bestens aus mit den einzelnen Stadien, die Nahrungsmittel während Fäulnis und Verfall durchlaufen. Kein schöner Anblick, wobei dieser nicht einmal das Unangenehmste ist. Der Geruch, der über der jeweiligen Szene hängt, ist wesentlich unangenehmer. Die Staatsanwälte, die anschließend die Fälle bearbeiten und vor das zuständige Gericht bringen, haben es da besser. Sie sehen das Szenario nur und riechen nichts. Aber auch ihnen gehen manche Bilder nicht mehr aus dem Kopf.

Wer bei der Landeszentralstelle für Wein- und Lebensmittelstrafsachen arbeitet, wird stets mit gemischten Gefühlen ein Restaurant betreten oder im Urlaub an das Büffet gehen. Er weiß, dass vergammelte und schimmelige Lebensmittel nicht nur bei einer bestimmten Gruppe von Etablissements anzutreffen sind. Selbst in Küchen von 5-Sterne-Hotels können schimmelige Abflüsse vorhanden sein oder Essen im Kühlraum vor sich hin gammeln. Der Verbraucher selbst bemerkt selten etwas davon. Die Verfahren verlaufen im Sande. Die Betroffenen warten nicht bis zur Eröffnung des Gerichtsverfahrens, sie zahlen lieber gleich, um Konsequenzen zu vermeiden. Große Lebensmittelskandale sind eher die Ausnahme, viele Vergehen kommen zudem überhaupt nicht ans Licht. Sind die Verstöße gegen die geltenden Vorschriften derart schwerwiegend, dass der betroffene Betrieb gleich komplett geschlossen wird, dann bekommt auch die Öffentlichkeit etwas mit, ansonsten aber arbeitet die Ermittlungsbehörde im Verborgenen.

Trotzdem braucht man sich keine Sorgen um seine Gesundheit machen. Eine Gesundheitsgefährdung ist kaum gegeben. In den meisten Fällen geht es um Betrug, wie eben mit Etiketten. Alles, was beim Kunden gut ankommt und mit einem Etikett versehen ist, lässt sich fälschen, ob es nun Käse, Wurst oder Wein ist. Gerade Winzer überschreiten gerne einmal die vom Gesetz gezogenen Grenzen. Für eine gute Flasche Wein sind viele bereit, ein paar Euros mehr zu zahlen. Kann der Bedarf aus eigenen Beständen nicht gedeckt werden, wird von anderen Winzern zugekauft, die Erteilung der Prüfnummer selbst vorgenommen oder Weißwein zu Rotwein umgefärbt. Da gibt es die verschiedensten Möglichkeiten.

Doch nicht nur die Winzer selbst betrügen, sie gehören häufig auch zur Gruppe der Betrogenen. So geschehen bei einem angeblichen Weinhändler aus Koblenz, der den seltenen und dementsprechend teuren Châteauneuf-du-Pape aus dem südlichen Rhônetal an den Mann bringen wollte. Er hatte einfach einen billigen Wein gekauft und die Etiketten für „seine“ Ware am heimischen PC entworfen. Offensichtlich waren die Kunden mit dem „edlen Tropfen“ zufrieden, denn der Schwindler flog nicht etwa auf, weil sich seine Käufer über die Qualität des Weines beschwerten, sondern weil er mit einem nicht zugelassenen Motorrad im Koblenzer Straßenverkehr die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter erregte. Die Polizei folgte dem Mann bis zu seiner Wohnung und war erstaunt darüber, welche Mengen an Wein und ausgedruckten Etiketten hier lagerten. Ein klassischer Fall von dumm gelaufen.

Bildquelle: © Karin Schmidt / Pixelio.de

Godzilla kehrt zurück in die Kinos – die Poster wecken bereits jetzt die Vorfreude

667336_web_R_K_by_Tony Hegewald_pixelio.deDie Welt ist mal wieder im Godzilla-Fieber. Seit 1954 kehrt das Monster regelmäßig auf die Kinoleinwände und die Fernsehbildschirme zurück, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Was haben wir nicht schon alles mit dem aus Japan stammenden Ungeheuer erlebt? Wir haben seinem erstmaligen Auftauchen auf der Insel Odo beigewohnt, haben gesehen, wie es sich auf den Weg in die japanische Hauptstadt Tokio machte, wie es einige Filme später bis nach New York vordringt, um dort im Madison Square Garden seine Eier abzulegen und wie häufig haben wir gesehen, wie es gegen andere Filmmonster und natürlich die Menschen gekämpft hat. Vor 16 Jahren allerdings wurde es ruhig um die Echse. Nach dem letzten Film von Regisseur Roland Emmerich, der übrigens die erste Godzilla-Produktion außerhalb Japans war, war nichts mehr zu von ihr zu hören und zu sehen.

Doch jetzt zum 60jährigen Leinwandjubiläum will es das japanische Filmmonster noch einmal wissen: Ab 15. Mai 2014 wird Godzilla endlich wieder die Kinos der Welt erobern. Darauf machen die Poster schon jetzt Lust. Die neue Produktion wurde wiederum außerhalb Japans gedreht. Regie führte der britische Regisseur Gareth Edwards (II), der sich mit Monsterfilmen bestens auskennt. So schrieb er unter anderem das Drehbuch für den 2010 in den Kinos erschienenen Film „Monsters“, der eine Mischung aus Science Fiction, Drama und Horrorfilm ist. Zugleich war Gareth bei diesem Film ausführender Produzent, Regisseur, Chef-Kameramann, Set-Dekorateur und Verantwortlicher für die Toneffekte. Die Fortsetzung mit dem Namen „Monsters: Dark Continent“ steht bereits in den Startlöchern. Vorerst wird aber Godzilla zeigen, ob Gareth sein Handwerk versteht und an die enormen Erfolge der vorangegangenen Filme anknüpfen kann.

Bei der Handlung wird auf bereits Dagewesenes Bezug genommen, gleichwohl gibt es auch Neues im Film. Natürlich spielt wie in allen vorangegangenen Episoden Radioaktivität eine Rolle. Wir erinnern uns: Godzilla ist die Mutation einer Echse, die durch einen radioaktiven Zwischenfall ihre gigantischen Ausmaße erreichte. Im neuesten Teil kommt es in einem Labor, dem Arbeitsplatz des Ehepaars Brody, bei einem angeblichen Routineeinsatz zu einem Unfall, bei dem die Frau von Joe Brody ums Leben kommt. Das ist für ihn der Anlass, die Arbeit des Labors zu hinterfragen. Auch kommt es in der Umgebung des Labors immer wieder zu Verwüstungen und seltsamen Vorfällen. Von der Regierung werden diese als Folgen von Naturkatastrophen betitelt, Joe Brody aber glaubt mittlerweile, dass der wahre Grund dafür vertuscht werden soll. Als er auf das radioaktive Monster Godzilla trifft, wird ihm schnell bewusst, wie viel Wahrheit in seinen Vermutungen steckt.

Eine Starbesetzung, wie es in der Filmversion von Roland Emmerich der Fall war, sucht man vergebens. Das bedeutet allerdings nicht, dass das schauspielerische Können der Darsteller nebensächlich ist. Die Hauptrollen wurden mit dem charismatischen Bryan Cranston (Joe Brody), dem smarten Aaron Taylor-Johnson als Ford Brody sowie der charmanten Elizabeth Olsen als Elle Brody besetzt. Als Bösewicht fungiert in der Rolle des Daisuke Serizawa Ken Watanabe. Außerdem wirken Sally Hawkins als Dr. Wates, Juliette Binoche als Sandra Brody, David Strathaim als Admiral Stenz und Victor Rasuk als Tre Morales mit. Eine interessante Mischung aus bekannten und weniger bekannten Gesichtern, auf dessen Zusammenspiel auf der Leinwand man gespannt sein darf.

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Bildquelle: © Tony Hegewald / Pixelio.de

Online Sticker sammeln zur Fußball WM 2014

687021_web_R_K_B_by_Didi01_pixelio.deDie digitale Technik bestimmt in vielen Bereichen unser Leben. In diesem Jahr kommt ein weiterer hinzu: Die Fans der beliebten Sammelsticker von Panini können zur Fußball-WM 2014 in Brasilien die beliebten Klebebildchen ab jetzt auch wieder online sammeln. Am 15. April war Start des Online-Sticker-Albums. Mit diesem ist das Sammeln und Tauschen der im Handel erhältlichen Sticker virtuell möglich. Wie von den „echten“ Aufklebern gewohnt, sind auf den virtuellen Ausgaben von den 32 teilnehmenden Mannschaften jeweils elf Spieler – es handelt sich hierbei zumeist um die Stammspieler – abgebildet. Dazu kommen weitere Sticker mit allgemeinen WM-Motiven, wie etwa dem offiziellen Maskottchen, dem Pokal und dem offiziellen Spielball. Wer bis zum 31. August 2014 sein Online-Album komplett hat, nimmt außerdem automatisch an einer Verlosung mit attraktiven Gewinnen teil.

Unterstützung bei der Online-Aktion erhält Panini vom Präsentationspartner Coca-Cola. Schon zur Fußball-WM 2010 in Südafrika gab es eine Online-Variante des Stickeralbums und das mit einem riesigen Erfolg. Über 1,4 Millionen Benutzer hatten sich damals registriert, ein Drittel von ihnen besaß am Ende eine vollständige Sammlung. Da versteht es sich von selbst, dass für die aktuelle WM gleichfalls ein virtuelles Sammelalbum ins Leben gerufen wurde. Jenes bringt sogar noch mehr Möglichkeiten mit. Der Tauschbereich und die Sammlerteams wurden verbessert, überdies können die Sammler ihren eigenen Namen in der sogenannten Ruhmeshalle verewigen. Für Sammelspaß unterwegs steht das Online-Sticker-Album zudem als App für Tablets und Smartphones für Geräte mit Android- beziehungsweise iOS-Betriebssystem zur Verfügung. Über Promotion-Codes in Newslettern und sozialen Netzwerken können Bonuspäckchen mit weiteren Online-Stickern freigeschaltet werden. Ferner gibt das Unternehmen Coca-Cola in ausgewählten Ländern Flaschensonderserien mit Promotion-Codes heraus. Und auch die Rückseite von Glitzerstickern aus den realen Stickerpäckchen enthalten Codes für Stickerpäckchen im Internet.

Das reguläre Stickeralbum zum In-die-Hand-nehmen und Bekleben ist seit 28. März auf dem Markt. Es bietet Platz für insgesamt 640 Sticker, 40 davon sind Glitzersticker. Neu in dieser Ausgabe sind die Daten zum Spieler, die jetzt anstatt im Album unter dem Bild direkt auf dem Sticker stehen. Damit möchte sich Panini die Option offenhalten, auf kurzfristige Änderungen bei der Spielernominierung reagieren zu können. Redaktionsschluss ist nämlich schon Ende Februar 2014 gewesen, die endgültigen Nominierungen sind aber bis zum 2. Juni möglich. Sollte also der eine oder andere Spieler ausfallen, kann noch schnell ein Sticker mit dem Ersatzspieler produziert werden. Außerdem erhöht der Aufdruck der Spielerdaten auf den Sticker die Spannung. Unter dem Platz im Album steht lediglich die Nummer des Stickers. Es bleibt dementsprechend bis zum Einkleben des Aufklebers spannend, welcher Spieler sich dahinter verbirgt.

Mehrfach vorhandene Sticker können sowohl in der Online-Version als auch in der Print-Version getauscht werden. Sollten trotzdem Motive fehlen, ist eine Nachbestellung von bis zu 50 Bildern beim Verlag möglich.

Die Veröffentlichung des Panini Sticker-Albums und der dazugehörigen Sticker ist eines der Highlights im Vorfeld der Fußball-WM. Seit der Weltmeisterschaft im Jahre 1970 in Mexiko sind die Sticker und das Album von Panini fester Bestandteil des WM-Programms. Erstmals wurde zur Fußball-WM 1974 ein Panini-Album in Deutschland angeboten. Zur aktuellen WM strebt der Verlag einen neuen Verkaufsrekord an: Das Ziel sind vier Milliarden verkaufte Sticker.

Bildquelle: © Didi01 / Pixelio.de

Aufkleber verhilft Blinden zu einer besseren Orientierung

562518_web_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.deWo muss ich aus dem Bus aussteigen? Wie nehme ich meine Medikamente richtig ein? Welches ist die richtige Klingel? Solche und ähnliche Fragen bereiten schon Sehenden Probleme, wie soll es dann erst Blinden ergehen? Mit den sogenannten „MindTags“ dürften derartige Fragen bald kein Hindernis mehr darstellen. Dahinter verbirgt sich ein Informationssystem, das einfach über das Smartphone bedient wird. Erfunden wurde es von einem 46 Jahre alten Familienvater, der über eine eingeschränkte Sehkraft verfügt und vieles nur stark vergrößert erkennen kann. Das sieht man ebenfalls bei der Arbeit an seinem Projekt. Obwohl er den großen Monitor bis an die Nasenspitze heranzieht, ist die Schrift um ein Vielfaches vergrößert, damit der Entwickler alles sieht.

Die von ihm entwickelte App ist kostenlos und barrierefrei. Nach der Installation wird das Smartphone einfach an den Aufkleber mit Sensor gehalten und schon wird dem Nutzer die gewünschte Information vorgelesen. Der Sticker hat etwa die Größe von einem 1-Euro-Stück und kann überall angebracht werden, am Busfahrplan zum Beispiel, von anderen besprochen, oder am Kühlschrank, mit eigenen Angaben zum Inhalt desselben und dessen Haltbarkeit versehen. Die Übertragung der Daten erfolgt per Near Field Communication, kurz NFC, einer drahtlosen Kommunikationstechnik, die unter anderem beim Bezahlen per Smartphone zum Einsatz kommt.

Um zu wissen, wo die „MindTags“ gebraucht werden, wird mit Betroffenen getestet. Aktuell ist das in Berlin der Fall. Zu den Testobjekten gehören Haltestellen von öffentlichen Verkehrsmitteln, der Zoo und Ausstellungen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverein e.V. berichtet regelmäßig über Neuerungen und hat bereits Tags für Museen und Ampeln vorgestellt. „MindTags“ aber gehen noch ein Stück weiter, indem sie auch in den privaten Bereich Einlass finden.

Ein großes Hindernis für in ihrer Sehkraft eingeschränkte oder blinde Personen sind Türschilder. Mit einem entsprechenden Tag wird nicht nur der Name genannt, sondern zugleich die Öffnungszeiten, falls erforderlich und erwünscht. Selbst Toiletten können mit dem Aufkleber jederzeit problemlos gefunden werden und genau das ist das Anliegen des Erfinders: Er möchte sehbehinderten Menschen zu Unabhängigkeit verhelfen, sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Den ersten erfolgreichen Einsatz hatten die „MindTags“ im Museum für islamische Kunst im Pergamonmuseum. Sie machten die Ausstellung auch für Nicht-Sehende oder in ihrer Sehkraft eingeschränkte Personen zum Erlebnis.

Mit der Möglichkeit zum Hinterlegen von eigenen Mitteilungen auf den Tags werden diese weiterhin zu einer wertvollen Hilfe im Alltag. Der Einkaufszettel wird einfach auf einen Tag aufgesprochen und an die Wohnungstür gepinnt. Kommt der Partner nach Hause, ruft er mit dem Smartphone die Nachricht ab und kann jene auch von unterwegs aus über den hinterlegten Internet-Link jederzeit wieder abrufen beziehungsweise aktualisieren.

Zweieinhalb Jahre nahm die Erfindung der “MindTags“ in Anspruch. Daran beteiligt waren ein Team aus Programmierern, ein Designer sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Drei Preise gab es für die Tags, obwohl deren Verwendung bisher noch in einem überschaubaren Rahmen stattfindet. Dennoch ist es eine zukunftsweisende Technologie, die in den verschiedensten Lebensbereichen ihre Anwendung finden sollte. Ob die „MindTags“ eines Tages in ganz Deutschland oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt zu finden sind, bleibt abzuwarten, wünschenswert wäre es allemal.

Bildquelle: © Petra Bork / Pixelio.de

Etiketten im Einsatz gegen Produktpiraterie

569489_web_R_K_by_Matthias Preisinger_pixelio.deEs gibt kaum einen Bereich, in welchen Fälschungen noch keinen Einlass gefunden haben. Ob es Kleidungsstücke oder Lebensmittel sind, jedes Jahr entsteht den Unternehmen durch Produktpiraterie ein Schaden in Millionen-, wenn nicht gar in Milliardenhöhe. Sogar Autos und Flugzeugteile werden mittlerweile nachgebaut. Dahinter steckt nicht nur eine Verletzung einer Vielzahl von rechtlichen Vorschriften, im schlimmsten Falle sind die Gesundheit und das Leben der Menschen in Gefahr. Die gefälschten Produkte entsprechen keinerlei Sicherheitsrichtlinien und werden dahingehend auch nicht geprüft, wie man es von einem in Deutschland vertriebenen Produkt in der Regel erwarten kann. Stellenweise wird die Gesundheitsgefahr von den Verbrauchern aus Kostengründen toleriert, stellenweise ist dem Verbraucher gar nicht bewusst, in welche Gefahr er sich aufgrund der Entscheidung für ein Plagiat begibt.

Der Kampf gegen Plagiate erscheint wie der Kampf gegen Windmühlen, zumal die Nachahmer nicht zwangsläufig im Verborgenen tätig sind. Wo kein Kläger, da kein Richter. Nach diesem Motto gehen Produktpiraten zu Werke. Obwohl Unternehmen und Behörden ständig wachsam sind, scheuen die Fälscher nicht den Auftritt in der Öffentlichkeit, sind selbst auf Messen anzutreffen, wo sie offiziell an Ständen ihre Waren feilbieten. Das bedingt ein umfangreiches Paket an Maßnahmen, an dem sowohl Hersteller als auch die Behörden beteiligt sind.

Die bisher durchgeführten Handlungen lassen sich in vier Kategorien einteilen. Es gibt technische Schutzmaßnahmen, die Beschlagnahme durch die Zollbehörde nach Antrag, den Piraterieschutz von Ersatzteilen sowie die gezielte Suche und Beschlagnahme von Plagiaten beispielsweise auf Messen, in Häfen oder auf Flughäfen. Zu den technischen Schutzmaßnahmen gehört die Verwendung von Etiketten. Vor allem selbstklebende Etiketten kommen hier zum Einsatz. Sie können die verschiedensten Informationen enthalten und auf den unterschiedlichsten Technologien basieren. Vor allem die Möglichkeit zum Hinterlegen von verdeckten beziehungsweise unsichtbaren Funktionen, die nur durch spezielle Geräte ausgelesen werden können, ist für die Unternehmen interessant. Eine lückenlos nachvollziehbare Liefer- und Vertriebskette sowie weiterführende Technologien zur Bekämpfung von Fälschungen, zumeist durch nur schwer oder überhaupt nicht kopierbare maßgeschneiderte Lösungen gewährleistet, erhöhen die Sicherheit des jeweiligen Produkts nochmals.

Die Produktkennzeichnung mit Sicherheitsetiketten eröffnet ungeahnte Möglichkeiten und ist in allen Branchen einsetzbar. Verschreibungspflichtige Medikamente, Ersatzteile, Rechtsdokumente, Designermode, Software, Spielzeug, die Liste der kennzeichnungsfähigen Produkte ließe sich unendlich fortführen. Ebenso vielfältig präsentieren sich die Informationen, die in das Etikett, genauer gesagt in das sogenannte Etikettensubstrat, eingebracht werden können. Angefangen vom Sicherheitswasserzeichen über chemische Markierungsstoffe und Data Matrix-Codes bis hin zu DNA reicht die Palette der integrierbaren Informationen.

Die versteckten Funktionen sind eine hervorragende Ergänzung zu sichtbaren Schutzfunktionen wie Sicherheitssiegeln. Interessant ist ferner die Integration von Track & Trace-Funktionen, die die Nachvollziehbarkeit der Liefer- und Vertriebskette sicherstellt.

Die modernen Sicherheitsetiketten vereinen mehrere Schutzmaßnahmen in einer einzigen Maßnahme. Angesichts der Bedeutung der Produktpiraterie, die laut Schätzungen einen jährlichen Umsatz von rund 650 Milliarden US-Dollar einbringt, sind entsprechende Schutzmaßnahmen und deren stetige Weiterentwicklung unerlässlich. Schließlich konzentrieren sich die Fälscher nicht nur ausschließlich darauf, ihre Produkte zu perfektionieren, sie wollen dabei auch unerkannt bleiben. Das bedeutet, dass sie sich ebenfalls mit den getroffenen Schutzmaßnahmen der Hersteller auseinandersetzen und Wege suchen, um sie zu umgehen. Es ist also ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nicht selten die Hersteller das Nachsehen haben.

Bildquelle: © Matthias Preisinger / Pixelio.de

Einigung um Kunst auf Leinwand – Gurlitt erhält seine Bilder zurück

justitzSeit letzter Woche ist es amtlich: Cornelius Gurlitt erhält seine Kunstsammlung zurück. Die ursprünglich von seinem Vater stammende Sammlung wurde in der Schwabinger Wohnung Gurlitts im Jahre 2012 von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmt. Es dauerte damals mehrere Tage, um die fast 1300 gerahmten und ungerahmten Bilder aus der Wohnung zu schaffen. Später wurden in Salzburg in einer anderen Wohnung Gurlitts weitere Gemälde gefunden. Dadurch erhöhte sich die Zahl der beschlagnahmten Kunstwerke auf über 1500.

Am 9. April 2014 hob die Staatsanwaltschaft Augsburg unter Begründung auf neue Erkenntnisse im Ermittlungsverfahren die Beschlagnahmung auf. Gurlitt bekommt seine Sammlung zurück. Unter anderem wurde im Zuge dessen bekannt, dass es zwischen dem Kunstsammler und den deutschen Behörden eine Vereinbarung gab. Inhalt derselben war eine Bereiterklärung Gurlitts, dass er bei einer Aufhebung der Beschlagnahmung Bilder ungeklärter Herkunft für eine Erforschung ihres Ursprungs zur Verfügung stelle. Sollte sich bei diesen der Verdacht auf NS-Raubkunst bestätigen und eine Anspruchserhebung von Erben vorliegen, sei er zu einer Herausgabe der Bilder bereit.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft umfasst der Beschluss die Herausgabe aller Bilder aus der Schwabinger Wohnung. Darunter befinden sich rund 500 Bilder, bei denen der Verdacht auf NS-Raubkunst besteht. Bei den betreffenden Bildern wird sich die Arbeitsgruppe„Schwabinger Kunstfund“ weiter mit der Herkunft beschäftigen. Wo die Werke bis zur Klärung derselben gelagert werden und wie das weitere Vorgehen überhaupt aussehen wird, dazu äußerte sich die Staatsanwaltschaft nicht. Gurlitt selbst sagte, er werde die Bilder in eine treuhänderische Verwahrung übergeben. Somit ist die Angelegenheit immer noch nicht aufgeklärt und wird uns wohl weiterhin beschäftigen. Es ist davon auszugehen, dass einige der Bilder an die Erben der ehemaligen rechtmäßigen Besitzer zurückgehen. Allerdings setzt das das Finden der Erben voraus. In der Internetdatenbank lostart.de wurden bereits einige Werke auf Leinwand aus der Kunstsammlung von Gurlitt veröffentlicht. Weitere werden bei Gelegenheit folgen.

Nach Veröffentlichung der ersten 25 Bilder konnten 13 von diesen als früheres Eigentum des Rechtsanwalts Fritz Salo Glaser aus Dresden identifiziert werden. Die vollständige Bekanntgabe aller möglichen NS-Raubkunstwerke aus der Gurlitt´schen Sammlung wurde im November 2013 in Aussicht gestellt. Im Januar 2014 entschied das Augsburger Verwaltungsgericht, dass die Presse ein Recht auf eine vollständige Liste aller Werke habe, allerdings ist die Entscheidung bis dato nicht rechtskräftig.

Die Beschlagnahmung galt unter Rechtsexperten als umstritten. Viele Juristen zweifelten die Rechtmäßigkeit der Maßnahme an. Ursprünglich bestand gegen Gurlitt der Verdacht auf Hinterziehung von Steuern aus Bilderverkäufen. Daraufhin wurde die Sammlung beschlagnahmt und von 40 Ermittlern sichergestellt. Erst im Laufe der Ermittlungen tat sich der Verdacht auf NS-Raubkunst auf. Die Bundesregierung nutzte daher die Beschlagnahmung auch als Beweis für die jüdische Gemeinschaft, dass man sich durch die Aufklärung der Herkunft der Bilder um späte Gerechtigkeit für die Opfer des Naziregimes bemühe. Aus welchem Grund die Sammlung anfangs beschlagnahmt wurde, war für manche am Ende nur noch schwer erkennbar. Der Vorwurf, dass es sich bei einem Teil der Kunstsammlung um NS-Raubkunst handele, überschattete schnell den eigentlichen Tatvorwurf. Jetzt erhält Gurlitt erst einmal seine Sammlung zurück, die Provenienz der strittigen Bilder darf weiter untersucht werden, somit hat jeder vorerst das erreicht, was er wollte.

Bildquelle: © Thorben Wengert / Pixelio.de