Aufkleber und T-Shirt Blog

Entries Tagged as ''

Nicht immer führt ein QR-Code zum gewünschten Ziel

724099_web_R_K_B_by_Cristine Lietz_pixelio.de (2)Henry John Heinz, ein Sohn deutscher Auswanderer, der 1869 sein Unternehmen H. J. Heinz Company in Sharpsburg/Pennsylvania gründete, würde wohl angesichts der peinlichen Aktion von Heinz Ketchup selig im Grabe rotieren. Das Traditionsunternehmen, unter dessen Dach auch die Marke Heinz beheimatet ist, möchte sich Neuerungen nicht verschließen. Doch die letzte Marketingaktion ging etwas daneben.

Durch das Scannen von einem QR-Code sollte sich der Kunde ein individuelles Etikett für seine ganz persönliche Heinz-Ketchup-Flasche bestellen können. Ein Ketchupliebhaber aus Florida wollte sich das nicht entgehen lassen. Flugs den Code gescannt, doch was war das? Anstelle eines harmlosen Formulars zum Eingeben der erforderlichen Daten für das Ketchupetikett räkelten sich plötzlich fast nackte Damen in eindeutigen Posen auf dem Display. Statt zur Internetseite von Heinz Ketchup zu gelangen, erfolgte eine Weiterleitung zu einer Porno-Webseite aus Deutschland.

Für Heinz Ketchup kein Grund zur Panik. Als sich der Kunde ob dieser peinlichen Panne beim Unternehmen meldete, reagierte jenes keineswegs überrascht. Es handele sich bei der Flasche mit dem QR-Code um einen „Restposten“. Die Aktion sei bereits abgelaufen, die Domain werde nicht mehr von Heinz genutzt. Die Werbeaktion lief zwischen 2012 und 2014. Mit Ende derselben schaltete Heinz die Seite offensichtlich ab und der Domain-Betreiber verkaufte sie an den nächsten Kunden, der in dem Falle ein Porno-Portal war.

Mit dieser Begründung wollte sich der Betroffene allerdings nicht zufriedengeben. Man könne doch davon ausgehen, dass Ketchupflaschen mit dem betreffenden QR-Code noch in zahlreichen Haushalten vorhanden seien. Selbst in der IT-Branche tätig, sei es ihm unverständlich, warum man sich die genutzte Domain nicht wenigstens für ein bis zwei Jahre gesichert hätte. Auch ein Hinweis, dass die Aktion bereits abgelaufen sei, hätte seiner Meinung nach eine solche Peinlichkeit vermieden.

Daraufhin brachte Heinz nochmals sein Bedauern zum Ausdruck und ermöglichte dem Kunden ein nachträgliches Erstellen seiner persönlichen Ketchupflasche, die ihm außerdem kostenfrei übersendet werden würde. So gab es dann doch noch das ursprünglich Gewünschte und sogar eine zweifelhafte Zusatzleistung dazu: Das Porno-Portal hatte die Diskussion auf Facebook ebenfalls verfolgt und bot dem so „Geprellten“ ein kostenloses Jahresabonnement an. Ob er das Angebot angenommen hat, ist nicht bekannt, aber seinen heiß umkämpften Ketchup dürfte er inzwischen bekommen haben.

Pannen mit QR-Codes sind übrigens nicht neu. So nutzte auch die FDP-Politikerin Alexandra Thein zum Wahlkampf für die letztjährige Europawahl einen QR-Code, um ihren potentiellen Wählern weitere Informationen über sich und ihr Tun preiszugeben. Angebracht wurde dieser auf Wahlplakaten, die zudem den Slogan „Liebe kennt keine Grenzen“ enthielten. Der QR-Code sollte eigentlich auf das Wahlkampf-Video verlinken, stattdessen bekamen die Nutzer einen Hardcore-Porno zu sehen. Die Schuld dafür war aber weder bei der Druckerei noch bei den Entwicklern des Codes zu suchen. Es handelte sich um das Werk von Vandalen, die die ursprünglichen Codes einfach mit anderen Codes überklebt hatten. Schnell waren diese wieder entfernt und nun konnte ein hoffentlich erfolgreicher Wahlkampf seinen Lauf nehmen.

Nichtsdestotrotz sind QR-Codes eine empfehlenswerte Sache. Es gibt kaum eine schnellere Methode, um Interessenten auf eine Webseite zu holen. QR-Codes werden mit Hilfe von Smartphones oder PDAs gescannt und leiten den User innerhalb kürzester Zeit direkt auf die betreffende Seite weiter.

Bildquelle: © Christine Lietz / Pixelio.de

WDR führte spannendes Experiment mit einem Aufkleber durch

651901_web_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.de (2)Die Deutschen sind fremdenfeindlich und mögen keine Ausländer in ihrem Land. Ist das wirklich so? Übergriffe auf Asylbewerber und andere ausländische Mitbürger hat es in der jüngsten Vergangenheit genug gegeben. Der WDR wagte deshalb gemeinsam mit dem Essener Verkehrsunternehmen EVAG ein Experiment. Ort des Geschehens war die Buslinie 160 von Essen- Borbeck nach Essen-Stoppenberg. Ein Bus derselben wurde mit Aufklebern an den Fenstern versehen. Darauf stand, dass die so markierten Plätze ausdrücklich „für Inhaber eines gültigen deutschen Personalausweises“ vorgesehen sind. Die Aufkleber waren im gelb-blauen Design der EVAG gehalten und dadurch derart authentisch, dass ihnen viele Fahrgäste gar keine Beachtung schenken. Die Wenigen, die sich Zeit zum Lesen nahmen, waren dagegen empört. Eine Frau riss gar den Sticker ab und wollte sich beim Verkehrsunternehmen beschweren. Die EVAG registrierte diesbezüglich auch diverse Anrufe.

Um der Aktion noch mehr Authentizität zu verleihen, setzte das Fernsehteam zudem einen angeblichen Kontrolleur ein. Er forderte ausländische Fahrgäste zum Verlassen der reservierten Plätze auf und wies ihnen einen Sitzplatz im hinteren Bereich des Busses zu. Das quittierten die restlichen Fahrgäste mit Unmut. Sie setzten sich für ihre Mitfahrer ein und ergriffen überaus engagiert Partei für diese. Eine junge Frau stellte sich schützend vor die zum Verlassen der Sitzplätze Aufgeforderten. Eine ältere Dame wurde wütend und teilte mit, dass hier niemand aufstehen würde. Um eine Eskalation der Situation zu vermeiden, gab sich das Kamerateam schließlich zu erkennen. Es lobte die Fahrgäste für ihren Mut.

Regisseur Dirk Gion zeigte sich über die Reaktionen überrascht. Und er bedankte sich bei der EVAG. Im Vorfeld habe man viele Unternehmen auf eine Mitwirkung angesprochen, darunter Verkehrsbetriebe, Universitätsmensen und Supermärkte. Keiner war zum Mitmachen bereit. Die Angst vor einem negativen Image war zu groß. Bei der EVAG wurde der Versuch allerdings als Chance gesehen, sich öffentlich gegen Rassismus auszusprechen. Die Mitarbeiter des Unternehmens und die Fahrgäste kommen „aus allen möglichen Nationen“, da ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit, begründet Unternehmenssprecher Olaf Frey die Beteiligung an der Aktion.

Fundierte Ergebnisse, um aussagekräftige Rückschlüsse über Rassismus in Deutschland zu ziehen, lieferte das Experiment nicht. Unter wissenschaftlicher Begleitung stand es dennoch. Bei den Dreharbeiten im Bus war Madeleine Preuß, ihres Zeichens Rassismusforscherin vom Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, anwesend. Sie zeigte sich gleichfalls über das heftige Reagieren der Fahrgäste erstaunt. Preuß spricht von einer „sehr extremen Situation“, dennoch darf man nicht davon ausgehen, dass genau diese Menschen an anderer Stelle kein rassistisches Verhalten an den Tag legen können. So sei es beispielsweise wesentlich schwieriger, Ausländerfeindlichkeit am Arbeitsplatz oder an Schulen zu erkennen und demzufolge dann auch einzugreifen.

Trotzdem scheint sich etwas bewegt zu haben. Ein ähnlicher Versuch wurde vor 21 Jahren schon einmal durchgeführt. Schauplatz war die Mensa der Universität in Münster. Hier ging es darum, dass Deutsche und Ausländer verschiedene Wege benutzen sollten. Für die Deutschen war das kein Problem. Ein Großteil von ihnen tat ohne Nachfrage oder Protest das, was man von ihnen verlangte.

Das aktuelle Experiment ist am 25. August 2015 um 21 Uhr im WDR zu sehen. Es ist eine Folge der neuen Wissenssendung „Quarks & Du“.

Bildquelle: © lichtkunst.73 / Pixelio.de

Liebermann Bild auf Leinwand aus Gurlitt-Sammlung wurde versteigert

719957_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de (2)Nach jahrelangem Ringen gingen die „Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann vor Kurzem endlich wieder in den Besitz des New Yorker Anwalts David Toren über. Er war einer der Anspruchsteller, die aus der Gurlitt´schen Kunstsammlung ihr unrechtmäßig durch die Nationalsozialisten beschlagnahmtes Familieneigentum zurückfordern. Toren selbst ist Holocaust-Überlebender und Großneffe jenes Kunstsammlers, dem das Bild einst gehörte. Im Alter von 14 Jahren musste er damals aus Deutschland fliehen, um sein Überleben zu sichern.

Im Jahre 1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden die „Zwei Reiter am Strand“ schon einmal von den Alliierten beschlagnahmt. Damals war das Gemälde Teil der Kunstsammlung von Hildebrand Gurlitt, dem Vater von Cornelius Gurlitt. Dieser erhielt es 1950 wieder zurück. In den Folgejahren war das Bild immer wieder als Leihgabe in Kunstausstellungen zu sehen. 1954 gab es Gurlitt an die Kunsthalle Bremen für eine Retrospektive von Liebermann. 1960 war es Bestandteil von Kunstausstellungen in Wien, Berlin und Recklinghausen. Somit war öffentlich bekannt, dass sich das Kunstwerk im Besitz der Familie Gurlitt befand. Aber erst vor ungefähr fünf Jahren machten sich zwei Berliner Rechtsanwälte im Auftrag von Toren und seinem Bruder auf die Suche nach dem Bild. Die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ erklärte es im August 2014 als höchstwahrscheinlich zur NS-Raubkunst zugehörig. Bis zur Rückgabe an die rechtmäßigen Erben Friedmanns sollten aber noch einmal fast 10 Monate vergehen.

Schon bald nach dem Bekanntwerden des Schwabinger Kunstfundes hatten Toren und sein Bruder Anspruch auf das Bild erhoben. Allerdings mussten sie sich noch einige Jahre bis zur Aushändigung gedulden. Zwischenzeitlich hatte der Jurist die Bundesrepublik Deutschland und Bayern verklagt. Im Februar 2015 bezeichnete der inzwischen 90-Jährige das Vorgehen der deutschen Behörden als „reine Schikane“. Mehrere Male wurden weitere Dokumente angefordert. Am 13. Mai 2015 – mehr als drei Jahre nach dem Fund der umfangreichen Kunstsammlung in der Wohnung von Cornelius Gurlitt in Schwabing – erhielt er das Gemälde zurück. Zum Aufhängen in der Wohnung war das Bild allerdings nicht vorgesehen. Am 24. Juni kam es im berühmten Auktionshaus Sotheby´s unter den Hammer. Zu einem Preis von 1,9 Millionen Pfund – das sind umgerechnet etwa 2,7 Millionen Euro – wurde es von einem privaten Bieter per Telefon ersteigert.

Die „Zwei Reiter am Strand“ wurden von Liebermann übrigens in zweifacher Ausführung gefertigt. Die beiden Bilder unterscheiden sich nur unwesentlich. Das kürzlich verkaufte Werk zeigt beispielsweise beide Vorderbeine des durch das Wasser laufenden Pferdes, die bei der zweiten Fassung gänzlich im Wasser verschwinden. Des Weiteren gibt es minimale Unterschiede bei der Kleidung der Reiter. Zudem sind Wellengang und Himmel bei dem aus der Kunstsammlung von Gurlitt stammenden Exemplar deutlicher ausgearbeitet. Von diesem Bild wurde bisher angenommen, dass es bis 1942 im Eigentum des in Breslau lebenden jüdischen Kunstsammlers und Zuckerfabrikanten David Friedmann stand. Toren und sein Bruder sind die Großneffen von diesem. Toren ist sich sicher, dass sein Großonkel das Bild 1905 rechtmäßig erworben hat. Er kann sich noch gut daran erinnern, wann er es das letzte Mal sah. Das war in der Reichspogromnacht am 9. November 1938. Wenig später fiel es mit der restlichen Kunstsammlung Friedmanns den Nazis in die Hände.

Das andere Gemälde mit dem gleichen Titel wurde bereits 2009 bei Sotheby´s versteigert. Im Gegensatz zu dem unlängst verkauften Werk brachte es allerdings nur 289.250 Pfund, das sind etwas mehr als 335.000 Euro, ein. Käufer war ebenfalls ein privater Bieter.

Bildquelle: © Tim Reckmann / Pixelio.de

Signiertes Poster der „Krefeld Pinguine“ soll Kinder glücklich machen

474423_web_R_K_by_Gaby Kempf_pixelio.de (2)Das Team des Krefelder Eishockey – Clubs, dessen offizielle Bezeichnung „KEV Pinguine Eishockey GmbH“ (kurz KEV) lautet, wird von seinen Fans liebevoll „Krefeld Pinguine“ genannt. Die Anhänger des Clubs sind durchaus auch außerhalb der Stadtgrenzen zu finden. Der Club ist einer der Gründungsmitglieder der Deutschen Eishockey – Liga. Jene existiert seit 1994. Vorläufer des schwarzgelben Vereins war der „Krefelder Eislauf Verein“, der ebenfalls das Kürzel KEV trug. Aus diesem entwickelte sich der heutige KEV, der sich ausschließlich aus dem Profi-Eishockeyteam samt der dazugehörigen Geschäftsstelle zusammensetzt. Zwei Mal waren die „Krefeld Pinguine“ bereits Deutscher Meister, und zwar 1952 sowie 2003. Die alles entscheidenden Finalspiele wurden beide Male gegen die „Kölner Haie“ ausgetragen. Im Jahre 1977 reichte es immerhin zur Vizemeisterschaft und 1946 wurde der KEV Interzonenmeister.

In der Redaktion vom Krefelder „Extra-Tipp“ arbeiten ebenfalls eingefleischte Pinguin-Fans. Das Blatt ist mittlerweile zu einem engen Partner geworden. „Willkommen in Europa“ lautete das Motto, unter dem die „Krefeld Pinguine“ 2014 ihr Debüt in der Champions Hockey League (CHL) feierten. Und „Extra Tipp“ war hautnah dabei. Man reiste mit nach Skelleftea, Vojens und Helsinki und feuerte das Team aus Leibeskräften an. Darüber hinaus wurden zudem die daheimgebliebenen Fans auf dem Laufenden gehalten. Via Facebook und über die Homepage des Anzeigenblattes konnte und kann sich jeder über die Entwicklungen informieren. Das wird ebenfalls in der kommenden Saison so sein.

Bevor diese beginnt, gibt es für wahre Fans nun eine ganz außergewöhnliche Chance: Sie können nämlich ein Plakat der „Pinguine“ mit den Original-Unterschriften aller Spieler ersteigern. Die Versteigerung erfolgt exklusiv bei „Extra-Tipp“. Der Erlös ist als Spende für das Kinderheim St. Annenhof in Kempen vorgesehen. Noch bis zum kommenden Mittwoch, dem 24. Juni 2015, 15 Uhr kann geboten werden. Die Versteigerung von dem Poster findet auf der Facebook – Seite von „Extra – Tipp am Sonntag“ statt. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass abgegebene Gebote bindend sind. Also sollte man sich vorher in jedem Fall gut überlegen, ob man den gebotenen Preis auch tatsächlich für das Poster bezahlen will. Der Interessent mit dem höchsten Gebot erhält den Zuschlag.

Einer der auf dem Plakat zu sehenden Top-Spieler ist der Stürmer Daniel Pietta. Der Nationalspieler ist nur ein bekanntes Gesicht des erfolgreichen Teams. Pietta engagiert sich für dieses Projekt besonders. Er sieht in dem Poster nicht nur ein absolutes Muss für jeden „Pinguine“ – Fan, ihm liegt auch der soziale Hintergrund am Herzen. Pietta glaubt fest daran, dass die Versteigerung eine ansprechende Summe für einen guten Zweck einbringen wird. Der Eishockey-Profi ist zugleich Pate der Aktion. Er selbst wird höchstpersönlich bei der Übergabe des Plakates anwesend sein. Schon allein deshalb dürfte das Abgegeben des höchsten Gebotes erstrebenswert sein. Wer möchte nicht einmal seinem Star persönlich begegnen und ihm die Hand schütteln? Wo die Übergabe vorgenommen wird, bleibt übrigens noch geheim. Den Höchstbietenden erwartet diesbezüglich nämlich eine kleine Überraschung. Auf alle Fälle wechselt der Gewinn an einem „ungewöhnlichen Ort“ seinen Besitzer, so jedenfalls steht es auf der Internetseite des „Extra-Tipp“. Es sprechen also gleich mehrere Gründe dafür, an dieser Versteigerung teilzunehmen und mit dem Erlös sich und den Bewohnern des Kinderheims St. Annenhof eine Freude zu machen.

Bildquelle: © Gaby Kempf / Pixelio.de

Urlaubsstimmung auf Leinwand gibt es in Osterholz – Scharmbeck

598607_web_R_K_B_by_twinlili_pixelio.de (2)In den Galerie – Räumen auf Gut Sandbeck herrscht derzeit Urlaubsstimmung. Wer durch die Tür tritt, wird von mediterranem Flair empfangen und wähnt sich angesichts der Kunstwerke des französischen Malers Jean Pierson im Urlaub. Das bevorzugte Motiv seiner Ölgemälde ist nämlich die Mittelmeerküste Südfrankreichs. Die Atmosphäre der Ausstellung fängt den Besucher ein. Er darf hier gerne eine Auszeit vom Alltag genießen und die Seele baumeln lassen. Einige Gäste nutzen die Ausstellung gar, um das Ziel ihrer nächsten Urlaubsreise auszusuchen. Das dürfte für den Maler ein ganz besonderes Lob sein, ist es doch ein Beweis dafür, dass er es hervorragend versteht, Emotionen auf Leinwand zu bannen.

Die Betrachtung eines Kunstwerks von Jean Pierson lässt einen mitten ins Geschehen eintauchen. Es entsteht das Gefühl, als ob man selbst vor Ort ist. Vor einem erstreckt sich ein sonnenbeschienener Strand. Dahinter beginnt das Meer, dessen leicht schäumende Wellen sanft heranplätschern und schließlich am Ufer zu versickern scheinen. Der eigene Standort ist die Terrasse eines kleinen Holzhäuschens direkt am Strand. Eine Pinie spendet Schatten. Auch Zypressen und Kakteen sind zu sehen. Natürlich darf ein Gläschen Wein nicht fehlen und an sonnengereiften Früchten für den kleinen Hunger zwischendurch mangelt es ebenfalls nicht. Möchte man da nicht am liebsten gleich Platz nehmen und es sich gemütlich machen?

Doch was verschlägt einen Maler wie Pierson nun eigentlich nach Osterholz – Scharmbeck, unweit von Bremen? Detlev Gödicke, Musikalienhändler und Instrumentalist, erzählt dazu eine kuriose Geschichte. Seine Gattin Deborah war bereits seit Jahren auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater. Er soll Franzose sein, soviel habe sie gewusst. Vor drei Jahren rief Piersons Frau Nadja bei Deborah an und der Vater war endlich gefunden. Kurz darauf machte sich das Ehepaar Gödicke auf den Weg ins französische Beziers und lernte dort Jean Pierson und seine Kunst kennen. Das Kulturforum stellte schließlich noch die Brücke zum Kunstverein her und so kam es zu der diesjährigen Ausstellung.

Pierson ist jetzt 55 Jahre alt und stammt gebürtig aus Paris. Er studierte an der „École des Beaux – Arts“ in Tours und arbeitete anschließend als Freskenmaler. Zudem ist der Maler seit über 20 Jahren Betreiber einer Galerie in Montpellier. Im Jahre 2006 verschlug es ihn und seine Familie in das sonnige Südfrankreich, wo sie eine Heimat fanden.

Die Kunst Piersons ist gegenständlich. Seine Bilder strahlen Ruhe aus. Sie zeigen natürlich entstandene Landschaften in Einklang mit von Menschen geschaffenen Gebäuden, Gegenständen und Flächen. Die Menschen aber fehlen. Durch Treppen, Pflaster und Stufen nimmt Pierson eine räumliche Trennung der einzelnen Bereiche vor. Innen und außen sind bei ihm stets deutlich voneinander getrennt. Bei der Darstellung von Innenräumen setzt der Maler auf Lichtreflexe und Schattenwirkungen.

Bevor das Bild auf Leinwand entsteht, hat er es fertig im Kopf. Der ehemalige Architekturstudent nutzt das während des Studiums erworbene Können und entwirft erst einmal mit einem Kohlestift eine detailgetreue Skizze. Jede Einzelheit wird berücksichtigt und aufgezeichnet. Vom Himmel über das Meer geht es bis zum Bildrand und dabei immer weiter auf den Betrachter zu. Schlussendlich entsteht ein Gemälde, das auch als Postkartenmotiv oder für einen Reisekatalog taugt.

Wer sich von Piersons Kunst verzaubern lassen möchte, hat freitags und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr die Gelegenheit dazu.

Bildquelle: © twinlili / Pixelio.de

„Nacht der Kunst“ – Bewerben mit Bild auf Leinwand oder Ähnlichem

719948_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de (2)Vom Chausseehaus bis nach Wahren wird am 5. September 2015 die Kunst im Mittelpunkt stehen. Dann nämlich findet in Leipzig die „Nacht der Kunst“ statt. An mehr als 50 Standorten können Ausstellungen bewundert oder Lesungen und Konzerten gelauscht werden. Jedes Jahr lockt die Veranstaltung im Norden der Stadt mehrere tausend Besucher an. Auch in diesem Jahr soll jenen wieder einiges geboten werden. Deshalb werden Künstlerinnen und Künstler gesucht, die ihr Können im Rahmen der „Nacht der Kunst“ öffentlich zeigen wollen. Noch bis zum 30. Juni kann sich beworben werden.

Welcher Art von Kunst sich der Bewerber oder die Bewerberin verschrieben hat, ist nebensächlich. Fotografien sind ebenso willkommen wie Gemälde auf Leinwand, Grafiken, Skulpturen und textile Kunst. Wer seine Stärken eher in der Musik, in Lesungen oder Theateraufführungen hat, kann gleichfalls eine Bewerbung abgeben. Pro Künstler wird eine Aufwandspauschale in Höhe von 10 Euro erhoben. 70 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet. Rund ein Drittel von ihnen ist zum ersten Mal dabei.

Die „Nacht der Kunst“ bietet die Möglichkeit, Werke außerhalb von Galerien und Museen zu präsentieren. Gerade für junge und noch unbekannte Künstler beziehungsweise Künstlerinnen ist dies eine Chance, die Menschen auf sich aufmerksam zu machen. An Präsentationsflächen stehen sowohl Freiflächen und Hinterhöfe als auch leerstehende Läden, Geschäfte, Büros sowie öffentliche Einrichtungen zur Verfügung.

Bernhard Berres als Mitorganisator der Veranstaltung hebt vor allem die Vielfalt an Kunst, die außergewöhnlichen Ausstellungsorte und die Teilnahmemöglichkeit ohne das Erfüllen von Auswahlkriterien hervor. Ob Hobbymaler oder ausgebildeter Bildhauer, jeder kann kommen und teilnehmen. Dass sich dabei ebenfalls Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch und zu einem netten Plausch ergeben, versteht sich von selbst.

In diesem Jahr wartet die „Nacht der Kunst“ wieder mit einigen Neuerungen auf. Erstmals geht das Organisatorenteam mit selbst initiierten Projekten an den Start. So wird der in Leipzig heimische Künstler Marek Brandt mit einer Licht- und Klanginstallation an einem leerstehenden Haus Akzente setzen. Zudem wird es einen ersten Einblick in das Biografieprojekt „Du und deine Georg-Schumann-Straße: Menschen im Porträt“ der Gruppe Biografikon geben. Hierzu werden Interviews und Fotografien veröffentlicht. Die Georg-Schumann-Straße ist übrigens Veranstaltungsort der „Nacht der Kunst“.

Auch in der Straße und der unmittelbaren Umgebung ansässige Unternehmen tragen ihren Teil zum Gelingen des Events bei. Sei es durch die Zurverfügungstellung von geeigneten Ausstellungsräumen oder sei es durch finanzielle Zuschüsse. Zu den Förderern der „Nacht der Kunst“ gehört ebenfalls die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen. Des Weiteren zählen der Verfügungsfonds des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung sowie das Kulturamt Leipzig zu den Unterstützern.

Im letzten Jahr beteiligten sich über 100 Künstler an 54 Standorten an der „Nacht der Kunst“. Über 3.000 Besucher wurden gezählt. Die Erfolgsgeschichte soll 2015 fortgesetzt werden. Das Kunstfestival in der Georg-Schumann-Straße geht in die nächste Runde und jeder kann einen Beitrag leisten, ob es nun als Aussteller, als Besucher oder als Förderer ist. Kunstliebhaber sollten sich auf alle Fälle schon einmal den 5. September 2015 in ihrem Kalender anstreichen, denn dann heißt es „Kunst und Georg-Schumann-Straße – das passt!“

Wer sich noch bis zum 30. Juni als Teilnehmer/in bewerben möchte, kann dies auf www.ndk-leipzig.de tun.

Bildquelle: © Tim Reckmann / Pixelio.de