Aufkleber und T-Shirt Blog

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Deutsches Historisches Museum hat Aufkleber als Propagandamittel zum Thema

433510_web_R_K_by_Helga Ewert_pixelio.de (2)Es gibt viele Arten, um Menschen in ihrer Meinungsbildung zu beeinflussen: Flugblätter, öffentliche Auftritte, bei denen große Reden geschwungen werden, Zeitungsartikel und dergleichen mehr. An Aufkleber denkt dabei kaum jemand. Sie stehen für Kindsein, Sammelspaß und Humor.

Eine neue Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigt Aufkleber von einer anderen Seite, nämlich als Propagandamittel. Bei einigen Exponaten können durchaus solche Begriffe wie „Volksverhetzung“ und „Rassenhass“ Verwendung finden. In der Gegenwart werden Aufkleber vor allem mit Sammelbildern wie beispielsweise zur im Juni stattfindenden Fußball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht. Selbstklebende Bildchen gab es aber bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts und da erfüllten sie häufig einen völlig anderen Zweck.

Bezeichnend bereits der Titel der Ausstellung: “Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute”. Er lässt keinen Zweifel daran offen, was für Arten von Stickern in den Berliner Museumsräumen zu sehen sind. Hier ging beziehungsweise geht es nicht um die schönen Dinge des Lebens, sondern darum, bestimmte Gruppen von Menschen zu diskriminieren. Ein Thema, was zurzeit aktueller denn je ist.

Vergleiche zwischen damals und heute können gleich am Anfang der Ausstellung angestrebt werden. Da ist beispielsweise ein Aufkleber aus der Kolonialzeit, welches hintereinander hergehende Sklaven zeigt. Der unmittelbar daneben angebrachte Aufkleber wird noch deutlicher. “Refugees not welcome” ist darauf zu lesen. Ein Motiv, das auch in der heutigen Zeit zu sehen sein könnte oder gar zu sehen ist. Zum Nachdenken regen ebenfalls die direkt nebeneinander hängenden „Hetzaufkleber“ der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1933 und die von der NPD in den letzten Jahren in Umlauf gebrachten Sticker an.

Aufkleber sind hervorragend dazu geeignet, um anonym Botschaften zu überbringen. Überall treffen wir auf sie, wer mit ihnen seine Meinung kundtun wollte, bleibt allerdings in der Regel im Dunkeln. Dennoch nehmen wir die Mitteilung darauf wahr. Wir bilden uns ebenfalls eine Meinung dazu, die entweder dafür oder eben dagegen ist.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es von den Initiatoren Bedenken, ob überhaupt Aufkleber mit derartigen Aussagen ausgestellt werden dürfen und dann auch noch in einer solch großen Zahl. Doch es wurde eine Lösung in Form von gegenpoligen Aufklebern gefunden. So gelingt es immer wieder, die „Macht“ der meist recht radikalen Aussagen zu brechen. Wie im Falle des Aufklebers, der sich gegen Flüchtlinge richtet. Unweit von diesem können Sticker betrachtet werden, die Flüchtlinge willkommen heißen und sich eindeutig gegen Fremdenhass aussprechen.

Bis Ende Juli kann die Ausstellung noch besucht werden. Die gezeigten Ausstellungsstücke stammen unter anderem aus der privaten Sammlung von Wolfgang Haney. Er hat hauptsächlich antisemitische Aufkleber der Nazis zusammengetragen, weil seine Familie selbst von der Verfolgung derselben betroffen war. Haney möchte mit seiner Sammlung die Menschen der Gegenwart mahnen und um erhöhte Aufmerksamkeit bei diesem Thema bitten. Ein weiterer Teil der Exponate stammt von einer Frau, die Aufklebern mit rechten Parolen mit einem Spachtel zu Leibe rückt und diese anschließend in Ordnern aufbewahrt. Sie stellte dem Museum einige ihrer prallgefüllten Aktenordner zur Verfügung.

Museumsdirektor Alexander Koch freut sich sehr darüber, dass die Ausstellung an Aktualität kaum zu übertreffen sein dürfte. Und Friederike Tappe-Hornbostel von der Bundeskulturstiftung ist sich sicher, dass jeder Besucher zukünftig Aufkleber in der Öffentlichkeit mit anderen Augen sehen und die Botschaft dahinter aufmerksamer betrachten wird.

Bildquelle: © Helga Ewert / Pixelio.de

Picasso-Kunstwerke auf Leinwand in Marseille zu sehen

390902_web_R_K_by_Bildpixel_pixelio.de (2)Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers hört sich nicht unbedingt nach Kunst an. Vielmehr scheint es sich um ein Museum zu handeln, das sich mit der Geschichte der Menschheit in Europa und speziell mit den Menschen im Mittelmeerraum befasst. Ganz falsch ist das nicht. Immerhin ist die Kunst eng mit der Menschheitsgeschichte verknüpft. Malereien, Skulpturen und ähnliches geben Auskunft über das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten. Da liegt es nahe, dass in den Museumsräumen ebenfalls Kunstausstellungen stattfinden.

Eine solche wurde unlängst eröffnet und beschäftigt sich mit niemand Geringerem als Pablo Picasso. Etwa 270 Werke von ihm sind zu sehen. Der Titel der Ausstellung lautet “Picasso, un génie sans piédestal”, was in etwa mit „Picasso, ein Genie ohne Sockel“ übersetzt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt der Schau sind volkstümliche Traditionen, die auf den Künstler gleichfalls großen Einfluss hatten. Er ließ sich von den Bräuchen und der Kunst seines Volkes inspirieren. Besonders von Erlebnissen aus seiner Kindheit, die er in Katalonien verbrachte, zehrte der Maler sein ganzes Leben lang.

Geboren wurde Picasso 1881 in Málaga. Im Alter von sieben Jahren siedelte die gesamte Familie nach Barcelona um. Schnell wurde die neue Stadt seine Heimat. Hier wagte der junge Pablo auch seine ersten Malversuche. Unter Anleitung seines Vaters begann er im Jahre 1889 das Ölgemälde „Picador“. Es zeigt einen Stierkämpfer in der Arena und wurde 1890 vollendet. Das Bild gilt als das erste bekannte Ölgemälde Picassos. Im Laufe seines Lebens sollte noch eine Vielzahl weiterer, auf der ganzen Welt bekannter Kunstwerke entstehen.

Stierkampfszenen widmete sich Picasso des Öfteren. Die aktuelle Ausstellung beinhaltet beispielsweise zwei Bilder mit dem Namen “Der Matador”, die aus einer privaten Sammlung stammen. Der traditionelle Corrida, wie der Stierkampf in der Landessprache heißt, war eine der mannigfaltigen Inspirationsquellen des Künstlers. Schaut man sich die Gemälde auf Leinwand genauer an, scheint Picasso aber eine etwas andere Sicht auf die Dinge zu haben. Er stellte nur selten eine Siegesszene des Toreros, also den Tod des Stieres, dar. Das Bild „Der Stierkampf” etwa bildet den Torero als Verlierer ab. Damit ist es mit einer eher ungewöhnlichen Aussagekraft behaftet.

Neben der Malerei war Picasso Bildhauer und Grafiker. Deshalb sind im Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers nicht nur Bilder auf Leinwand ausgestellt, sondern weiterhin Skulpturen, Grafiken und Keramiken. Zusammengetragen wurden die Exponate aus Museen und Privatsammlungen. Vom Pariser Picasso-Museum stammen fast 70 Ausstellungsstücke. Aus privater Hand kommen dagegen die „Männerbüste (II)“ und das „Spanische Paar“. Wesentlicher Bestandteil dieser Gemälde sind zwei traditionelle spanische Kopfbedeckungen: die Mantilla, ein Schleiertuch für Frauen, sowie die Barretina, eine rote Wollmütze, die ausschließlich den Männern vorbehalten ist. Jene Accessoires sind in vielen Werken des Künstlers wiederzufinden.

Bis zum 29. August hat die Ausstellung noch geöffnet. Für 9,50 Euro können die Museumsbesucher in die spanische Lebensweise des ausklingenden 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts aus Sicht eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit eintauchen. Die Gärten und die Aussichtsterrasse des Museums sind frei zugänglich.

Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers wurde 2013 im Alten Hafen von Marseille eröffnet. Anlass war die Ernennung der Stadt zur Kulturhauptstadt Europas.

Bildquelle: © Bildpixel / Pixelio.de

US-amerikanische Polizei schummelte mit einem Sticker von Google

632432_web_R_K_by_Dieter Schütz_pixelio.de (2)Es ist zum Haare raufen! Wie ist es nur möglich, dass selbst von der Polizei genutzte Zivilfahrzeuge immer als Polizeiautos auffallen? Im US-amerikanischen Philadelphia hatte einige Polizisten nun eine scheinbar gute Idee, um ihr Fahrzeug perfekt zu tarnen: Sie klebten einfach einen Sticker an die hintere Scheibe, der das Auto als Street-View-Wagen von Google ausweisen sollte. Dumm nur, dass jene Fahrzeuge etwas anders aussehen. Zwar hatte das Polizeifahrzeug auch außen angebrachte Kameras, der Unterschied war dennoch kaum zu übersehen.

Es dauerte demzufolge auch nicht lange, bis ein Passant darauf aufmerksam wurde, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Darüber konnte auch der Sticker mit dem Google-Logo nicht hinwegtäuschen. Den Vorübergehenden machte bereits der Anblick des Wagens stutzig. Ein Blick auf die Zulassung im anderen Fenster brachte ihn noch mehr ins Grübeln. Darauf war die Stadt Philadelphia als Zulassungsinhaber ausgewiesen. Das passte schon gar nicht zu Google. Umgehend erschien ein Bild des bewussten Fahrzeugs auf Twitter. Somit war die Tarnung aufgeflogen.

Nachfragen bei den Behörden ergaben, dass der Wagen weder zur Pennsylvania State Police gehörte, noch einer anderen derartigen Institution zugeordnet werden konnte. Google distanzierte sich gleichfalls davon, dass das Auto zu seiner Street-View-Flotte zählt. Schließlich wurde die städtische Polizei als Besitzer des Fahrzeugs ausgemacht. Diese erklärte, dass der Sticker von der Fahrzeugbesatzung eigenmächtig und ohne Wissen der Vorgesetzten an der Seitenscheibe aufgeklebt wurde. Selbstverständlich wurde der Aufkleber sofort entfernt. Welche Strafe die betreffenden Ordnungshüter erwartet, wurde nicht bekannt.

Es handelte sich übrigens um ein Überwachungsfahrzeug, welches die Kennzeichen vorbeifahrender Autos zu Analysezwecken scannt. Die Technik erfasst mehrere tausend Nummernschilder in einer Minute. Die gesammelten Daten dürfen in den USA ein Jahr lang gespeichert werden. Die Kameras halten neben dem Kennzeichen weiterhin das Datum, die GPS-Koordinaten sowie die Zeit fest. Außerdem wird ein Bild des Fahrzeugs und dessen Umgebung aufgenommen. Die Nutzung der gesammelten Daten ist dementsprechend auf vielfältige Weise möglich.

Dass auch ein rechtmäßig angebrachter Sticker von Google kein Freifahrtschein ist, die Erfahrung mussten in der Vergangenheit schon mehrere Menschen machen. So beging etwa im Jahre 2013 der Fahrer eines offiziellen Google-Street-View-Fahrzeugs mit demselben in Indonesien nach einem Unfall Fahrerflucht und lieferte sich eine wilde Verfolgungsjagd mit der dortigen Polizei. Dabei beschädigte er weitere Autos. Auslöser war ein minimal beschädigter Minivan, dessen Reparatur umgerechnet etwa 13 Euro gekostet hätte. Der auf der Flucht entstandene Schaden dürfte um einiges höher gewesen sein.

Das Projekt „Street View“ stößt weltweit auf geteilte Meinungen. Einerseits ist von Datenklau und totaler Überwachung die Rede, andererseits hat es einige Erfolge zu feiern, für die es eigentlich gar nicht ins Leben gerufen wurde. In Großbritannien konnte die Polizei 2010 einen Autodieb dank Googles Street View dingfest machen. Just als dieser einen Wohnwagen stahl, fuhr ein Google-Street-View-Fahrzeug vorbei und machte ein Foto von ihm. Aufgeklärt werden konnte der Diebstahl allerdings erst ein Jahr später, als der Eigentümer des Wohnwagens sein Fahrzeug und den Dieb daneben bei Street View am Tatort entdeckte. Dank des gut erkennbaren Bildes des Mannes konnte die Fahndung nach dem Täter nun endlich schnell abgeschlossen werden. Ein Jahr zuvor verliefen die Nachforschungen erfolglos.

Bildquelle: © Dieter Schütz / Pixelio.de

Ein israelisches Museum zeigt Poster vom Erzfeind Iran

friedenDass nicht jeder die Meinung seiner Regierung vertritt, demonstriert momentan die israelische Kulturszene. Im Museum für islamische Kunst in Jerusalem wurde unlängst eine Ausstellung eröffnet, deren Exponate nicht bei jedem auf Begeisterung stoßen dürften. Im Mittelpunkt stehen Poster. An sich nichts verwerfliches, allerdings handelt es sich dabei um Plakate, die aus dem Iran stammen und somit aus der Hand des Erzfeindes. Beide Länder stehen sich seit jeher überaus feindlich gegenüber. Zu unterschiedlich und von Missverständen geprägt sind die vertretenen Ansichten, als dass es bisher zu einer Annäherung der beiden Länder kommen konnte.

Genau das soll mit der Ausstellung erreicht werden, zumindest auf kultureller Ebene. Gerne würde es der in Israel lebende Iran-Experte Meir Javedanfar aber auch sehen, dass man sich auf anderen Gebieten näherkommt. Deshalb setzt er in die Präsentation große Hoffnungen. Jene trägt übrigens den denkwürdigen Titel „Zeichen aus dem Iran“.

Die iranische Regierung ist überzeugter Gegner des jüdischen Staats und streitet vehement ab, dass es den Holocaust je gegeben hat. Javedanfar kann und möchte sich dieser Meinung nicht anschließen. Er sieht in den Postern ein geeignetes Mittel, dem antisemitischen und antiisraelischen Auftreten des Irans entgegenzutreten.

Nahezu zeitgleich mit der Ausstellung in Jerusalem wurde eine ebensolche in Teheran mit einem eindeutigen Tenor gegen Israel eröffnet. Aus 50 Ländern wurden 150 Karikaturen zusammengetragen, die ausschließlich die Verunglimpfung des israelischen Staates zum Ziel haben.

Im Museum für islamische Kunst lässt man sich davon nicht beeindrucken. Die eigene Ausstellung setzt sich durchaus kritisch mit der Politik des Irans auseinander, das wird aber oft erst auf den zweiten Blick offenbart. So hat sich ein junger Perser mit dem beständig schwelenden Konflikt auf seine ganz eigene Weise auseinandergesetzt.

Das von ihm entworfene Poster befasst sich eigentlich mit einem weltweit existierenden Problem: HIV beziehungsweise Aids. Es zeigt eine Banane, die ein männliches Glied darstellen soll. Sie wird umhüllt von einem Kondom, welches aus Reißzwecken besteht. Die Banane prangt unübersehbar im Vordergrund, den Hintergrund bilden arabische Schriftzeichen und ein verschnörkeltes Blumenmuster. Wer hier genauer hinschaut, fühlt sich angesichts der kleinen Rechtecke an Gräber erinnert. Ein Hinweis auf die vielen Opfer, die der Konflikt der beiden Länder bereits gefordert hat.

Ein anderes Plakat befasst sich auf Umwegen mit dem jahrelangen Bestreben nach Frieden. Ein fauliger Granatapfel ist das Symbol für die Gesellschaft Persiens. Er teilt sich das Poster mit einer Krähe, die eigentlich eine Friedenstaube sein soll. Da diese bisher ihre Mission nicht erfüllen konnte, hat der Künstler dem seiner Meinung nach besser zur Situation passenden Vogel den Vorzug gegeben.

Die Organisation der Ausstellung wurde übrigens weitab von Israel im tschechischen Brünn von der Mährischen Galerie vorgenommen. Das auch aus dem Grund, um die Künstler zu schützen. Die Idee stammte vom in Tel Aviv lebenden Posterkünstler Lemel, der zugleich Kurator ist. 60 Poster aus vier Jahrzehnten konnte er zusammengetragen. Nach Israel gelangten nur Ausstellungsstücke, die schon verkauft oder verschenkt und demzufolge nicht mehr im Besitz der jeweiligen Urheber waren. Ein weiterer Schritt, um die Künstler keiner unnötigen Gefahr auszusetzen.

Das Museum hat Sonntag, Montag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 15 Uhr, am Dienstag von 10 bis 18 Uhr sowie am Freitag, Samstag, an Feiertagen und Feiertagsvorabenden von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Wer nicht bis nach Israel reisen möchte, kann dem Pendant in Berlin einen Besuch abstatten.

Bildquelle: © Denise / Pixelio.de

Mit QR-Code an Sportgeräten gegen Langeweile und Vandalismus

610019_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de (2)Wer Langeweile hat, kommt auf dumme Gedanken. Das war auch eine Erfahrung, die in Langen, einer Stadt im Landkreis Offenbach nahe Frankfurt am Main, gemacht wurde. Des Öfteren kam es zu Vandalismus und nicht selten waren Jugendliche die Täter. Ihnen mangelte es ganz offensichtlich an Beschäftigungsmöglichkeiten. Doch wie Abhilfe schaffen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, setzten sich Vertreter der Zielgruppe und Verantwortliche der Stadt gemeinsam an einem Tisch.

Die Jugendlichen wünschten sich Sportgeräte und mit finanzieller Unterstützung des Offenbacher Caritasverbandes sowie der Dr.-Bodo-Sponholz-Stiftung wurde der Wunsch erfüllt. Seit einiger Zeit können die „jungen Wilden“ beim Calisthenics ihre Kräfte messen. Für das Ausüben dieser Trendsportart braucht es nicht viel. Das eigene Körpergewicht ist das wichtigste Trainingsutensil und ein paar fest montierte Stangen, an denen die entsprechenden Übungen ausgeführt werden können. Das Geld für eben jene spendeten die vorgenannten Institutionen, angebracht wurden die Stangen vom städtischen Fachdienst für Migration und Jugend auf dem Spielplatz in der Langener Elbestraße.

Die Tatsache, dass sich die Jugendlichen selbst die Schaffung von idealen Trainingsvoraussetzungen gewünscht haben und dies nun realisiert wurde, soll jene zu mehr Verantwortungsbewusstsein bewegen. Man erhoffe sich davon, dass die Verschmutzung oder gar Zerstörung der Geräte verhindert werde, erklärte Andreas Rehwald vom örtlichen Jugendzentrum.

Wie beim auch als Street Workout bekannten Calisthenics richtig trainiert wird, können Interessierte übrigens über einen an den Stangen angebrachten QR-Code in Erfahrung bringen. Ein Smartphone gehört in der Gegenwart sozusagen zur Standardausstattung eines jeden Teenagers. Damit werden die Codes gescannt. Nach dem Auslesen derselben erscheinen auf dem Display bebilderte Trainingsanleitungen, Tipps und kleine Videos, die Übungen zum Nachmachen zeigen. Damit ist ebenfalls Anfängern jederzeit ein einfacher Trainingseinstieg möglich.

Schwer sind die Calisthenicsübungen ohnehin nicht unbedingt, obwohl es bei den Profis natürlich schon sehr beeindruckend aussieht, wenn sie beispielsweise die „Human Flag“ – Übung machen. Vieles dürfte den Kids aus dem Schulsport geläufig sein. Push ups und Sit ups etwa oder Crunches. Die Stangen in der Elbestraße können zum Beispiel für Klimmzüge, Pull ups und Chill ups genannt, verwendet werden. Schwieriger wird die Übung, wird statt beider Arme nur noch ein Arm zum Hochziehen genommen.

In Deutschland ist Calisthenics bislang nicht allzu populär. Das kann sich nun aber, zumindest in Langen und Umgebung, schnell ändern. Es sind weder die Anschaffung einer teuren Ausrüstung, noch Investitionen in einen Trainer notwendig. Im Grunde genommen kann der Sport überall ausgeübt werden. Deshalb auch der Name Street Workout. Gebräuchliche Geräte neben (parallel angebrachten) Stangen sind Leitern oder ähnliche Objekte, die horizontal oder vertikal aufgestellt für eine Vielzahl von Übungen genutzt werden können.

In den USA, wo die Sportart ihren Ursprung hat, gibt es direkte Workout – Parks. Sie bieten den Sportlern verschiedene Arten von Barren, Klimmzugstangen und ganze Hangelstrecken. Werden die Übungen korrekt ausgeführt, ist allein durch den gezielten Einsatz des eigenen Körpergewichts ein Training aller Muskelgruppen möglich. Ein überaus effektives Krafttraining ohne großen Aufwand! Raus aus der Schule, rauf auf den Spielplatz könnte also demnächst das Motto bei der Langener Jugend heißen. Da sollten keine Langeweile und dumme Gedanken mehr aufkommen.

Bildquelle: © Juergen Jotzo / Pixelio.de

QR Codes, frische Küche, Panoramafenster: das bieten Jugendherbergen heute

681261_web_R_K_B_by_SuBea_pixelio.de (2)Jugendherbergen haben es in der Gegenwart nicht leicht. Ihnen haftet der Ruf als Anlaufstelle für Schulklassen und Jugendgruppen an. Einen erholsamen Urlaub kann sich wohl kaum jemand inmitten einer Horde von vergnügungssüchtigen jungen Menschen vorstellen. Doch die Jugendherbergen wollen auch für andere Zielgruppen interessant werden. Dafür ziehen sie nicht nur mit günstigen Preisen in den Kampf.

Die Stuttgarter Jugendherbergen konnten sich gerade wieder über einen enormen Zuspruch freuen. Anlass war das Frühlingsfest, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Die 155 Betten in der Jugendherberge am Neckarpark waren fast vollständig belegt. Bei den 309 Betten in der Haußmannstraße sah es ähnlich aus. Beide Häuser stehen unter der Leitung von Gerrit de Vries und seiner Frau Marlies. Der gebürtige Holländer hat ehrgeizige Ziele, um das Übernachten in seinen Jugendherbergen attraktiver zu machen. Schon jetzt fallen ihm ein paar gute Gründe ein, warum eine Jugendherberge die ideale Unterkunft ist. So etwa, dass seine Herbergen 365 Tage im Jahr geöffnet haben und daher immer für Übernachtungen zur Verfügung stehen.

Das Berufsbild des Herbergsleiters hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt, erzählt de Vries. Mit insgesamt 464 Betten und einem Mitarbeiterstab von 60 Leuten ist ein durchdachtes Management das A und O. Die Aufgaben der Herbergseltern ähneln daher stark dem Aufgabengebiet eines Hotelmanagers. In der Küche schwingt der Hausherr höchstpersönlich den Kochlöffel. De Vries ist gelernter Koch und das können seine Gäste jeden Tag spüren. Er kredenzt täglich frisch zubereitete Köstlichkeiten. Jede Zutat wird vom ihm selbst eingekauft und anschließend verarbeitet. De Vries möchte den Besuchern seiner Häuser was Besonderes bieten. Mit seinen Gaumenfreuden aus der nationalen und internationalen Küche hat er damit schon einmal einen Schritt in die richtige Richtung getan.

Die Stuttgarter Jugendherbergen sind längst nicht mehr nur einfache Übernachtungsmöglichkeiten. Sie können durchaus mit einem Hotel mithalten, wenngleich sie natürlich nicht einem Sternehaus Paroli bieten können. Trotzdem erfreuen sie sich mittlerweile bei allen Generationen großer Beliebtheit. Familien mit Kindern zählen ebenso zu den Gästen wie Geschäftsreisende und eben junge Menschen, die preiswert übernachten und sich amüsieren wollen. Dennoch geht es friedlich und ruhig zu.

Das Haus in der Haußmannstraße punktet mit seiner Ausstattung und seiner Aussicht. Jedes der Zimmer verfügt über eine eigene Nass-Zelle. Gemeinschaftsduschen gehören seit dem Umbau im Jahr 2003 der Vergangenheit an. Ein anderes Highlight sind die Panoramafenster, die bis zum Zimmerboden reichen und einen tollen Ausblick über die Stadt gewähren. Das kennt man sonst nur von teuren Hotels in weltberühmten Metropolen.

Seit 2000 hat das Ehepaar de Vries seine Zelte in Stuttgart aufgeschlagen. Für das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) arbeiten sie seit 1981. Vor den Stuttgarter Jugendherbergen leiteten sie die Jugendherberge in Hallwangen im Schwarzwald. Die Erfahrung ist ihnen anzumerken. Im letzten Jahr konnten sie mehr als 100.000 Übernachtungen in ihren beiden Stuttgarter Häusern zählen. Ein respektables Ergebnis für eine beziehungsweise zwei Jugendherbergen.

Wichtig ist den Herbergseltern, dass sie jedem etwas bieten können. Verschiedene Sportangebote zum Beispiel oder die Berücksichtigung von speziellen Wünschen beim Essen. Um den ständig zunehmenden Allergien und Unverträglichkeiten Rechnungen zu tragen, wurden am Buffet QR Codes angebracht. Sie geben bekannt, was in den einzelnen Gerichten enthalten ist. Natürlich verfügen die Herbergen auch über einen Internetzugang für ihre Gäste.

Bildquelle: © SuBea / Pixelio.de