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Mit QR-Codes Nominierung für den Kunstpreis der Rosenheim-Stiftung erhalten

492996_web_R_K_by_Thorben Wengert_pixelio.de (2)Die Erkratherin Katy Schnee sieht in der schnelllebigen Informationsgesellschaft der Gegenwart nicht nur Gutes. Das zeigt sie mit vielen ihrer Kunstobjekte oft deutlich. Eines dieser, ein weiblicher Torso, der über und über mit QR-Codes bedeckt ist, brachte ihr jetzt eine Nominierung für den von der Rosenheim-Stiftung ausgeschriebenen Kunstpreis ein.

Eigentlich rechnete sich die Künstlerin keine großen Chancen aus, dennoch bewarb sie sich mit ihrer Plastik aus Styropor, der sie den Namen „scan me, please“ gab. Ganz erfolglos war Schnee in den vergangenen Jahren auf internationaler Ebene nicht. So konnte sie beispielsweise im vergangenen Jahr bei einer Ausschreibung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe den ersten Preis mit nach Hause nehmen. In diesem Jahr war sie bereits bei der Europa-Union Leverkusen erfolgreich und wurde zur Europa-Künstlerin gekürt. Das gab den Ausschlag, erneut sein Glück bei einem internationalen Wettbewerb zu versuchen.

Schnell erwies sich diese Entscheidung als richtig, den Schnee erhielt die Nachricht, dass sie zu den 33 nominierten Künstlerinnen und Künstlern aus insgesamt 291 Bewerbern gehört. Der Kunstpreis der Rosenheim-Stiftung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preis von 5.000 Euro dotiert. Die Erkrather Künstlerin tritt in der Wettbewerbskategorie „Babylon, Wahn und Wirklichkeit“ an. Ihr Beitrag ist ein Frauentorso, der in eine schwarz-weiße Weste gehüllt ist und die scheinbar ein Hahnentrittmuster aufweist. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich jenes allerdings als ein dichtes Netz von QR-Codes. Die zur Weste kombinierten Accessoires wie Handtasche, Kette und Gürtel sind in edlem Gold gehalten. Dazu gesellt sich eine ebenfalls vergoldete Computer-Maus, die am Gürtel baumelt. Sie verfügt über einen direkten USB-Anschluss an den kopflosen Körper und stellt somit die Verbindung zur vernetzten Welt her.

Vor allem Smartphone- und Internetnutzer dürfte die Skulptur ansprechen, denn sie werden der Aufforderung „scan me, please“ nur allzu gerne nachkommen. Die Künstlerin möchte damit das Internet als globales Kommunikationsmedium thematisieren. Sie ist der Überzeugung, dass die heutige Flut an Informationen zur Folge hat, dass nichts mehr genau gelesen wird. Die Informationsvielfalt des Internets ist für Schnee ein moderner babylonischer Turm und genau das ist die Frage, die sie den Betrachtern ihrer Kunst stellen möchte. Klicks und Likes nehmen einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Vielleicht einen zu hohen? Zum Nachdenken über diese Frage soll die Skulptur anregen.

An QR-Codes hat sich Katy Schnee nicht das erste Mal ausprobiert. Auch die Teilnahme am Kunstwettbewerb der Europa-Union Leverkusen basierte auf der Verwendung der auffälligen schwarz-weißen Muster. Hier war es eine codierte Fischskulptur, die Aufmerksamkeit erregte. Gemeinsam mit dem Künstler Volker Rapp bemalte Schnee anlässlich einer Ausstellung im Leichlinger Sinneswald Bäume sogar mit farbigen Codes.

Vor rund drei Jahren taten sich Rapp und Schnee erstmals zusammen, um QR-Codes zu Kunstobjekten werden zu lassen. Damals nutzten sie die Codes von der Website der Stadt Erkrath. Die Künstler schufen daraus ein 49 Quadratmeter großes Kunstwerk, welches beim Sommerfest in der Bahnstraße zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und später beim Kunstfest „LokArt“ ausgestellt wurde. Weitere gemeinschaftliche Projekte sind in Planung. Das aktuelle Projekt der Künstlerin – die mit QR-Codes verzierte weibliche Figur ohne Kopf – ist übrigens vom 5. bis 30. Juni in den Niederlanden zu sehen.

Bildquelle: © Thorben Wengert / Pixelio.de

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