Aufkleber und T-Shirt Blog

Laptopkunst: Wie mit einem Aufkleber ein trister Laptop zum Hingucker wird

69096_web_R_K_by_erysipel_pixelio.de (2)Angefangen hat alles mit dem Wunsch, dem Einheitslook des Laptops eine Note von Individualität zu verleihen. Zu diesem Zwecke rief ein Reporter von Spiegel Online die Leser auf, ihm Bilder von ihren individuell gestalteten Geräten zu schicken. Daraufhin gingen per Mail und über den Twitter-Hashtag #Laptopkunst Unmengen an Fotos ein. Vom im Handel erhältlichen Laptop-Sticker bis hin zur selbstbemalten Oberfläche war alles dabei.

Am Ende der Aktion war nicht nur die passende Verzierung gefunden, sondern es wurden ebenfalls wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Laptopbesitzer und deren Kreativität gewonnen. Zuerst lernte der Initiator dieser Aktion, dass die Gestaltungsmöglichkeiten scheinbar unendlich sind. Außerdem bemerkte er, dass die Laptopverzierer in verschiedene Gruppen eingeteilt werden können.

So gibt es beispielsweise die Abkleber. Sie wollen einzig und allein einen Aufkleber auf ihrem Laptop, um das Logo zu überkleben. Andere wiederum rücken genau jenes in den Fokus. Ein Nutzer etwa hat das Logo des Herstellers in einen aufgeklebten Diarahmen eingefasst. Eine weitere Gruppe setzt auf großflächige Aufkleber, die häufig die gesamte Vorderseite des Laptops bedecken. In dieses Segment gehören fertig im Handel erhältliche Sticker ebenso wie selbstdesignte.

Zu den Ausnahmen gehörte ein bemalter Laptop. Hier hatte der User tatsächlich selbst Hand angelegt und die Oberfläche seines Geräts zur Leinwand umfunktioniert. Es ist ein echtes Kunstwerk entstanden, doch die Zahl der Nachahmer dürfte gering sein. Kreativer und individueller geht es wohl kaum. Der betreffende Nutzer kann sich sicher sein, dass sein Laptop zumindest gestaltungstechnisch ein Unikat ist. Eine größere Gruppe stellen hingegen wieder die Aufkleber-Messies dar. Sie kleben alles, was sie an Stickern in die Finger bekommen, irgendwie auf ihren Laptop. Heraus kommen einzigartige Collagen, die es ebenfalls kein zweites Mal gibt.

Das Herstellerlogo spielt bei vielen Nutzern eine große Rolle. Allerdings wollen es die einen hervorheben, die anderen überdecken und die dritte Variante rückt zwar das Logo in den Mittelpunkt, allerdings in der Art, dass der Hersteller verleugnet wird. Eine Dame ließ sich von der Kunst inspirieren. Sie orientierte sich bei der Gestaltung ihres Laptop-Stickers an einem Kunstwerk von René Magritte mit dem Titel “La trahison des images”, was mit „Der Verrat der Bilder“ übersetzt werden kann. Abgebildet ist eine Pfeife, unter der der Schriftzug “Ceci n’est pas une pipe.”, zu Deutsch “Dies ist keine Pfeife”, prangt. Die findige Besitzerin eines Apple-Laptops wandte jenen zu ihren Gunsten ab und klebte unter das Herstellerlogo den Satz “Ceci n’est pas une apple”, was sich unschwer mit “Dies ist kein Apple” übersetzen lässt.

Schlussendlich fiel die Wahl des Reporters auf einen einfachen, jedoch recht wirkungsvollen Aufkleber. Der Autor sieht die Oberfläche eines Laptops mit dem darauf platziertem Logo als das, was sie eigentlich ist: eine Werbefläche. Wie sonst ist es zu erklären, dass das Logo ausgerechnet dort gut sichtbar, aber dennoch weitgehend außerhalb des Sichtfeldes des Nutzers angebracht wird? Schließlich hat er sich bereits für diese Marke entschieden. Er muss also nicht auf die Vorzüge des Geräts aufmerksam gemacht werden. Wenn er es allerdings benutzt, kann er ja anderen ruhig zeigen, auf welche Technik er vertraut. Mit dem Logo auf der Oberfläche tut er dies ständig. Eine bessere Werbung kann sich ein Hersteller also nicht wünschen.

Also ziert nun ein Sticker mit dem Spruch “Your Ad here“ den Laptop des Reporters. Das lässt Platz für Mutmaßungen, welcher Marke der Laptop angehört. Die Aussage des Aufklebers: “Hier könnte Ihre Werbung stehen”. Das ist richtig und werbewirksam zugleich, denn die natürliche Neugier des Menschen wird angeregt.

Bildquelle: © erysipel / Pixelio.de

Kanadische Designer entwarfen ein Poster mit Emojis

653367_web_R_K_B_by_Markus Vogelbacher_pixelio.de (2)Alle Emojis auf nur einem Poster vereint. Das bedeutet eine Menge Arbeit, denn schließlich gibt es mittlerweile unzählige davon. Seit Ende der 1990er-Jahre erleichtern uns die Symbole die Kommunikation. Was man sonst in einen komplizierten Satz packen muss, kann man mit einem Emoji in nur einem einzigen Symbol ausdrücken. Man kann zeigen, wie man sich fühlt, ob man eine Sache gut oder schlecht findet und vieles mehr.

Im Jahre 2014 veröffentlichte ein chinesischer Künstler ein Buch, das eine Geschichte nur mit Hilfe von Emojis erzählte. Das „Book from the Ground“ berichtet über einen normalen Tag im Leben eines Angestellten. Im letzten Jahre schaffte es das Tränen lachende Emoji, zum Wort des Jahres gewählt zu werden. Als Grund für die Wahl gab Oxford Dictionary an, dass mit dem Symbol Sprachbarrieren überwunden werden und dieses sich allgemein in Großbritannien überaus großer Beliebtheit erfreue.

Nun gibt es zur Abwechslung mal ein Poster. Alle Emojis haben es aber nicht auf dieses geschafft, es sind nur die wichtigsten vertreten. Aber auch jene sind ausreichend, um das ungefähr 61 x 91 cm große Plakat zu füllen. Bezogen werden kann es bislang ausschließlich über die Seite der Designer. Wer sich damit seine Wand schmücken möchte, zahlt etwa 17 Euro zuzüglich der Versandkosten nach Deutschland.

Derzeit ist jedoch noch nicht geklärt, ob die Kanadier überhaupt berechtigt waren, die Symbole für ihr Plakat zu verwenden. Die Rechtslage bei den Emojis ist sehr undurchsichtig. Gemäß dem Unicode-Standard darf jeder die Symbole nutzen. Die jeweiligen Verwender setzen sie nach ihren Vorstellungen um. Das erklärt auch, warum die Icons überall ein bisschen anders aussehen. Die veränderten Versionen unterliegen jedoch dem Urheberrecht. Ihr Gebrauch bedarf der Erlaubnis des Urhebers, also demjenigen, der die betreffende Variante geschaffen hat.

Die Emojis auf dem Poster stammen von Apple. Das kann auch am unteren Rand desselben nachgelesen werden. Ob jedoch eine offizielle Zustimmung vom Konzern erteilt wurde, ist bislang nicht bekannt. Somit ist nicht sicher, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt oder nicht. Gerade in den letzten Jahren haben sich die Abmahnungen und Gerichtsverfahren auf diesem Gebiet enorm vervielfacht. Wurde eine Creative-Commons-Lizenz erteilt, besteht keine Gefahr.

Ob als Poster oder in der digitalen Welt auf dem Smartphone, Desktop oder wo auch immer, Emojis ermöglichen die weltweite Verständigung ohne Worte. Wie viele es von ihnen gibt, kann nicht gesagt werden. Aufgenommen wurden sie im Oktober 2010 in den internationalen Standard Unicode 6.0 und legten damit den Grundstein für eine einheitliche Kodierung, die auf dem gesamten Globus einsetzbar ist. Unicode 6.3 enthält über 720 Emojis. Mit der Einführung von Unicode 7.0 kamen noch einmal rund 250 hinzu.

Angesichts der Beliebtheit gab es natürlich ebenfalls bereits die eine oder andere Umfrage zum Thema. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich das Unternehmen SwiftKey mit der Nutzung der Icons. Das heutige Microsoft-Tochterunternehmen hat eine gleichnamige Eingabemethode für Touchscreen-Geräte entwickelt, was eine enge Verbindung zu den Emojis nahelegt. Bei der Studie wurde herausgefunden, dass mit einem Anteil von 45 Prozent die fröhlichen Symbole am häufigsten verwendet werden. Daran schließen sich traurige Emojis an. Romantische Symbole, Herzen und Handgesten sind gleichfalls beliebt. Das Maus-Emoji ist übrigens der Liebling der Deutschen. Sie benutzen dieses Icon überdurchschnittlich oft.

Bildquelle: © Markus Vogelbacher / Pixelio.de

Acryl auf Leinwand bei der Leipziger Jahresausstellung „immer & ewig“

729592_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de (2)Die diesjährige Leipziger Jahresausstellung im „Westwerk“ steht unter dem Motto „immer & ewig“. Seit 23 Jahren erfreut sich die Kunstausstellung großer Beliebtheit. Ein Highlight 2016 ist Julius Hofmanns „Dreimal tausend Jahre“, ein 290 x 190 cm großes Acrylkunstwerk auf Leinwand.

Bei der Jahresausstellung präsentieren sich ausschließlich Angehörige der Leipziger Kunstszene beziehungsweise Künstler, die eine enge Verbindung zur Stadt haben. Verantwortlich zeichnet der Verein Leipziger Jahressausstellung e. V., kurz LIA genannt.
Die Kuratoren der aktuellen Ausstellung Thomas Möcker und Sebastian Gögel sind Vereinsmitglieder und Künstler zugleich. Sie haben die diesjährige Ausstellung entwickelt und konzipiert. Jene bringt Werke aus verschiedenen Genres zusammen. Die Künstler kommen aus allen Altersgruppen. Sie bringen ihre eigenen und ganz unterschiedlichen Stile in die Ausstellung ein.

Die Vorbereitungen begannen bereits im September 2015. Es wurde ein Vielzahl von Künstlerinnen und Künstlern kontaktiert. Am Ende fiel die Entscheidung auf 27, die sich und ihre Werke auf der Ausstellung präsentieren dürfen. Im Fokus stehen die Vielfalt der Kunst und natürlich die Verbundenheit mit Leipzig. So wird es zahlreiche Exponate von älteren Künstlern zu sehen geben. Dazu gesellen sich Werke junger und manchmal sogar noch neuer, nahezu unbekannter Künstler.

Die Ausstellung ist schon lange zu einer festen Institution im Terminkalender der Stadt geworden. Bislang ist es allerdings nie gelungen, so viele Künstler mit unterschiedlichen Stilen zusammenzubringen. Unter den Künstlern und Künstlerinnen finden sich neben dem eingangs bereits erwähnten Julius Hofmann Namen wie Laura Bieleau, Johannes Eckhardt, Sighard Gille, Christian Herzig, Jule Hoffmann, Corinne von Lebusa, Marian Luft, Holger Mandel, Gudrun Petersdorff, Annette Schröter, Kristina Schuldt oder Sopie von Stillfried.

Die Schirmherrschaft für die Ausstellung wurde wiederum von Burkhard Jung, dem Leipziger Oberbürgermeister, übernommen. Gestiftet wird der Preis der Leipziger Jahresausstellung von der Elke und Thomas Loest Stiftung, der Doris–Günther–Stiftung sowie der Sparkasse Leipzig. Zu den Förderern zählen unter anderem die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig. Die feierliche Eröffnung der „immer & ewig“ ist für den 2. Juni vorgesehen. Vom 3. bis 26. Juni ist die Ausstellung dann für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im letzten Jahr war Thomas Taube der glückliche Gewinner des ausgeschriebenen Preises. Er war mit seiner Videoinstallation „DARK MATTERS“ an den Start gegangen. Gewidmet war der Preis dem deutsch-jüdischen Bankier Hans Kroch, der am 3. März 1887 in Leipzig geboren wurde. Kroch war Gründer der Privatbank Kroch jr. KG a. A. sowie Mitgründer der Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG, wo er ebenfalls im Aufsichtsrat saß. Nach der von den Nationalsozialisten initiierten Progromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde er ins KZ Buchenwald verschleppt und kam später ins KZ Sachsenhausen. Nur der Verzicht auf sein Gesellschaftsvermögen an der Bank rettete ihm und seinen Kindern das Leben. Kroch flüchtete mit seinen Kindern aus Deutschland. Seine Frau Ella blieb zur Vertuschung der Flucht zurück und wurde später bei ihrer eigenen Flucht verhaftet. Sie wurde 1942 im KZ Ravensbrück ermordet. Kroch starb am 7. Februar 1970 in Jerusalem.

Das „Westwerk“ befindet sich in der Karl–Heine–Straße 93 in Leipzig. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag jeweils von 15 bis 20 Uhr, an den Wochenenden und Feiertagen jeweils von 13 bis 18 Uhr. Montags bleibt die Ausstellung geschlossen.

Bildquelle: © Juergen Jotzo / Pixelio.de

Neues Poster zur Bestsellerverfilmung mit Tom Hanks veröffentlicht

662014_web_R_K_B_by_Lisa Spreckelmeyer_pixelio.de (2)Tom Hanks und Bestsellerautor Dan Brown starten in die nächste Runde. Nach „The Da Vinci Code – Sakrileg“ im Jahre 2006 und „Illuminati“ im Jahre 2009 steht uns nun im Oktober 2016 ein „Inferno“ bevor. Allein die Tatsache, dass Tom Hanks in der Hauptrolle zu sehen sein wird, dürfte Filmliebhaber in die Kinos locken. Immerhin hat er bereits in den ersten zwei Romanverfilmungen bewiesen, dass er genau der Richtige für die filmische Umsetzung der Bücher von Brown ist. Nicht ganz unbeteiligt am Erfolg war auch Regisseur Ron Howard, der nun zum dritten Male auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Brown, Howard und Hanks sind drei Namen, die man sich in Bezug auf Thriller also unbedingt merken sollte.

Neu ist die Handlung in „Inferno“ nicht zwangsläufig. Das heißt aber nicht, dass es weniger spannend zugeht. Brown ist sich treugeblieben und hält die Spannung wie gewohnt bis zum Ende hoch. Ob es der Film ebenso schafft, kann ab 13. Oktober in den Kinos überprüft werden. Hanks, der in die Rolle des Symbologen Robert Langdon schlüpft, muss sich wieder einmal um die Lösung verzwickter Rätsel kümmern, die ihren Ursprung in dunklen Geheimnissen haben. Allerdings gehört er diesmal selbst zu den Betroffenen.

Langdon wacht in einem Florenzer Krankenhaus aus einem Albtraum auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Sienna Brooks, gespielt von Felicity Jones, macht sich der Professor von der Harvard Universität auf die Suche nach seiner eigenen Vergangenheit. Jene führt ihn durch ganz Europa und irgendwann merkt er, dass es nicht nur um ihn allein geht, sondern um alle Menschen auf der Erde.

Als „Reiseführer“ dient Langdon der erste Teil der im 14. Jahrhundert vom Dichter und Philosophen Dante Alighieri herausgegebenen göttlichen Komödie „Inferno“. Das Buch handelt von einer Reise durch die Hölle. Es gilt als eines der mysteriösesten Bücher der Weltgeschichte. Die darin niedergeschriebenen Symbole und Codes konnten bis dato nicht entschlüsselt werden. Das will nun Langdon mit der Hilfe von Brooks übernehmen.

In die Quere kommt ihnen dabei Bertrand Zobrist (Ben Foster). Der milliardenschwere Genetiker aus der Schweiz hat sich in den Kopf gesetzt, endlich der Überbevölkerung auf der Erde Herr zu werden. Unter Zuhilfenahme von einem Virus will er die Menschheit drastisch und nachhaltig dezimieren. Sein Krankheitserreger verändert die DNA der Menschen. Sollten Zobrists Pläne gelingen, wäre ein Drittel der Weltbevölkerung für immer unfruchtbar. Das muss unter allen Umständen verhindert werden.

„Inferno“ ist das vierte Buch Dan Browns, in dem Robert Langdon die Hauptfigur ist. Es ist einer der erfolgreichsten Romane des US-amerikanischen Autors. Direkt nach der Veröffentlichung setzte es sich an die Spitze der Bestsellerliste in den USA und hielt diese Position sechs Wochen lang. In Deutschland schaffte es „Inferno“ eine Woche nach seiner Veröffentlichung auf Rang 1 der Spiegel-Bestsellerliste.

Der Erfolg des Buches lässt berechtigte Hoffnungen auf eine gelungene Verfilmung aufkommen. In weiteren Rollen sind Omar Sy und Irrfan Khan zu sehen. Auf das aktuelle Poster hat es aber nur Tom Hanks geschafft, der scheinbar vor dem Eingang zur Hölle auf das Unvermeidliche wartet und zu allem bereit ist.

Bildquelle: © Lisa Spreckelmeyer/ Pixelio.de

Aufkleber auf Autonummernschildern sind nicht erlaubt

304391_web_R_K_by_Klaus-Uwe Gerhardt_pixelio.de (2)Es gibt wohl kaum etwas Beliebteres zum Bekleben als Autos. Mit Aufklebern werden Botschaften überbracht. Das Auto ist ideal dafür, denn es kommt immerhin an die verschiedensten Orte. Manchen geht die Liebe zum Bekleben inzwischen soweit, dass sie auch mit dem Gedanken spielen, die Nummernschilder zu verzieren. Zwischen den Buchstaben und Zahlen sind immerhin noch genug freie Flächen, wo zumindest ein kleiner Aufkleber Platz finden könnte.

Doch davor warnt der TÜV Nord. Die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) verbietet nämlich ein Bekleben der Nummernschilder. Selbst ein noch so kleiner Sticker hat auf den Kennzeichen nichts verloren. Im § 10 der FZV steht, dass dort nichts außer die Landeskennung in Form des Großbuchstabens „D“ angebracht werden darf. Alles, was Verwechslungen damit nach sich ziehen oder die Wirkung beeinträchtigen könnte, ist fehl am Platze.

Das Straßenverkehrsgesetz (StVG) sieht in dem Anbringen von Aufklebern sogar einen Kennzeichenmissbrauch, der mit empfindlichen Strafen einhergeht. Nachzulesen ist das im § 22, Absatz 3, in Satz 1 und 3. Hier steht geschrieben:

„Wer in rechtswidriger Absicht

1. ein Kraftfahrzeug oder einen Kraftfahrzeuganhänger, für die ein amtliches Kennzeichen nicht ausgegeben oder zugelassen worden ist, mit einem Zeichen versieht, das geeignet ist, den Anschein amtlicher Kennzeichnung hervorzurufen
2. ein Kraftfahrzeug oder einen Kraftfahrzeuganhänger mit einer anderen als der amtlich für das Fahrzeug ausgegebenen oder zugelassenen Kennzeichnung versieht,
3. das an einem Kraftfahrzeug oder einem Kraftfahrzeuganhänger angebrachte amtliche Kennzeichen verändert, beseitigt, verdeckt oder sonst in seiner Erkennbarkeit beeinträchtigt,

wird, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Zwar geht der TÜV Nord nicht davon aus, dass ein Aufkleber auf dem Nummernschild eine Gefängnisstrafe nach sich zieht, auch ein Fahrverbot oder Punkte in Flensburg sind unwahrscheinlich, aber mit einem Bußgeld ist zu rechnen. Außerdem dürfte es darauf ankommen, ob der auf diese Art Ertappte schon einmal mit der Straßenverkehrsordnung in Konflikt geraten ist. Dann könnte eventuell ein höheres Strafmaß in Betracht kommen. Auf der sicheren Seite ist auf alle Fälle derjenige, der beim Bekleben seines Autos mit Aufklebern die Kennzeichen außen vorlässt.

Bei den Scheiben ist gleichfalls Vorsicht geboten. Das Bekleben der Frontscheibe ist grundsätzlich verboten. An den Seitenscheiben und der Heckscheibe darf die Sicht nicht beeinträchtigt werden. Zudem müssen die Einfassungen der Scheiben freibleiben.

Ob ein Aufkleber auf der Scheibe aufgebracht werden darf, entscheidet hauptsächlich die Größe desselben. Nimmt der Aufkleber mehr als ein Viertel der Scheibenfläche in Anspruch, ist eine Genehmigung vom TÜV erforderlich. Diese sogenannte Bauartgenehmigung ist stets im Fahrzeug mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen. Ist das nicht möglich, wird ein Bußgeld von 10 Euro fällig. Wer mit eingeschränkter Sicht fährt (das trifft nicht nur auf Sichteinschränkungen durch Aufkleber zu), muss gleichfalls 10 Euro löhnen. Ist gar die Verkehrssicherheit beeinträchtigt, werden 90 Euro erhoben und es gibt einen Punkt in Flensburg.

In der Gegenwart werden Scheibenaufkleber beziehungsweise für Scheiben vorgesehene Buchstaben und Zahlen ohne Hintergrund hergestellt. Das heißt, sie sind durchsichtig und der Fahrer kann durch sie hindurchschauen. So wird gewährleistet, dass keine Beeinträchtigung der Sicht erfolgt. Am sichersten ist es, Tönungen oder Aufkleber für Scheiben von einem Fachmann anfertigen zu lassen. Jener wird in der Regel die geltenden rechtlichen Bestimmungen beachten.

Bildquelle: © Klaus-Uwe Gerhardt/ Pixelio.de

In Genf entrolltes Poster kommt ins Guinness Buch der Rekorde

245746_web_R_K_B_by_Judith Lisser-Meister_pixelio.de (2)Ein Weltrekordversuch stand nicht im Vordergrund, als am Pfingstwochenende 150 Aktivisten in Genf ein riesiges Poster entrollten. Sie wollten vielmehr ihre Meinung zu der Diskussion über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens kundtun, die seit einiger Zeit in der Schweiz geführt wird. Ein mehr als 8.000 qm großes Plakat war ihrer Ansicht nach die effektivste Methode dafür.

Egal, wie abgestimmt wird, auf alle Fälle hat sich das genau 8.115,53 qm große Poster einen Platz im Guinness Buch der Rekorde verdient. Wie eine Sprecherin von Guinness World Records bestätigte, wurde der Weltrekord bereits anerkannt. Gefertigt wurde das Plakat aus LKW-Planen. Es ist 72 x 110 m groß und hat 206.000 Euro gekostet. Finanziert wurde das überdimensionale Poster, das nach seiner Zweckerfüllung zu Rucksäcken und Taschen weiterverarbeitet werden soll, durch Crowdfunding-Spenden.

Für die größte Frage der Welt wird eben auch die größte Oberfläche der Welt benötigt. Für die Schweizer ist derzeit die Frage aller Fragen, ob in Zukunft jedem Einwohner des Alpenlandes ein monatliches Grundeinkommen zusteht. Das soll für Erwachsene 2.500 Schweizer Franken – das sind umgerechnet 2.268 Euro – und für Kinder 625 Schweizer Franken (rund 565 Euro) betragen. Gleichzeitig sollen Sozialleistungen wie Renten, Arbeitslosengeld und Sozialhilfe wegfallen. Die Abstimmung findet am 5. Juni statt.

Um sich Gehör zu verschaffen, hatten die Aktivisten den Plaine de Plainpalais in Genf als Präsentationsort für ihr begehbares Poster mit der Aufschrift „What would you do if your income were taken care of?“, zu Deutsch: „Was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?“, gewählt. Wenige Wochen später wollten sie auch die Deutschen mit ins Boot holen und rollten ihr Plakat auf der Straße des 17. Juni in Berlin aus. Der Schriftzug bedeckte mehr als 400 Meter der Straße.

Nun liegt es an den Schweizern selbst, ob es künftig in ihrem Land ein Grundeinkommen geben wird oder nicht. Der Tenor aus der EU ist positiv. Mehr als 60 Prozent der EU-Bürger wurden mit Ja stimmen. Doch die Schweiz ist in der Regel gegen Einflüsse von außen immun. Umfragen haben ergeben, dass eine Mehrheit wohl nicht erzielt werden wird. Etwa ein Viertel ist für das bedingungslose Grundeinkommen, sodass die Initiative durchaus Erfolg haben könnte. Jener wird wahrscheinlicher, da 17 Prozent der Schweizer bei Befragungen angaben, dass sie noch nie etwas davon gehört hätten. Weitere 25 Prozent haben bisher nur wenig davon mitbekommen und sich deshalb mit der Thematik noch gar nicht richtig auseinandergesetzt.

Nach Ansicht der EU-Bürger ist das Grundeinkommen ausreichend, um alle Grundbedürfnisse befriedigen zu können und keine anderen Sozialleistungen in Anspruch nehmen zu müssen. Ein Grund, um mit dem Arbeiten aufzuhören, sieht aber kaum jemand darin. Gerade einmal vier Prozent würden beim Bezug des Grundeinkommens zu Hause bleiben.

Viele (40 Prozent der Umfrageteilnehmer) sehen das bedingungslose Grundeinkommen als eine Befreiung von finanziellen Existenzängsten an. 31 Prozent vermuten darin eine Verbesserung der Chancengleichheit. Wohlgemerkt handelt es sich bei all diese Angaben um Befragungsergebnisse innerhalb der EU. Wie die Schweizer selbst zu diesem Thema stehen, wird sich erst mit der Abstimmung am 5. Juni zeigen. Dann werden auch die Aktivisten erfahren, ob ihr riesiges Poster seinen eigentlichen Zweck erfüllt hat.

Bildquelle: © Judith Lisser-Meister / Pixelio.de

Mit QR-Codes Nominierung für den Kunstpreis der Rosenheim-Stiftung erhalten

492996_web_R_K_by_Thorben Wengert_pixelio.de (2)Die Erkratherin Katy Schnee sieht in der schnelllebigen Informationsgesellschaft der Gegenwart nicht nur Gutes. Das zeigt sie mit vielen ihrer Kunstobjekte oft deutlich. Eines dieser, ein weiblicher Torso, der über und über mit QR-Codes bedeckt ist, brachte ihr jetzt eine Nominierung für den von der Rosenheim-Stiftung ausgeschriebenen Kunstpreis ein.

Eigentlich rechnete sich die Künstlerin keine großen Chancen aus, dennoch bewarb sie sich mit ihrer Plastik aus Styropor, der sie den Namen „scan me, please“ gab. Ganz erfolglos war Schnee in den vergangenen Jahren auf internationaler Ebene nicht. So konnte sie beispielsweise im vergangenen Jahr bei einer Ausschreibung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe den ersten Preis mit nach Hause nehmen. In diesem Jahr war sie bereits bei der Europa-Union Leverkusen erfolgreich und wurde zur Europa-Künstlerin gekürt. Das gab den Ausschlag, erneut sein Glück bei einem internationalen Wettbewerb zu versuchen.

Schnell erwies sich diese Entscheidung als richtig, den Schnee erhielt die Nachricht, dass sie zu den 33 nominierten Künstlerinnen und Künstlern aus insgesamt 291 Bewerbern gehört. Der Kunstpreis der Rosenheim-Stiftung wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit einem Preis von 5.000 Euro dotiert. Die Erkrather Künstlerin tritt in der Wettbewerbskategorie „Babylon, Wahn und Wirklichkeit“ an. Ihr Beitrag ist ein Frauentorso, der in eine schwarz-weiße Weste gehüllt ist und die scheinbar ein Hahnentrittmuster aufweist. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich jenes allerdings als ein dichtes Netz von QR-Codes. Die zur Weste kombinierten Accessoires wie Handtasche, Kette und Gürtel sind in edlem Gold gehalten. Dazu gesellt sich eine ebenfalls vergoldete Computer-Maus, die am Gürtel baumelt. Sie verfügt über einen direkten USB-Anschluss an den kopflosen Körper und stellt somit die Verbindung zur vernetzten Welt her.

Vor allem Smartphone- und Internetnutzer dürfte die Skulptur ansprechen, denn sie werden der Aufforderung „scan me, please“ nur allzu gerne nachkommen. Die Künstlerin möchte damit das Internet als globales Kommunikationsmedium thematisieren. Sie ist der Überzeugung, dass die heutige Flut an Informationen zur Folge hat, dass nichts mehr genau gelesen wird. Die Informationsvielfalt des Internets ist für Schnee ein moderner babylonischer Turm und genau das ist die Frage, die sie den Betrachtern ihrer Kunst stellen möchte. Klicks und Likes nehmen einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Vielleicht einen zu hohen? Zum Nachdenken über diese Frage soll die Skulptur anregen.

An QR-Codes hat sich Katy Schnee nicht das erste Mal ausprobiert. Auch die Teilnahme am Kunstwettbewerb der Europa-Union Leverkusen basierte auf der Verwendung der auffälligen schwarz-weißen Muster. Hier war es eine codierte Fischskulptur, die Aufmerksamkeit erregte. Gemeinsam mit dem Künstler Volker Rapp bemalte Schnee anlässlich einer Ausstellung im Leichlinger Sinneswald Bäume sogar mit farbigen Codes.

Vor rund drei Jahren taten sich Rapp und Schnee erstmals zusammen, um QR-Codes zu Kunstobjekten werden zu lassen. Damals nutzten sie die Codes von der Website der Stadt Erkrath. Die Künstler schufen daraus ein 49 Quadratmeter großes Kunstwerk, welches beim Sommerfest in der Bahnstraße zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und später beim Kunstfest „LokArt“ ausgestellt wurde. Weitere gemeinschaftliche Projekte sind in Planung. Das aktuelle Projekt der Künstlerin – die mit QR-Codes verzierte weibliche Figur ohne Kopf – ist übrigens vom 5. bis 30. Juni in den Niederlanden zu sehen.

Bildquelle: © Thorben Wengert / Pixelio.de

Kunst auf Leinwand bietet nicht nur zur Saisoneröffnung das Pahl-Museum

487282_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de (2)Wäre es nach dem Gemeinderat des Ortes gegangen, wäre das Pahl-Museum in Mainhardt-Gailsbach längst abgerissen. Dem Freundeskreis des Museums ist es zu verdanken, dass das Museumsgebäude im neuen Glanz erstrahlt. Seit dem 1. Mai hat es wieder geöffnet und zeigt bis zum 1. Oktober Kunst auf Leinwand.

Zur Eröffnung gab es ein zünftiges Weißwurstessen im Freien. Davor oder danach hatten die zahlreich erschienenen Besucher die Möglichkeit, sich in den frisch renovierten Ausstellungsräumen umzusehen. Präsentiert werden vornehmlich Werke von in der Region ansässigen Künstlern und Künstlerinnen beziehungsweise solchen, die es werden wollen. So gesellen sich zur Gemälde-Dauerausstellung des namensgebenden Ehepaares Manfred und Aenne Pahl aktuell einige von Schülern der Realschule Mainhardt gestaltete Arbeiten. In einem anderen Raum begegnen sich die Mitglieder der Mainhardter Kunst AG und des Arbeitskreises Kunst der Sozialeinrichtung Erlacher Höhe auf künstlerischer Ebene.

Besonders die Arbeiten der Schüler sind interessant, zeigen sie doch, dass sich auch junge Menschen in der heutigen Zeit intensiv mit der Malerei beschäftigen können. Ein Schuljahr lang wurde sich im Fach Kunst dieser gewidmet. Die Schüler sollten einen Künstler oder eine Künstlerin wählen und sich mit deren Arbeitsweise näher auseinandersetzen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Viele haben sich für das Abmalen der Gemälde entschieden. Manche haben eigene Ideen umgesetzt und diesen lediglich den Stil ihres ausgewählten Künstlers beziehungsweise ihrer ausgewählten Künstlerin zugrunde gelegt.

Dass sich alle ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben, beweisen die ebenfalls öffentlich ausgestellten Arbeitsmappen. Hier haben die Schüler ihre Recherchearbeiten zusammengestellt und ihre eigenen Gedanken zu den Kunstwerken festgehalten. Im Kontext mit den dazugehörigen Bildern ergibt sich eine eigene, erfrischend junge Sicht auf die mitunter recht „angestaubten“ Gemälde und die zum Teil jahrhundertealten Kunststile.

Die Sammlung des Ehepaares Pahl umfasst etwa 300 Ölgemälde sowie ungefähr 3.000 Grafiken. Letztere stehen teilweise zum Verkauf, sodass ebenfalls Kaufinteressenten in den Museumsräumen herzlich willkommen sind. Der 1994 verstorbene Manfred Pahl hatte sich dem Expressiven Realismus verschrieben. Seine Werke und die seiner Ehefrau Aenne vermachte er einst seiner Stiftung. Die Museumsgebäude standen gleichfalls im Eigentum der Pahls. Manfred Pahl hatte sie Mitte der 70er-Jahre nach seinen selbst entworfenen Plänen erbauen lassen. Nach seinem Tode wurde die Gemeinde Mainhardt Eigentümer derselben.

Die Verwaltung der Kunstsammlung liegt in den Händen von Adam Matheis. Er war es auch, der nach der Renovierung vorwiegend Künstlern der Region Räume zum Ausstellen ihrer Werke zur Verfügung stellen wollte beziehungsweise will.

Die Präsentation der Schülerarbeiten wird noch etwa einen Monat zu sehen sein. Ab 12. Juni weichen jene den Werken von Siegmund Piontek. Der heute 95-Jährige ist einer der letzten noch lebenden Schüler Manfred Pahls. Die neue Ausstellung hat das Schaffen von Künstlern aus dem Raum Hall zum Mittelpunkt. Neben Piontek werden Arbeiten von Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg, Johannes Seibt, George Finley, Christa Schmid-Ehrlinger und Werner Jost gezeigt. Zur feierlichen Eröffnung wird weiterhin der ortsansässige Klarinettist Hans Kumpf zugegen sein und für eine passende musikalische Umrahmung sorgen.

Das Pahl-Museum hat Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Zu finden ist es im Mainhardter Ortsteil Gailsbach, Hauptstraße 6.

Bildquelle: © Dieter Schütz / Pixelio.de

Deutsches Historisches Museum hat Aufkleber als Propagandamittel zum Thema

433510_web_R_K_by_Helga Ewert_pixelio.de (2)Es gibt viele Arten, um Menschen in ihrer Meinungsbildung zu beeinflussen: Flugblätter, öffentliche Auftritte, bei denen große Reden geschwungen werden, Zeitungsartikel und dergleichen mehr. An Aufkleber denkt dabei kaum jemand. Sie stehen für Kindsein, Sammelspaß und Humor.

Eine neue Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigt Aufkleber von einer anderen Seite, nämlich als Propagandamittel. Bei einigen Exponaten können durchaus solche Begriffe wie „Volksverhetzung“ und „Rassenhass“ Verwendung finden. In der Gegenwart werden Aufkleber vor allem mit Sammelbildern wie beispielsweise zur im Juni stattfindenden Fußball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht. Selbstklebende Bildchen gab es aber bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts und da erfüllten sie häufig einen völlig anderen Zweck.

Bezeichnend bereits der Titel der Ausstellung: “Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute”. Er lässt keinen Zweifel daran offen, was für Arten von Stickern in den Berliner Museumsräumen zu sehen sind. Hier ging beziehungsweise geht es nicht um die schönen Dinge des Lebens, sondern darum, bestimmte Gruppen von Menschen zu diskriminieren. Ein Thema, was zurzeit aktueller denn je ist.

Vergleiche zwischen damals und heute können gleich am Anfang der Ausstellung angestrebt werden. Da ist beispielsweise ein Aufkleber aus der Kolonialzeit, welches hintereinander hergehende Sklaven zeigt. Der unmittelbar daneben angebrachte Aufkleber wird noch deutlicher. “Refugees not welcome” ist darauf zu lesen. Ein Motiv, das auch in der heutigen Zeit zu sehen sein könnte oder gar zu sehen ist. Zum Nachdenken regen ebenfalls die direkt nebeneinander hängenden „Hetzaufkleber“ der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1933 und die von der NPD in den letzten Jahren in Umlauf gebrachten Sticker an.

Aufkleber sind hervorragend dazu geeignet, um anonym Botschaften zu überbringen. Überall treffen wir auf sie, wer mit ihnen seine Meinung kundtun wollte, bleibt allerdings in der Regel im Dunkeln. Dennoch nehmen wir die Mitteilung darauf wahr. Wir bilden uns ebenfalls eine Meinung dazu, die entweder dafür oder eben dagegen ist.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es von den Initiatoren Bedenken, ob überhaupt Aufkleber mit derartigen Aussagen ausgestellt werden dürfen und dann auch noch in einer solch großen Zahl. Doch es wurde eine Lösung in Form von gegenpoligen Aufklebern gefunden. So gelingt es immer wieder, die „Macht“ der meist recht radikalen Aussagen zu brechen. Wie im Falle des Aufklebers, der sich gegen Flüchtlinge richtet. Unweit von diesem können Sticker betrachtet werden, die Flüchtlinge willkommen heißen und sich eindeutig gegen Fremdenhass aussprechen.

Bis Ende Juli kann die Ausstellung noch besucht werden. Die gezeigten Ausstellungsstücke stammen unter anderem aus der privaten Sammlung von Wolfgang Haney. Er hat hauptsächlich antisemitische Aufkleber der Nazis zusammengetragen, weil seine Familie selbst von der Verfolgung derselben betroffen war. Haney möchte mit seiner Sammlung die Menschen der Gegenwart mahnen und um erhöhte Aufmerksamkeit bei diesem Thema bitten. Ein weiterer Teil der Exponate stammt von einer Frau, die Aufklebern mit rechten Parolen mit einem Spachtel zu Leibe rückt und diese anschließend in Ordnern aufbewahrt. Sie stellte dem Museum einige ihrer prallgefüllten Aktenordner zur Verfügung.

Museumsdirektor Alexander Koch freut sich sehr darüber, dass die Ausstellung an Aktualität kaum zu übertreffen sein dürfte. Und Friederike Tappe-Hornbostel von der Bundeskulturstiftung ist sich sicher, dass jeder Besucher zukünftig Aufkleber in der Öffentlichkeit mit anderen Augen sehen und die Botschaft dahinter aufmerksamer betrachten wird.

Bildquelle: © Helga Ewert / Pixelio.de

Picasso-Kunstwerke auf Leinwand in Marseille zu sehen

390902_web_R_K_by_Bildpixel_pixelio.de (2)Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers hört sich nicht unbedingt nach Kunst an. Vielmehr scheint es sich um ein Museum zu handeln, das sich mit der Geschichte der Menschheit in Europa und speziell mit den Menschen im Mittelmeerraum befasst. Ganz falsch ist das nicht. Immerhin ist die Kunst eng mit der Menschheitsgeschichte verknüpft. Malereien, Skulpturen und ähnliches geben Auskunft über das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten. Da liegt es nahe, dass in den Museumsräumen ebenfalls Kunstausstellungen stattfinden.

Eine solche wurde unlängst eröffnet und beschäftigt sich mit niemand Geringerem als Pablo Picasso. Etwa 270 Werke von ihm sind zu sehen. Der Titel der Ausstellung lautet “Picasso, un génie sans piédestal”, was in etwa mit „Picasso, ein Genie ohne Sockel“ übersetzt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt der Schau sind volkstümliche Traditionen, die auf den Künstler gleichfalls großen Einfluss hatten. Er ließ sich von den Bräuchen und der Kunst seines Volkes inspirieren. Besonders von Erlebnissen aus seiner Kindheit, die er in Katalonien verbrachte, zehrte der Maler sein ganzes Leben lang.

Geboren wurde Picasso 1881 in Málaga. Im Alter von sieben Jahren siedelte die gesamte Familie nach Barcelona um. Schnell wurde die neue Stadt seine Heimat. Hier wagte der junge Pablo auch seine ersten Malversuche. Unter Anleitung seines Vaters begann er im Jahre 1889 das Ölgemälde „Picador“. Es zeigt einen Stierkämpfer in der Arena und wurde 1890 vollendet. Das Bild gilt als das erste bekannte Ölgemälde Picassos. Im Laufe seines Lebens sollte noch eine Vielzahl weiterer, auf der ganzen Welt bekannter Kunstwerke entstehen.

Stierkampfszenen widmete sich Picasso des Öfteren. Die aktuelle Ausstellung beinhaltet beispielsweise zwei Bilder mit dem Namen “Der Matador”, die aus einer privaten Sammlung stammen. Der traditionelle Corrida, wie der Stierkampf in der Landessprache heißt, war eine der mannigfaltigen Inspirationsquellen des Künstlers. Schaut man sich die Gemälde auf Leinwand genauer an, scheint Picasso aber eine etwas andere Sicht auf die Dinge zu haben. Er stellte nur selten eine Siegesszene des Toreros, also den Tod des Stieres, dar. Das Bild „Der Stierkampf” etwa bildet den Torero als Verlierer ab. Damit ist es mit einer eher ungewöhnlichen Aussagekraft behaftet.

Neben der Malerei war Picasso Bildhauer und Grafiker. Deshalb sind im Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers nicht nur Bilder auf Leinwand ausgestellt, sondern weiterhin Skulpturen, Grafiken und Keramiken. Zusammengetragen wurden die Exponate aus Museen und Privatsammlungen. Vom Pariser Picasso-Museum stammen fast 70 Ausstellungsstücke. Aus privater Hand kommen dagegen die „Männerbüste (II)“ und das „Spanische Paar“. Wesentlicher Bestandteil dieser Gemälde sind zwei traditionelle spanische Kopfbedeckungen: die Mantilla, ein Schleiertuch für Frauen, sowie die Barretina, eine rote Wollmütze, die ausschließlich den Männern vorbehalten ist. Jene Accessoires sind in vielen Werken des Künstlers wiederzufinden.

Bis zum 29. August hat die Ausstellung noch geöffnet. Für 9,50 Euro können die Museumsbesucher in die spanische Lebensweise des ausklingenden 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts aus Sicht eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit eintauchen. Die Gärten und die Aussichtsterrasse des Museums sind frei zugänglich.

Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers wurde 2013 im Alten Hafen von Marseille eröffnet. Anlass war die Ernennung der Stadt zur Kulturhauptstadt Europas.

Bildquelle: © Bildpixel / Pixelio.de