Aufkleber und T-Shirt Blog

Entries Tagged as 'Ausstellung'

Kunst auf Leinwand bietet nicht nur zur Saisoneröffnung das Pahl-Museum

487282_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de (2)Wäre es nach dem Gemeinderat des Ortes gegangen, wäre das Pahl-Museum in Mainhardt-Gailsbach längst abgerissen. Dem Freundeskreis des Museums ist es zu verdanken, dass das Museumsgebäude im neuen Glanz erstrahlt. Seit dem 1. Mai hat es wieder geöffnet und zeigt bis zum 1. Oktober Kunst auf Leinwand.

Zur Eröffnung gab es ein zünftiges Weißwurstessen im Freien. Davor oder danach hatten die zahlreich erschienenen Besucher die Möglichkeit, sich in den frisch renovierten Ausstellungsräumen umzusehen. Präsentiert werden vornehmlich Werke von in der Region ansässigen Künstlern und Künstlerinnen beziehungsweise solchen, die es werden wollen. So gesellen sich zur Gemälde-Dauerausstellung des namensgebenden Ehepaares Manfred und Aenne Pahl aktuell einige von Schülern der Realschule Mainhardt gestaltete Arbeiten. In einem anderen Raum begegnen sich die Mitglieder der Mainhardter Kunst AG und des Arbeitskreises Kunst der Sozialeinrichtung Erlacher Höhe auf künstlerischer Ebene.

Besonders die Arbeiten der Schüler sind interessant, zeigen sie doch, dass sich auch junge Menschen in der heutigen Zeit intensiv mit der Malerei beschäftigen können. Ein Schuljahr lang wurde sich im Fach Kunst dieser gewidmet. Die Schüler sollten einen Künstler oder eine Künstlerin wählen und sich mit deren Arbeitsweise näher auseinandersetzen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Viele haben sich für das Abmalen der Gemälde entschieden. Manche haben eigene Ideen umgesetzt und diesen lediglich den Stil ihres ausgewählten Künstlers beziehungsweise ihrer ausgewählten Künstlerin zugrunde gelegt.

Dass sich alle ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben, beweisen die ebenfalls öffentlich ausgestellten Arbeitsmappen. Hier haben die Schüler ihre Recherchearbeiten zusammengestellt und ihre eigenen Gedanken zu den Kunstwerken festgehalten. Im Kontext mit den dazugehörigen Bildern ergibt sich eine eigene, erfrischend junge Sicht auf die mitunter recht „angestaubten“ Gemälde und die zum Teil jahrhundertealten Kunststile.

Die Sammlung des Ehepaares Pahl umfasst etwa 300 Ölgemälde sowie ungefähr 3.000 Grafiken. Letztere stehen teilweise zum Verkauf, sodass ebenfalls Kaufinteressenten in den Museumsräumen herzlich willkommen sind. Der 1994 verstorbene Manfred Pahl hatte sich dem Expressiven Realismus verschrieben. Seine Werke und die seiner Ehefrau Aenne vermachte er einst seiner Stiftung. Die Museumsgebäude standen gleichfalls im Eigentum der Pahls. Manfred Pahl hatte sie Mitte der 70er-Jahre nach seinen selbst entworfenen Plänen erbauen lassen. Nach seinem Tode wurde die Gemeinde Mainhardt Eigentümer derselben.

Die Verwaltung der Kunstsammlung liegt in den Händen von Adam Matheis. Er war es auch, der nach der Renovierung vorwiegend Künstlern der Region Räume zum Ausstellen ihrer Werke zur Verfügung stellen wollte beziehungsweise will.

Die Präsentation der Schülerarbeiten wird noch etwa einen Monat zu sehen sein. Ab 12. Juni weichen jene den Werken von Siegmund Piontek. Der heute 95-Jährige ist einer der letzten noch lebenden Schüler Manfred Pahls. Die neue Ausstellung hat das Schaffen von Künstlern aus dem Raum Hall zum Mittelpunkt. Neben Piontek werden Arbeiten von Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg, Johannes Seibt, George Finley, Christa Schmid-Ehrlinger und Werner Jost gezeigt. Zur feierlichen Eröffnung wird weiterhin der ortsansässige Klarinettist Hans Kumpf zugegen sein und für eine passende musikalische Umrahmung sorgen.

Das Pahl-Museum hat Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Zu finden ist es im Mainhardter Ortsteil Gailsbach, Hauptstraße 6.

Bildquelle: © Dieter Schütz / Pixelio.de

Deutsches Historisches Museum hat Aufkleber als Propagandamittel zum Thema

433510_web_R_K_by_Helga Ewert_pixelio.de (2)Es gibt viele Arten, um Menschen in ihrer Meinungsbildung zu beeinflussen: Flugblätter, öffentliche Auftritte, bei denen große Reden geschwungen werden, Zeitungsartikel und dergleichen mehr. An Aufkleber denkt dabei kaum jemand. Sie stehen für Kindsein, Sammelspaß und Humor.

Eine neue Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigt Aufkleber von einer anderen Seite, nämlich als Propagandamittel. Bei einigen Exponaten können durchaus solche Begriffe wie „Volksverhetzung“ und „Rassenhass“ Verwendung finden. In der Gegenwart werden Aufkleber vor allem mit Sammelbildern wie beispielsweise zur im Juni stattfindenden Fußball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht. Selbstklebende Bildchen gab es aber bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts und da erfüllten sie häufig einen völlig anderen Zweck.

Bezeichnend bereits der Titel der Ausstellung: “Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute”. Er lässt keinen Zweifel daran offen, was für Arten von Stickern in den Berliner Museumsräumen zu sehen sind. Hier ging beziehungsweise geht es nicht um die schönen Dinge des Lebens, sondern darum, bestimmte Gruppen von Menschen zu diskriminieren. Ein Thema, was zurzeit aktueller denn je ist.

Vergleiche zwischen damals und heute können gleich am Anfang der Ausstellung angestrebt werden. Da ist beispielsweise ein Aufkleber aus der Kolonialzeit, welches hintereinander hergehende Sklaven zeigt. Der unmittelbar daneben angebrachte Aufkleber wird noch deutlicher. “Refugees not welcome” ist darauf zu lesen. Ein Motiv, das auch in der heutigen Zeit zu sehen sein könnte oder gar zu sehen ist. Zum Nachdenken regen ebenfalls die direkt nebeneinander hängenden „Hetzaufkleber“ der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1933 und die von der NPD in den letzten Jahren in Umlauf gebrachten Sticker an.

Aufkleber sind hervorragend dazu geeignet, um anonym Botschaften zu überbringen. Überall treffen wir auf sie, wer mit ihnen seine Meinung kundtun wollte, bleibt allerdings in der Regel im Dunkeln. Dennoch nehmen wir die Mitteilung darauf wahr. Wir bilden uns ebenfalls eine Meinung dazu, die entweder dafür oder eben dagegen ist.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es von den Initiatoren Bedenken, ob überhaupt Aufkleber mit derartigen Aussagen ausgestellt werden dürfen und dann auch noch in einer solch großen Zahl. Doch es wurde eine Lösung in Form von gegenpoligen Aufklebern gefunden. So gelingt es immer wieder, die „Macht“ der meist recht radikalen Aussagen zu brechen. Wie im Falle des Aufklebers, der sich gegen Flüchtlinge richtet. Unweit von diesem können Sticker betrachtet werden, die Flüchtlinge willkommen heißen und sich eindeutig gegen Fremdenhass aussprechen.

Bis Ende Juli kann die Ausstellung noch besucht werden. Die gezeigten Ausstellungsstücke stammen unter anderem aus der privaten Sammlung von Wolfgang Haney. Er hat hauptsächlich antisemitische Aufkleber der Nazis zusammengetragen, weil seine Familie selbst von der Verfolgung derselben betroffen war. Haney möchte mit seiner Sammlung die Menschen der Gegenwart mahnen und um erhöhte Aufmerksamkeit bei diesem Thema bitten. Ein weiterer Teil der Exponate stammt von einer Frau, die Aufklebern mit rechten Parolen mit einem Spachtel zu Leibe rückt und diese anschließend in Ordnern aufbewahrt. Sie stellte dem Museum einige ihrer prallgefüllten Aktenordner zur Verfügung.

Museumsdirektor Alexander Koch freut sich sehr darüber, dass die Ausstellung an Aktualität kaum zu übertreffen sein dürfte. Und Friederike Tappe-Hornbostel von der Bundeskulturstiftung ist sich sicher, dass jeder Besucher zukünftig Aufkleber in der Öffentlichkeit mit anderen Augen sehen und die Botschaft dahinter aufmerksamer betrachten wird.

Bildquelle: © Helga Ewert / Pixelio.de

Düsseldorfer Nacht der Museen zeigte nicht nur Kunst auf Leinwand

8287_web_R_K_B_by_Dietmar Meinert_pixelio.de (2)Wie facettenreich Kunst sein kann, bekamen rund 20.000 Interessenten in der Nacht vom 9. zum 10. April in Düsseldorf zu sehen. Mehr als 50 Kunstinstitutionen der Stadt hatten bis zwei Uhr morgens ihre Türen geöffnet, um den zahlreichen Gästen die unterschiedlichsten Ausprägungen von Kunst zu nahezubringen. Werke von großen Meistern waren ebenso darunter wie Exponate von hoffnungsvollen Nachwuchskünstlern. Außerdem gab es ein buntes Rahmenprogram mit Musik, Tanz und Lesungen. Eine große Zahl der Künstler war darüber hinaus anwesend und stand für ein persönliches Gespräch bereit.

Ob Laie oder Profi: Jeder, der sich in irgendeiner Weise mit Kunst verbunden fühlt, kam in der Museumsnacht auf seine Kosten. Es war bereits das 16. Mal, dass diese stattfand. Der rege Zuspruch gab den Organisatoren Recht, dass Kunst zeitlos und stets präsent ist. Wie sie interpretiert wird, ist Ansichtssache und der Fantasie eines jeden selbst überlassen. Dementsprechend konnten neben Gemälden auf Leinwand beispielsweise auch futuristisch anmutende Installationen aus Metall und ausdrucksstarke Fotografien betrachtet werden.

Über 40 Museen, Galerien und andere Orte, an denen Kunst eine wichtige Rolle spielt, standen für einen Besuch in den späten Abend- und Nachtstunden offen. Dabei war nicht nur ein Gang durch die Ausstellungsräume, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen möglich. Zu den beteiligten Örtlichkeiten zählten etwa das Stadtmuseum, das NRW-Forum und die Kunsthalle. Eher ungewöhnlich muteten dagegen Kirchen, der Hafen und U-Bahnhöfe als Standorte für eine Kunstausstellung an. Dennoch nahmen sie an der „Nacht der Museen“ teil und konnten sich über einen nicht abreißenden Besucherstrom freuen. Damit jener ungehindert fließen konnte, wurde ein Shuttle-Bus eingesetzt, dessen Nutzung im Eintrittspreis von 14 Euro inklusive war.

Eins der Highlights war die erst seit Kurzem in der Kunstsammlung NRW gezeigte Gemäldeausstellung vom ehemaligen Henkel-Konzernchef Konrad Henkel. Seine Witwe Gabriele Henkel stellte einige Werke aus der umfangreichen Sammlung ihres verstorbenen Mannes dafür zur Verfügung. Bislang konnten diese nur in der Konzernzentrale bewundert werden. Dort schmückten sie die Flure, Treppenhäuser und Büros. Jetzt werden sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Henkel war vor allem ein Liebhaber der abstrakten Kunst, wie die von Imi Knoebel, Günther Uecker und Gerhard Richter gefertigten Gemälde auf Leinwand beweisen.

Was wäre Düsseldorf ohne Karneval? Jacques Tilly, der für seine bissig-satirischen Rosenmontagswagen zum Thema Politik deutschlandweit bekannt ist, beteiligte sich gleichfalls aktiv an der „Nacht der Museen“. Er nahm die Besucher mit in sein Allerheiligstes: In seinem Atelier konnten diese der Entstehung eines solchen Karnevalswagens von der Idee dazu über die Auswahl der geeigneten Materialien bis hin zur Fertigstellung beiwohnen.

Wer zwischendurch eine Pause benötigte und „den Kopf ein bisschen frei bekommen wollte“, konnte im Plenarsaal des Landtages einem spanischen Gitarristen lauschen oder in der Basilika St. Lambertus mit einem 15-köpfigen Kammerchor auf eine Reise durch sieben Jahrhunderte Musik gehen. Stand einem der Sinn dagegen nach einem Tänzchen, war das Benrather Schloss ein empfehlenswertes Ziel. Dort wurde unter der Leitung von Profitänzerin Isabell Edvardson Walzer getanzt.

So bot die Düsseldorfer Museumsnacht für jeden etwas und man kann sich sicher sein, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt war.

Bildquelle: © Dietmar Meinert / Pixelio.de

Eine Bibliothek für Kunst: Die Artothek verleiht Bilder auf Leinwand

487244_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de (2)„Kunst für Jedermann“ ist das Motto in der Artothek, die kürzlich im Seevetaler Ortsteil Meckelfeld eröffnet hat. Die Idee dahinter ist angelehnt an eine Bibliothek: Man kann etwas ausleihen. Allerdings stehen in der Artothek keine Bücher dafür bereit, sondern Kunst auf Leinwand. Wer sich für eins der Bilder interessiert, kann dieses mitnehmen und bei sich Zuhause oder an einem anderen Ort aufhängen.

Aufgebaut ist das Ganze wie eine Ausstellung. Sie steht unter der Leitung von Gabriele Maidorn, die gleichzeitig die Leiterin der Zentralbücherei Meckelfeld ist. Ein Jahr lang werden 55 Werke von drei aus der Region kommenden Künstlern gezeigt. Die Geesthachterin Jutta Gehrke-Freund machte 1999 die Malerei nach 40 Jahren im Büro zu ihrem Lebensinhalt. Sie nahm an mehreren Seminaren teil und erhält ihre Inspiration aus den Werken der Meister des Kubismus und Impressionismus.

Yvonne Lautenschläger ist 1964 in Bielefeld geboren, wuchs im Rheinland auf und zog schließlich nach Hamburg, wo sie seit 1998 lebt. Sie bezeichnet ihre Arbeiten als subversiv, die auf den ersten Blick äußerst dekorativ erscheinen, auf den zweiten Blick aber auch eine Botschaft vermitteln. Der einzige Herr in der Runde ist der in Seevetal lebende Rentner Peter H. Nissen. Der ehemalige Gymnasiallehrer, der unter anderem von 1978 bis 1994 am Gymnasium in Meckelfeld unterrichtete, hat 2011 die Liebe zur Acrylmalerei entdeckt.

Die zwei Künstlerinnen und der Künstler stell(t)en der Artothek Werke zur Verfügung, die eine enorme Bandbreite an Kunststilen abdeckt. Die Motive auf den Leinwänden reichen von Blumen über maritime Ansichten bis hin zu Landschaften, die der Fantasie entsprungen sind. Schon die Vernissage am 3. April ließ einige Hoffnung für eine erfolgreiche Zukunft aufkommen. Erschienen waren etwa 50 Gäste, die nicht nur die Kunstwerke auf Leinwand bewunderten, sondern auch Gespräche führen und Musik lauschen konnten. In der wohligen Atmosphäre konnte dann auch ein Bild verkauft werden, für sieben weitere haben sich bereits interessierte Entleiher registrieren lassen.

Bis Ende März 2017 können die Ausstellung besucht und Bilder geliehen werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatpersonen, auch Firmen sind herzlich willkommen. Der Ausleihzeitraum beträgt jeweils drei Monate. Dafür wird eine geringe Gebühr fällig, die sich an dem Wert des Bildes bemisst und gestaffelt berechnet wird. Die Leihgebühren betragen demnach 5, 10 oder 15 Euro. Weiterhin wird ein Jahresabonnement angeboten, das die Ausleihe von vier Bildern beinhaltet. Außerdem ist der Kauf von Bildern möglich. Eine eventuell entrichtete Leihgebühr wird dabei auf den Kaufpreis angerechnet.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind analog zu denen der Zentralbücherei Meckelfeld und zwar am Montag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr, am Dienstag von 15 bis 19 Uhr, am Mittwoch von 15 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 19 Uhr und am Freitag von 10 bis 18 Uhr. In den Schulferien können jene abweichen. Die Ausstellungsräume sind in den Räumen der Meckelfelder Bücherei unter der Adresse Am Schulteich 1 zu finden. Parkplätze sind direkt vor der Bücherei vorhanden. Darüber hinaus ist die Artothek gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Der Zugang zur Bibliothek ist barrierefrei.

Bildquelle: © Rosel Eckstein / Pixelio.de

Manierismus auf Leinwand noch bis Juni im Frankfurter Städel zu sehen

Der Manierismus war eine Kunstrichtung, die sich innerhalb der Spätrenaissance in Italien herausbildete. Es war eine Zeit des Aufruhrs, der Krankheiten und der Gewalt. Der „Schwarze Tod“ raffte 36.000 Menschen dahin, Florenz befand sich in der Belagerung, in Rom wurde geplündert. Und dennoch gab es Menschen, die sich der Kunst widmeten. Sie fertigten Gemälde und Skulpturen. Einige von ihnen sind nun im Städel-Museum in Frankfurt am Main zu sehen.

Von den Widrigkeiten dieser Ära ist in der Kunst nicht unbedingt etwas zu bemerken. Im Gegenteil: Der Manierismus gilt als übertrieben gekünstelt. Typisch sind Heiligenbilder und Porträts von Herrschern. Insgesamt 130 Kunstwerke zeigen Museumsdirektor Max Hollein und seine Mitarbeiter in der Ausstellung mit dem Titel “Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici” dem interessierten Publikum noch bis zum 5. Juni. 120 davon stammen direkt aus Florenz. Das Städel ist das erste Museum, welches außerhalb Italiens eine derartig umfangreiche Präsentation zum Thema Manierismus in Europa auf die Beine gestellt hat.

Hollein zeigt sich von der Kunstrichtung besonders angetan. Er bezeichnet die Maler als Angehörige einer herausragenden Generation und bescheinigt ihnen einen modernen und kühnen Ideenreichtum, mit dem nach eigenwilligen und bisweilen auch radikalen Lösungen gestrebt wurde. Die Kunst ist für Hollein mit einer außergewöhnlichen Intensität behaftet, von der er sich wünscht, dass sie auch den Betrachter erfasst.

Jenen wird vor allem auffallen, dass mit einigen Tabus gebrochen wurde. Die Entstehungszeit der Gemälde auf Leinwand liegt zwischen 1512 bis 1568. Gott war allgegenwärtig und der Glaube an ihn nahm einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen ein. Da wundert es nicht, dass die sich dem Manierismus zuwendenden Künstler als „die jungen Wilden von Florenz“ bezeichnet wurden. Schließlich ließen sie forsch aus dem Gewand der Gottesmutter eine Brustwarze hervorblitzen und das Jesuskind ähnelte mehr einer Karikatur anstatt wohlgenährt in den Armen seiner Mutter zu liegen. Die Grenzen zur Gotteslästerung dürften mit derartigen Darstellungen zur damaligen Zeit bei Weitem überschritten worden sein. Allerdings scheint dies in den Hintergrund zu rücken. Immerhin fiel in diese Phase eine ganze Reihe von historischen Ereignissen, die einschneidende Veränderungen brachten. Die von Deutschland ausgehende Reformation gestaltete das westliche Christentum komplett um, Spanien wurde zur Weltmacht und in Italien strebten die Medici nach der Herrschaft, während die Republiken der Vergangenheit angehörten.

Bei der Städel-Ausstellung steht nicht ein einzelner Künstler im Mittelpunkt, sondern derer viele. Es geht vordergründig darum, die Beziehungen untereinander näher zu beleuchten. Wer arbeitete zusammen, wer wollte überhaupt nichts miteinander zu tun haben und wer lernte von wem. Den meisten Vertretern des Manierismus blieb der große Durchbruch ohnehin verwehrt. Sie mussten sich bereits zu Lebzeiten gegen weltbekannte Künstler wie Leonardo da Vinci durchsetzen. Die Vertreter des Manierismus sind so etwas wie die stillen Helden der Kunst. Für Kurator Bastian Eclercy waren sie diejenigen, die dem Individualismus in der Kunst die Tür öffneten.

Die Ausstellung umfasst neben Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen weiterhin Baukunst. Die Architektur des Manierismus hat es im Gegensatz zu den anderen Kunststilen zu einem wesentlich höheren Bekanntheitsgrad gebracht. Im ersten Stock des Museums kann der Besucher einen fünf Meter hohen Nachbau bestaunen von einer Bibliotheksfassade bestaunen. Sie entwarf einst Michelangelo für die Medici.

Bildquelle: © S. Hofschlaeger / Pixelio.de

Poster von bekannten Rockbands ab Mitte Februar in Essen zu sehen

533625_web_R_K_by_Dieter Poschmann_pixelio.de (2)In Ausstellungen kann man vieles zeigen: Gemälde, Skulpturen, Dinge aus dem Alltag, Postkarten oder auch Poster. Liebhaber von letzteren kommen ab 13. Februar im „Soul Hellcafé“ im Essener Stadtteil Rüttenscheid auf ihre Kosten. Zugleich ist die „Rock-Poster-Art-Show“ für Fans diverser Rockgruppen ein Geheimtipp.

Initiator ist Olli Rose, seines Zeichens Künstler und Tätowierer. Er ist bereits im ganzen Ruhrgebiet für seine nicht alltäglichen Kunstveranstaltungen bekannt. Die „Rock-Poster-Art-Show“ ist allerdings die erste dieser Art in der Region. Rose hofft oder ist sich sicher, damit an den Erfolg vorangegangener Ausstellungen anknüpfen zu können. Aktuell läuft sogar noch eine von ihm im „Soul Hellcafé“. In der „Tattoo-Art-Labor“ widmet er sich seinem zweiten Standbein, dem Tätowieren. Sie kann noch bis zum 30. Januar besucht werden.

Trotzdem findet Rose ausreichend Zeit, seine nächste Vernissage vorzubereiten. Einige Leckerbissen hat er schon zusammengetragen. In der „1st Rock-Poster-Art-Show im Ruhrgebiet“ stellen Künstler aus ganz Deutschland ihre in oft nur geringer Auflage und besonders hochwertiger Qualität angefertigten Gig-Poster vor. Dabei handelt es sich keinesfalls um einfache Werbeposter, sondern um im Siebdruck hergestellte Kunstposter.

Wie der Name verrät werden Gig-Poster in der Regel nur für ein einziges Konzert, also einen Gig, angefertigt. Sie unterscheiden sich wesentlich von den Tourpostern und das vor allem in der Gestaltung. Die Motive setzen sich aktiv mit der jeweiligen Band und ihren Songtexten auseinander. Sie sind an individueller Ausdrucksstärke und Ausdruckskraft kaum zu übertreffen.

Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, den 13. Februar um 15 Uhr erwarten die Besucher nicht nur seltene Poster, es haben sich auch einige Künstler angekündigt. Darunter beispielsweise Grace Helly aus Hamburg, Michael Hacker aus Wien, Antighost aus Mannheim und der ortsansässige Jan Meininghaus.

Ein weiteres Highlight dürfte ohne Zweifel die Möglichkeit zum Erwerb der Ausstellungsstücke sein. Die Preise dafür beginnen bei 20 Euro. Unter den gezeigten Postern befinden sich limitierte Exemplare von den Beatsteaks, Deichkind, Green Day, Sonics und Radio Birdman. Für Fans und Sammler ist der Besuch der Ausstellung somit ein absolutes Muss. Natürlich ist aber auch jeder andere herzlich willkommen. Eile besteht nicht. Bis zum 2. April 2016 können die Poster in der dazu passenden Atmosphäre besichtigt werden.

Das „Soul Hellcafé“ befindet sich in der Friederikenstraße 49-51 und hat Dienstag bis Donnerstag von 18 bis 0 Uhr sowie Freitag und Samstag von 18 bis 5 Uhr geöffnet. Geboten werden in „Essens Rock Bar No.1“ 30 verschiedene Whiskeys, 15 Sorten Rum, 40 Gins und acht Tonics. Die richtige Grundlage zum Probieren dieser wird mit den frischen Schnitzeln aus der Pfanne von Koch Richie Rau gelegt. Die Schnitzel werden auf Bestellung zurechtgeschnitten und mit selbstgemachten Soßen nach Art des Hauses gereicht.

Seine Ergänzung findet das hervorragende Angebot für das leibliche Wohl in einem ebensolchen Unterhaltungsprogramm, das von Konzerten über Partys bis hin zu Ausstellungen reicht. Bedient wird nicht nur das Rocksegment, die unterschiedlichsten Musikrichtungen haben im „Soul Hellcafé“ ein Zuhause gefunden. Zur Rockparty wurde ebenso schon geladen wie zur Rock´n´Roll-Party, Punkrock ist ebenso zu hören wie Irish Folk gemischt mit einer Brise Rockabilly. Genau der richtige Rahmen also für eine Ausstellung über Gig-Poster von bekannten Rockgrößen.

Bildquelle: © Dieter Poschmann / Pixelio.de

Die schönsten Plätze Weilburgs sind nun auf Leinwand zu sehen

373667_web_R_K_by_Ulrich Velten_pixelio.de (2)Das hessische Weilburg ist ein anerkannter Luftkurort und hat als ehemalige Residenzstadt zahlreiche prunkvolle Bauten zu bieten. Darüber hinaus laden viele weitere schöne Plätze in der Stadt zum Verweilen ein. Genau diese hat der Maler Waldemar Kreis in den vergangenen Jahren auf Leinwand gebannt. Derzeit sind seine Ölgemälde im Löhnberger Mehrgenerationenhaus zu sehen und das noch bis Anfang Januar.

Der Ausstellungsort wurde nicht zufällig gewählt. Im Mehrgenerationenhaus haben alle Generationen die Möglichkeit, Zugang zur Kunst zu finden. So jedenfalls die Meinung von Bürgermeister Frank Schmidt (SPD) anlässlich der Ausstellungseröffnung bezüglich der Standortwahl. Täglich kommen hier alte und junge Menschen zusammen. Besonders Kinder zeigten sich der Kunst gegenüber offen und völlig vorurteilsfrei. Sie ließen sich gern von Bildern verzaubern und zu Fantasiereisen anregen.

Aber auch die Erwachsenen erfreuen sich an den Bildern des ortsansässigen Künstlers. Schließlich zeigen sie Orte, an denen jeder Weilburger schon einmal war: den Schlossgarten, die Oberlahnbrücke und das Landtor zum Beispiel. Alten und neuen Bauwerke hat Kreis seine Aufmerksamkeit geschenkt und sie zu unterschiedlichen Jahreszeiten gemalt. Wer etwa noch nie die vor rund 300 Jahren erbaute Schlosskirche in der Abenddämmerung gesehen hat, kann dieses Erlebnis bei der Betrachtung des entsprechenden Motivs von Kreis nachholen.

Schmidt war einer der ersten, der die Ausstellung besucht hat. Er freue sich schon auf die vielen Kommentare und bescheinigte dem Künstler eine große Professionalität. Der Chef des Rathauses lobte vor allem dessen Detailtreue und den enormen technischen Sachverstand, die die Werke von Kreis auszeichnen. Jener war 32 Jahre lang als Maler tätig und dachte gar nicht daran, in seinem wohlverdienten Ruhestand damit aufzuhören.

Der heute fast 80-Jährige ist Wolgadeutscher und musste sich einst der zwangsweisen Übersiedlung nach Sibirien fügen. Nach dem Abschluss der Schule wurde er Schlosser, arbeitete als Sportleiter in Krasnojarsk und dann als Theatermaler. Später war er mehr als zwei Jahrzehnte als Hauptmaler für ein in Minussinsk ansässiges Textilunternehmen tätig. Als sich ihm 1995 die Chance zur Umsiedlung nach Deutschland bot, nutzte er sie und schlug für zehn Jahre seine Zelte in Weyer auf. Anschließend zog er nach Ahausen, einem Ortsteil von Weilburg. Kreis liebt die Stadt und bringt das mit seinen Bildern deutlich zum Ausdruck. Insgesamt sind 28 davon im Mehrgenerationenhaus zu sehen.

Ein Besuch lohnt sich. Kreis versteht es meisterhaft, Stimmungen einzufangen und auf die Leinwand zu transportieren. Wer sich auf seine Bilder einlässt, wird mitgenommen auf eine Reise durch Weilburg und Löhnberg. Obwohl die Weilburger Motive in der Überzahl sind, hat der Künstler nicht vergessen, ebenfalls einige Sehenswürdigkeiten von Löhnberg in Szene zu setzen. Da wäre beispielsweise die Schleuse oder der Blick von Löhnberg aus über die Lahn hinüber nach Selters.

Weilburg sei nach wie vor ein Thema seiner Kunst, sagte Kreis. So ist es also durchaus möglich, dass er irgendwann noch einmal Bilder der Stadt ausstellt. Aktuell können sich Weilburger und Nicht- Weilburger erst einmal an der laufenden Präsentation erfreuen. Sie ist von Montag bis Freitag von 9.30 bis 15 Uhr und am Donnerstag bis 17 Uhr – analog zu den Öffnungszeiten des Mehrgenerationenhauses – geöffnet. Dieses befindet sich in Löhnberg, Am Berg 3a.

Bildquelle: © Ulrich Velten / Pixelio.de

Ausstellung zur Geschichte der Aufkleber im Emslandmuseum in Lingen

635942_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deDas Motto „Kleb dir einen“ ist ab dem 19. September im Lingener Emslandmuseum Programm. Ab diesem Zeitpunkt ist nämlich eine Ausstellung zu sehen, in deren Mittelpunkt Aufkleber aus den 1970er- und 1980er-Jahren stehen. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung ist für Donnerstag, den 18. September, 19 Uhr geplant. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Wer zu dem Termin nicht kann, hat ab dem kommenden Tag die Gelegenheit zu einem Besuch der Ausstellung.

Die Exponate werden so manchen Besucher an seine Kindheit und Jugend erinnern. Der Sticker mit der Aufschrift „Atomkraft? Nein danke“ dürfte vielen noch in lebhafter Erinnerung sein. Der Eine oder Andere wird auch noch an Sprüche wie „Umweltschutz – mitmachen“ oder „Hallo Nachbar – Frieden ist machbar“ zurückdenken können. Bereits am Eingang wird der Museumsbesucher von einer Wand mit unzähligen Aufklebern empfangen. Hier sind Exemplare aus allen Themenbereichen platziert, während die Sticker, die im weiteren Verlauf der Ausstellung auf Stelltafeln gezeigt werden, jeweils einem Schwerpunkt zugeordnet wurden. Zu Anfang allerdings soll das allgemeine Interesse an Aufklebern geweckt werden. Mehrere private Sammler haben etwa tausende Aufkleber für das Zustandekommen der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Viele von ihnen greifen Ereignisse und Probleme aus den 1970er- und 1980er-Jahren auf. Aber auch die legendären Pril-Blumen sind dabei. Auf den Stelltafeln sind die Aufkleber unter anderem nach Schwerpunkten wie Sport, Politik, Verkehr, Auto und Ortschaften geordnet.

Der Siegeszug der bunten Klebebildchen begann im Jahre 1967, als ein solches erstmalig selbsthaftend auf einer Kunststofffolie herausgebracht wurde. Fortan wurden diese als Werbeträger genutzt. Sie kamen für nahezu alles zum Einsatz, ob man nun eine politische Ansicht äußern oder eine Marke in die Köpfe der Menschen bringen wollte. Mit dem ersten Erscheinen der Aufkleber war die Verbreitung nicht mehr aufzuhalten und noch heute findet man sie an allen möglichen – oder auch unmöglichen – Stellen. Autos, Fahrräder, Buswartehäuschen, Laternenpfähle, Schulhefte, Handys, es gibt nichts, wo ein Sticker keinen Platz hätte. Und genauso kommen ebenfalls die Sammler zu ihren Sammlerstücken: Sie gehen mit offenen Augen durch die Gegend, immer auf der Suche nach einem Exemplar, welches sie noch nicht haben.

Nicht alle Aufkleber bringen eine tiefgründige Botschaft mit. Manche sollen die Menschen auch mal wieder daran erinnern, dass das Leben schön ist. Desweiteren mach(t)en Aufkleber auf Veranstaltungen aufmerksam und greifen Kunst auf. Die Klebebilder sind unglaublich vielseitig und bereiten jedem Menschen Freude. Es gibt kaum ein Thema, das bisher nicht auf einem Aufkleber zu finden war. Trotz dem Vormarsch neuer Medien wie dem Internet, behaupten sich Aufkleber weiterhin, wenngleich sich ihre Rolle geändert hat. In den 1970er- und 1980er-Jahren aber waren sie als „Sprachrohr“ der Gesellschaft unverzichtbar. Die Aufkleberausstellung im Lingener Emslandmuseum bringt auf einzigartige Weise den Zeitgeist dieser Ära zurück.

Die Ausstellung geht vom 19. September bis zum 31. Dezember 2014 und kann täglich (außer montags) von 14.30 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Führungen sind auf Anfragen gleichfalls möglich. Erwachsene zahlen 3,00 Euro Eintritt, Kinder die Hälfte. Das Emslandmuseum befindet sich in der Burgstraße 28 b und ist barrierefrei. Zeitgleich laden weitere interessante Ausstellungen wie „ vom 28. September bis 9. November oder die Dauerausstellung über die Geschichte der Stadt Lingen und des südlichen Emslands zu einem Besuch ein.

Bildquelle: © Rainer Sturm / Pixelio.de

Poster Ausstellung mit Motiven von Andy Warhol in Hamburg zu sehen

487189_web_R_K_by_Gisela Peter_pixelio.deDie Stars der Musik- und Filmszene waren seine liebsten Motive. Porträts von ihnen sind das Markenzeichen von Pop-Art-Künstler Andy Warhol, ebenso die Campell´s Suppendosen. Poster dagegen werden selten mit dem Namen Warhol in Verbindung gebracht. Eine Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zeigt seit dem 21. Mai 2014 etwa 100 Poster des US-amerikanischen Künstlers. Darunter finden sich zahlreiche klassische Motive, wie Porträts von Liz Taylor, Marilyn Monroe und Mao Tse-tung, mit denen Warhol bekannt wurde. Aber auch unbekanntere Werke sind zu sehen, die teilweise in Deutschland entstanden. Die gezeigten Werke sind Geschenke des in Hamburg beheimateten Sammlers Claus von der Osten.

Begrüßt werden die Besucher mit dem Warhol-Motiv schlechthin. Das erste Exponat ist ein Poster im DIN A4-Format mit „Campell´s Soup Cans“. Damit warb Warhol einst selber für eine seiner Ausstellungen in Los Angeles. Es war seine erste und sie war leider nicht von Erfolg gekrönt. Aber damit begann die Beziehung zwischen der Dosensuppe und dem Künstler. Dieser wollte im Jahre 1962 mit seiner ersten Präsentation von 32 Motiven Geld verdienen. Statt der erhofften Einnahmen von 100 US-Dollar pro Plakat hatten seine Nachbarn nur Suppendosen für 99 Cent übrig, die sie ihm vor die Tür stellten. Dass Warhol anschließend viele Jahre lang ausschließlich die Campell´s Tomatensuppen gegessen haben soll, stimmt aber nicht. Dennoch werden sie für immer und ewig mit ihm verbunden sein. Im Jahre 1971 sagte Warhol in einem Interview, er habe das Gefühl gehabt, dass Menschen, die sich ein Gemälde nicht leisten konnten, vielleicht bei einem Plakat zugreifen würden. Später war es dann tatsächlich so, nur schien 1962 die Zeit dafür noch nicht reif gewesen zu sein.

Ein weiteres bekanntes Plakat von Warhol entstand 1967. Es war ein Werbeplakat für das New Yorker Filmfestival. Die Grundlage bildete eine Eintrittskarte, die der Künstler auf Plakatformat vergrößerte. Danach wurden von ihm zwei seiner „Flowers“ eingefügt. Zu guter Letzt überzog er das Motiv mit klaren Leuchtfarben. Durch die originelle Farb- und Motivwahl gilt das Poster als Inbegriff des modernen Plakats, gab Kurator Jürgen Döring anlässlich der Ausstellungseröffnung am 20. Mai in Hamburg an. Grelle Farben und großformatige Grafiken sind charakteristisch für Warhol. Er übermalte Werbung sowie Portraits von Prominenten mit leuchtenden Farben und schuf damit eine ihm eigene Art von Kunst. Ständig war er auf der Suche nach neuen Motiven. So stieß er in einem Magazin für Viehhaltung auf das Motiv für seine Serie „Cow“.

Zahlreiche Besuche und Aufträge bestätigen, dass sich Warhol zu Deutschland hingezogen fühlte. Der Künstler portraitierte Torwart-Legende Toni Schumacher und Ex-Bundeskanzler Willy Brandt. Außerdem gibt es Grafiken vom Kölner Dom, dem Schloss Schwanstein und dem Hamburger Michel. 1979 erhielt Warhol sogar einen Auftrag zum Entwurf von Wahlplakaten für die Grünen. Später wurden sie allerdings von der Bundesversammlung als zu künstlerisch abgelehnt.

Zu den über 100 Postern gesellen sich in der Hamburger Ausstellung Schallplattencover, Zeitschriften-Titel, Künstlerbücher und ein Film. Die Ausstellung geht bis zum 7. September 2014 und trägt den Namen „Posters. Andy Warhol. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

Bildquelle: © Gisela Peter / Pixelio.de

Etiketten auf Weinflaschen sind auch bei Sammlern beliebt

43248_web_R_K_B_by_Michaela Schelk_pixelio.deBeim Weinkauf gehört der Blick auf das Etikett unbedingt dazu. Schließlich verrät es, aus welchem Gebiet der edle Tropen stammt, wie alt er ist und wie es um die Qualität bestellt ist. Wenn Wolfgang Gogolin aus Weißenborn bei Freiberg in Sachsen eine Flasche Wein kauft, schaut er ebenfalls aufs Etikett. Er hat allerdings dabei auch den Hintergedanken, ob dieses nach dem Leeren der Flasche in seine Sammlung passt.

Seit 1990 gehört Gogolin zum Kreis der Weinetikettensammler und nennt mittlerweile rund 10.000 Exemplare sein Eigen. Natürlich ist nicht jedes Etikett ein Sammlerstück und einen offiziellen Marktwert hat ein solches ebenfalls nicht, der wahre Sammler aber erkennt ein besonderes Stück auf einen Blick. Der Weißenborner wählt hauptsächlich nach Motiv aus. Er bevorzugt die Darstellung der einzelnen Schritte der Weinherstellung, vom Anbau auf dem Weinberg bis zur Arbeit in der Kelterei. Auch um die Heimat geht es ihm dabei: Etiketten aus Sachsen erhalten den Vorzug. Von ihnen möchte Gogolin eine umfassende Sammlung zusammenstellen. Die Aufbewahrung der Etiketten erfolgt in Mappen, Foto- oder Karteikästen. Diese hat der Sammler nun geöffnet, um ausgewählte Stücke interessiertem Publikum zu zeigen. Bis zum 15. Mai läuft seine Ausstellung im Berthelsdorfer Bürgerhaus, in deren Mittelpunkt die schönsten Weinetiketten seiner Sammlung stehen. Eingeladen sind Etikettensammler und Schaulustige gleichermaßen.

Die Weinetikettenausstellung wurde selbstverständlich standesgemäß mit einer Weinprobe eröffnet, bei der Gogolin persönlich vor Ort war und Fragen beantwortete. So wurde er ebenfalls nach dem Ursprung seiner Sammelleidenschaft gefragt. Der 56-jährige ist ein leidenschaftlicher Koch und zu einem guten Essen gehört eben ein guter Wein, dabei erregten die Weinetiketten seine Aufmerksamkeit und er wurde zum Sammler. Sein Lieblingswein ist übrigens ein trockener Weißburgunder. Aus dem Jahre 1864 stammt Gogolins ältestes Etikett; Herausgeber war das Weinhaus Scharlachberger. Geld für die Etiketten selbst gibt der Sammler kaum aus. Er kann beispielsweise Menschen nicht verstehen, die Etiketten im Internet ersteigern und dafür viel Geld hinlegen. Lediglich Entwürfe von Künstlern wie etwa Keith Haring, Picasso oder Jean Cocteau lässt er als Ausnahmen gelten.

Pro Jahr finden drei bis vier Treffen des Deutschen Freundeskreises der Weinetiketten-Sammler statt. Der im Sozialdienst tätige Berufsbetreuer bemüht sich immer, an diesen teilnehmen zu können. Er ist der einzige, aus Sachsen kommende Sammler. Mit seiner Ausstellung hofft der sympathische Sachse, weitere Sammler kennenzulernen. Sie ist Dienstag und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 9 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und jeden letzten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Sogar die Urlaubszeit steht ganz im Zeichen des Weins beziehungsweise dessen Etiketten bei den Gogolins. Dann werden regelmäßig mit dem Fahrrad die Weinrouten abgefahren. Finden sie schöne Weine, kommen sie später mit dem Auto wieder, um die während des Fahrradurlaubs gekauften Flaschen abzuholen. Ungefähr 3.600 Weinlagen gibt es in Deutschland. Da dürften noch einige schöne Radreisen auf dem Programm stehen.

Das Etikettieren von Wein ist bereits seit der Antike üblich. Damals gab es zwar keine Weinflaschen, dafür aber Amphoren – bauchige Krüge aus Ton mit einem engen Hals und zwei Henkeln-, an denen Qualitätssiegel angebracht wurden. Die heute gebräuchlichen Etiketten nahmen zusammen mit der Lithografie ihren Anfang.

Bildquelle: © Michaela Schelk / Pixelio.de