Aufkleber und T-Shirt Blog

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Deutsches Historisches Museum hat Aufkleber als Propagandamittel zum Thema

433510_web_R_K_by_Helga Ewert_pixelio.de (2)Es gibt viele Arten, um Menschen in ihrer Meinungsbildung zu beeinflussen: Flugblätter, öffentliche Auftritte, bei denen große Reden geschwungen werden, Zeitungsartikel und dergleichen mehr. An Aufkleber denkt dabei kaum jemand. Sie stehen für Kindsein, Sammelspaß und Humor.

Eine neue Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin zeigt Aufkleber von einer anderen Seite, nämlich als Propagandamittel. Bei einigen Exponaten können durchaus solche Begriffe wie „Volksverhetzung“ und „Rassenhass“ Verwendung finden. In der Gegenwart werden Aufkleber vor allem mit Sammelbildern wie beispielsweise zur im Juni stattfindenden Fußball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht. Selbstklebende Bildchen gab es aber bereits ab Ende des 19. Jahrhunderts und da erfüllten sie häufig einen völlig anderen Zweck.

Bezeichnend bereits der Titel der Ausstellung: “Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute”. Er lässt keinen Zweifel daran offen, was für Arten von Stickern in den Berliner Museumsräumen zu sehen sind. Hier ging beziehungsweise geht es nicht um die schönen Dinge des Lebens, sondern darum, bestimmte Gruppen von Menschen zu diskriminieren. Ein Thema, was zurzeit aktueller denn je ist.

Vergleiche zwischen damals und heute können gleich am Anfang der Ausstellung angestrebt werden. Da ist beispielsweise ein Aufkleber aus der Kolonialzeit, welches hintereinander hergehende Sklaven zeigt. Der unmittelbar daneben angebrachte Aufkleber wird noch deutlicher. “Refugees not welcome” ist darauf zu lesen. Ein Motiv, das auch in der heutigen Zeit zu sehen sein könnte oder gar zu sehen ist. Zum Nachdenken regen ebenfalls die direkt nebeneinander hängenden „Hetzaufkleber“ der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1933 und die von der NPD in den letzten Jahren in Umlauf gebrachten Sticker an.

Aufkleber sind hervorragend dazu geeignet, um anonym Botschaften zu überbringen. Überall treffen wir auf sie, wer mit ihnen seine Meinung kundtun wollte, bleibt allerdings in der Regel im Dunkeln. Dennoch nehmen wir die Mitteilung darauf wahr. Wir bilden uns ebenfalls eine Meinung dazu, die entweder dafür oder eben dagegen ist.

Im Vorfeld der Ausstellung gab es von den Initiatoren Bedenken, ob überhaupt Aufkleber mit derartigen Aussagen ausgestellt werden dürfen und dann auch noch in einer solch großen Zahl. Doch es wurde eine Lösung in Form von gegenpoligen Aufklebern gefunden. So gelingt es immer wieder, die „Macht“ der meist recht radikalen Aussagen zu brechen. Wie im Falle des Aufklebers, der sich gegen Flüchtlinge richtet. Unweit von diesem können Sticker betrachtet werden, die Flüchtlinge willkommen heißen und sich eindeutig gegen Fremdenhass aussprechen.

Bis Ende Juli kann die Ausstellung noch besucht werden. Die gezeigten Ausstellungsstücke stammen unter anderem aus der privaten Sammlung von Wolfgang Haney. Er hat hauptsächlich antisemitische Aufkleber der Nazis zusammengetragen, weil seine Familie selbst von der Verfolgung derselben betroffen war. Haney möchte mit seiner Sammlung die Menschen der Gegenwart mahnen und um erhöhte Aufmerksamkeit bei diesem Thema bitten. Ein weiterer Teil der Exponate stammt von einer Frau, die Aufklebern mit rechten Parolen mit einem Spachtel zu Leibe rückt und diese anschließend in Ordnern aufbewahrt. Sie stellte dem Museum einige ihrer prallgefüllten Aktenordner zur Verfügung.

Museumsdirektor Alexander Koch freut sich sehr darüber, dass die Ausstellung an Aktualität kaum zu übertreffen sein dürfte. Und Friederike Tappe-Hornbostel von der Bundeskulturstiftung ist sich sicher, dass jeder Besucher zukünftig Aufkleber in der Öffentlichkeit mit anderen Augen sehen und die Botschaft dahinter aufmerksamer betrachten wird.

Bildquelle: © Helga Ewert / Pixelio.de

Falschparker in Berlin wehrt sich mit Aufkleber gegen Strafzettel

290983_web_R_K_by_erysipel_pixelio.de (2)Der Krieg zwischen Falschparkern und Ordnungshütern schwelt seit Jahrzehnten. An Schärfe nimmt er immer weiter zu. Längst sind es die Mitarbeiter der Ordnungsämter gewöhnt, beschimpft und mit obszönen Gesten bedacht zu werden. Sogar Prügel müssen sie stellenweise einstecken. Ein gefährlicher Job! Zur Verteidigung haben manche inzwischen stets Pfefferspray dabei. In Berlin hatte sich jetzt ein Autofahrer eine besonders dreiste Art ausgedacht, sein Fahrzeug vor einem Strafzettel zu bewahren. Da konnten die Ordnungshüter kein Auge mehr zudrücken. Vor einigen Tagen kam die Angelegenheit vor dem Amtsgericht Tiergarten zur Verhandlung. Doch nun erst einmal die Geschichte von Anfang an.

Tatort war die Berliner City West, genauer gesagt eine Parkgebührenzone in Charlottenburg-Wilmersdorf. Wie üblich waren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs, um Falschparkern auf die Spur zu kommen. Lange brauchten sie nicht, bis das erste Auto in ihr Visier rückte. Einen Parkschein, der zum Parken auf jenem Platz berechtigte, fanden sie nicht vor. Dafür prangte unübersehbar ein Aufkleber daran mit der nicht gerade höflichen Aufforderung: „F… dich, Zettelpuppe“. Das konnten die Kontrolleure keinesfalls ignorieren.

Nicht nur diese selbst waren darüber erbost, auch Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD), in dessen Zuständigkeit das Ordnungsamt fällt, zeigte sich wenig erfreut. Dies sei kein Kavaliersdelikt. Die Ordnungsamtsmitarbeiter seien häufig Opfer von „verbalen Attacken“. Der Bezirk könne dies nicht tolerieren. So stellte die Behörde Strafanzeige gegen den Autobesitzer. Jene fand ebenfalls bei der Amtsanwaltschaft des Amtsgerichts Tiergarten ihre Zustimmung, sodass es nun zur Verhandlung kam. Das Gericht schloss sich der Meinung von Ordnungsamt und Amtsanwaltschaft an. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro, also insgesamt zur Zahlung von 600 Euro, verurteilt. Das Argument des Autofahrers, es hätte keine Beleidigung einer konkreten Person stattgefunden, fand kein Gehör. Vielmehr musste er sich darüber belehren lassen, dass sein Aufkleber eine „ehrverletzende Äußerung über alle mit der Parkraumüberwachung zuständigen Mitarbeiterinnen des Landes Berlin“ darstelle und daher eine Strafe bedinge.

Derartige Verfahren sind nicht neu. Auf der Webseite eines in der Landeshauptstad ansässigen Anwalts wurde vor einiger Zeit über ein ähnliches Verfahren berichtet, das jedoch offenbar eingestellt wurde. Dieses wurde vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten bearbeitet. Für solche Aufkleber muss man sich nicht einmal selbst einen Kopf machen, sie sind bei diversen Online-Händlern erhältlich. Ob man damit allerdings sein Auto schmücken sollte, ist angesichts der vorgenannten Geschichte fraglich.

Geldstrafen für Beleidigungen von Knöllchenverteilern ereilen übrigens auch Prominente. Diese Erfahrung machte beispielsweise Rapper Bushido Ende des Jahres 2011. Aus einem ursprünglichen Bußgeld in Höhe von 15 Euro wegen Falschparkens wurden satte 19.500 Euro und ein Monat Fahrverbot, weil er die Fassung verlor und dabei die Wörter „Bulle“, „Idiot“ und „Vollidiot“ verwendete. Da nutzte selbst der Promistatus nichts. Oder war es vielleicht einfach nur, weil es sich um einen „Wiederholungstäter“ handelte? Wenn es um Beleidigungen geht, ist Bushido kein unbeschriebenes Blatt. Er musste bereits diverse Geldstrafen zahlen. Im Mai 2009 hatte er bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten als „Affe“ und „Hampelmann“ bezeichnet. Ein Jahr später wurde er dafür zu einer Geldstrafe von 10.500 Euro verurteilt. Also nichts daraus gelernt! Bleibt zu hoffen, dass sich der Berliner Autofahrer in Zukunft eines Besseren besinnt und anstelle von beleidigenden Aufklebern lieber ein wesentlich billigeres Parkticket ins Auto legt.

Bildquelle: © erysipel / Pixelio.de

Eben noch auf einem Poster, jetzt auf dem Roten Teppich in Berlin

690777_web_R_K_B_by_Petra Bork_pixelio.deNoch bis zum 15. Februar befindet sich die Hauptstadt im Ausnahmezustand. Staralarm an allen Ecken und Enden. Wenn die Berlinale ihre Pforten öffnet, lassen sich die Stars nicht lange bitten. Bereits zum 65. Male ist dies nun der Fall. Der Jury steht in diesem Jahr der US-amerikanische Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Darren Aronofsky vor. Er arbeitete unter anderem schon mit Mickey Rourke, Russell Crowe und Hugh Jackman zusammen. Eines seiner bekanntesten Werke ist der Psychothriller „Black Swan“, wofür Aronofsky sogar für einen Oscar nominiert wurde. Aktuell stehen allerdings andere Filme mit hochkarätiger Besetzung im Fokus.

Am vergangenen Sonntag waren sogar gleich zwei Oscar-Preisträger anwesend, um ihren neuen Film vorzustellen. Natalie Portman und Christian Bale spielen die Hauptrollen in „Knight of Cups“. In dem Film geht es um einen Hollywoodschauspieler, der auf der Suche nach seiner Identität ist. Handlungsort ist Los Angeles, das ideale Pflaster für einen gekonnten Spagat zwischen Schauspielerei und dem realen Leben. Regie führte Starregisseur Terrence Malick, der 2011 mit „Tree of life“ von sich reden machte. Sowohl Darsteller als auch Regisseur hoffen natürlich, mit ihrem Streifen einen der begehrten Preise abzusahnen.

Zwar gibt es genug Trophäen in Berlin abzustauben, aber es gibt auch zahlreiche Bewerber dafür. Der begehrteste Preis ist natürlich der „Goldene Bär“. Er ist seit 1951 die wichtigste Auszeichnung der Berlinale. Bewerben können sich dafür nur Filme, die in den letzten zwölf Monaten vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele produziert wurden. Diese dürfen zudem weder außerhalb ihres Produktionslandes, noch auf einem anderen Festival aufgeführt worden sein. „Knight of Cups“ gehört ebenso dazu wie „Love and Mercy“ mit Elizabeth Banks, die in einem eleganten, roten Abendkleid über den Teppich schwebte. Mit dem Streifen wurde das Leben von Beach Boy Brian Wilson verfilmt. Jener fand sich anlässlich der Filmpremiere sogar höchstpersönlich mit seiner Gattin Melinda Ledbetter in Berlin ein. Anwesend war auch Schauspieler Paul Dano, der den jungen Wilson verkörpert. Banks übernahm an dessen Seite die Rolle von Melinda Ledbetter.

Eine der ersten Auszeichnungen in diesem Jahr bekam die britische Schauspielerin Maisie Williams überreicht. Sie ist in der Serie „Game of Thrones“ als Arya Stark zu sehen und wurde in Berlin zu einem der „European Shooting Stars 2015“ gewählt. Der fünfte und sechste Tag der Berlinale, der 9. und 10. Februar, standen allgemein ganz im Zeichen der Serien. Hier ging Branchenprimus Netflix keine Kompromisse ein und brachte gleich mehrere neue Produktionen an den Start.

Das Rennen um den Bären findet in diesem Jahr sogar mit deutscher Beteiligung statt. Andreas Dresen hofft mit seiner Verfilmung „Als wir träumten“ auf die Verleihung der begehrten Trophäe. Aber die Konkurrenz schläft nicht: Weitere Anwärter in dieser Kategorie sind die schwarze Komödie „Body“ vom polnischen Produzenten Malgorzata Szumowska sowie das in Chile produzierte, kirchenkritische Drama „The Club”.„Als wir träumten“  ist übrigens eine chaotische Geschichte aus der Wendezeit, die zugleich einen düsteren, aber auch poetischen Touch hat.

Direkt vom Poster scheint Robert Pattinson nach Berlin geeilt zu sein. Er stellt diesmal eine äußerst reale Figur dar. Pattinson verkörpert im Film „Life“ von Regisseur Anton Corbijn den Fotografen Dennis Stock. Jener lernte 1955 den legendären James Dean (gespielt von Dane DeHaan) kennen. Corbiijn lässt mit seinem Film Dean noch einmal lebendig werden und macht sich damit zu Recht Hoffnung auf eine Auszeichnung.

Bildquelle: © Petra Bork / Pixelio.de

T-Shirt Druck und mehr im November auf der „Bazaar Berlin“

334740_web_R_K_by_marctwo_pixelio.deWer es vielfältig und bunt mag, sollte sich den 12. November 2014 in seinem Kalender anstreichen. An diesem Tag beginnt die „Bazaar Berlin“, eine internationale Messe, die eher einem quirligen Markt als einer Messe ähnelt. Der Name Bazaar ist hier Programm. Über 500 Hersteller und Händler aus 60 Ländern präsentieren ihre Waren auf der Verkaufsmesse für Kunsthandwerk, Design und Naturwaren. Vor allem Schulklassen empfiehlt der Veranstalter den Besuch. Andere Kulturen sind hier zum Greifen nah. Staunen, Stöbern und Entdecken lautet das Motto. Es geht wahrhaft zu wie auf einem orientalischen Basar. Eintauchen in die Lebenskultur anderer Länder direkt vor der Haustür. Wann bekommt man diese Möglichkeit schon einmal geboten? Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Die Aussteller freuen sich über das Interesse an ihren Produkten und damit einhergehend ihrer Herkunft. Gerne geben sie Hintergründe preis und erzählen Geschichten aus der Heimat.

Zum ersten Mal in diesem Jahr dabei: ein Fair Trade Markt. In Halle 14.1 steht alles im Zeichen des Fairen Handels. Man erfährt, was sich hinter dem Begriff verbirgt und wie man selbst den Fairen Handel unterstützen kann. Es wird das Prinzip Fair Trade vorgestellt und an einzelnen Projekten erläutert, denn nur wer die Methode versteht, kann sich damit identifizieren und dahinterstehen. Auch in der Nachbarhalle 15.1 geht es um fair gehandelte Produkte. Das Angebot richtet sich wiederum vordergründig an Schulklassen. Mehrere Institutionen und Vereine mit dem Interessenschwerpunkt Fair Trade haben ein abwechslungsreiches Programm an Workshops zusammengestellt. Die Schüler können hier testen, was sie über nachhaltige Produktion, soziale Verantwortung und ein faires Miteinander wissen. Ferner werden der Umgang mit Wasser und Energie sowie das Thema Recycling über theaterpädagogische Angebote, Spiele und praktische Arbeiten nähergebracht. Die daraus erarbeiteten Ergebnisse werden anschließend in der Halle ausgestellt, um als Anregungen für Diskussionen und zum Nachdenken zu dienen.

Zeitgleich mit der „Bazaar Berlin“ werden bei der Street Art- und Graffiti-Meisterschaft die Besten ermittelt. Die Veranstaltung steht ebenfalls unter dem Motto Fair Trade und bildet sozusagen die Ergänzung zur Messe. Kreativangebote wie zum Beispiel T-Shirt Druck, Live Painting, Sketch-Zirkel, Air Brush und 3D-Graffiti motivieren zum Ausprobieren und Mitmachen. Eine tolle Idee für einen erlebnisreichen Wander- oder Projekttag!

Um das Bildungsprogramm anlässlich der „Bazaar Berlin“ sowie der Street Art- und Graffiti-Meisterschaft aus der Taufe zu heben, waren zahlreiche Partner notwendig. Unter anderem sind in diesem Jahr das Berliner Missionswerk, Mama Afrika e. V., HelpAge Deutschland, der Deutsch-Kirgisische Kulturverein und Engagement Global dabei. Alle Partner sind an den Infoständen in Halle 15.1 vor Ort und freuen sich über Fragen, Lob und Kritik.

Unabhängig vom Bildungsprogramm öffnet die „Bazaar Berlin“ vom 12. bis 16. November 2014 täglich ab 11 Uhr für Besucher ihre Tore. Mittwoch und Donnerstag hat die Messe bis 20 Uhr, Freitag und Samstag bis 21 Uhr und am Sonntag bis 19 Uhr geöffnet. Tickets sind ab 9,00 Euro online oder an der Tageskasse erhältlich. Schüler, die gemeinsam mit ihrer Schulklasse kommen, zahlen jeweils 4,00 Euro, für begleitende Lehrer ist der Eintritt frei. Für die Teilnahme an den Workshops ist eine Voranmeldung erforderlich. Das Bildungsprogramm läuft Mittwoch bis Freitag täglich von 11 bis 18 Uhr.

Bildquelle: © marctwo / Pixelio.de

Museum für Aufkleber – Wiedereröffnung in Berlin

257608_web_R_K_by_Robert Babiak_pixelio.deManche empfinden Aufkleber an Straßenlaternen und Mülltonnen als störend, andere schmunzeln darüber, wieder andere nehmen sie schon gar nicht mehr wahr und dann gibt es den Berliner Oliver Baudach: Wenn er durch die Straßen geht, schweift sein Blick in alle Ecken, um ja keinen Aufkleber zu übersehen. Vielleicht ist ja ein besonders schönes Exemplar dabei, das er noch nicht in seiner Sammlung hat. Baudach ist nämlich ein Aufkleberfan. Genauer gesagt ist der 43-Jährige der Inhaber des Aufklebermuseums im Berliner Stadtteil Friedrichshain.

Seit 30 Jahren faszinieren Baudach die bunten Klebebildchen. Im Jahre 2008 eröffnete er deshalb schon einmal sein Museum, das er leider 2012 aus finanziellen Gründen wieder schließen musste. Jetzt versucht er sein Glück erneut und stellt in der Schreinerstraße etwa 4.500 Sticker aus seiner Sammlung aus. Insgesamt umfasst diese aktuell etwa 30.000 Aufkleber. Chaos herrscht angesichts der Menge an Aufklebern aber trotzdem nicht. Der Sammler hat eine bestimmte Ordnung eingeführt. Die Aufkleber werden in Kisten gelagert, wo sie nach Künstlern, Firmen und Ländern sortiert sind. Jeden einzelnen Sticker kennt er. Am liebsten mag Baudach Aufkleber von Street Artists. So hat er beispielsweise ein Exemplar, auf dem der US-Präsident Barack Obama mit blutigen Lippen zu sehen ist. Daneben gibt es Sticker mit coolen Sprüchen und Comicfiguren.

Auf der 92 Quadratmeter umfassenden Museumsfläche hat der Sammler zwei Räume mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingerichtet. Zu sehen sind Aufkleber zu den Themen Musik, Skateboarden, Streetwear und Street Art. Die Sticker sind angelehnt an die Präsentation auf der Straße. Dort sind ebenfalls „wilde Collagen von Motiven und Sprüchen“ zu sehen, so der Sammler. Die Besucher des Museums haben zumeist über soziale Netzwerke oder über Freunde davon erfahren. Über ein Werbebudget verfügt Baudach nicht. Zwischen 80 und 100 Besucher kann der Sammler dennoch pro Monat in seiner Ausstellung begrüßen. Sogar ein Australier war schon darunter. Von ihm erfuhr er, dass sein Museum als eine kuriose Berliner Sehenswürdigkeit im Internet gelistet ist.

Die Sammelleidenschaft packte Baudach bereits im Alter von 13 Jahren. Seine Lieblingssticker waren Aufkleber von Skateboardmarken. Als Erwachsener führte er einen eigenen Skateshop, was ihm beim Stickersammeln entgegenkam. Die Firmen überschütteten ihn regelrecht mit Aufklebern. Welches Ausmaß die Stickerkultur hatte, erkannte er als 14-Jähriger nach seinem Umzug von Speyer nach Berlin. Irgendwann wollte er wissen, ob es eigentlich ein Museum für Sticker gab. Er wurde über Google nicht fündig und schon war die Idee für ein Aufklebermuseum geboren. Baudach machte sich auf die Suche nach einem Sponsor, den er in einem Skateboardhersteller fand, lieh sich bei seinen Eltern Geld und hatte schlussendlich 8.000 Euro Startkapital zusammen. Das reichte aus, um 2008 sein Museum zu eröffnen, einige Monate die Miete zu zahlen und Bilderrahmen für die Sticker anzuschaffen.

Über einen parallel laufenden Onlineverkauf von Stickern wollte er die weitere Finanzierung sicherstellen. Zunächst schien der Plan aufzugehen. Bis zu 1.500 Aufkleber monatlich gingen in die Welt hinaus. Im Gegenzug erhielt er von Künstlern Exemplare für sein Museum. Trotzdem musste er sein Museum nach vier Jahren wieder schließen. Nun der Neuanfang, der hoffentlich unter einem besseren Stern steht.

Das „Hatch Stickermuseum“ befindet sich in der Schreinerstraße 10. Es hat Mittwoch bis Samstag von jeweils 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für 2,50 Euro können sich Interessierte in die bunte Welt der Sticker entführen lassen.

Bildquelle: © Robert Babiak / Pixelio.de

Das Musée de Louvre ist das meistbesuchte Museum der Welt

Der Louvre ist ein Teil des Pariser Stadtschlosses. Der ehemalige französische Königspalast befindet sich im Zentrum der Hauptstadt von Frankreich. Der zweite Teil des Stadtschlosses war der Palais de Tuileries, der 1871 während des Aufstands der Pariser Kommune ausbrannte. Später wurden die Überreste abgerissen und machten dem Park Jardin des Tuileries Platz. Sein Markenzeichen sind die zahlreichen Bildsäulen, die an das Schloss erinnern. Wer ein Originalteil des Palais de Tuileries betrachten möchte, hat in Berlin auf der Insel Schwanenwerder Gelegenheit dazu.

Doch nun zurück zum Louvre, speziell zum Musée de Louvre, dessen Besuch im Laufe des Lebens, für den Kunstliebhaber ein absolutes Muss ist. Das Museum umfasst eine Fläche von über 60.000 qm. Damit ist es zwar größenmäßig global gesehen „nur“ auf dem dritten Rang, aber die Sammlung der Ausstellungsstücke sucht ihresgleichen. Die Abteilungen zum Thema italienische Renaissancemalerei, der französischen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts sowie der flämischen Malerei aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind nur einige Höhepunkte, die das Museum zu bieten hat.

Der Beginn dieser sagenhaften Sammlung liegt im 14. Jahrhundert. Zu der Zeit fing der Herzog Jean Duc de Berry, mit dem Sammeln von Buchmalereien, Gemälden und Tapisserien an. Einige von ihnen können sogar heute noch in der Ausstellung betrachtet werden. König Franz I. gilt als eigentlicher Begründer. Er hatte ein inniges Verhältnis zu Leonardo da Vinci. Im Jahre 1517 richtete Franz I. diesem einen Alterswohnsitz an der Loire ein. Im Gegenzug erbte er nach dem Ableben Da Vincis die Bilder des großartigen Künstlers. Unter anderem soll sich die „Mona Lisa“ auf Leinwand darunter befunden haben.

Im Laufe der Jahrhunderte kamen weitere Ausstellungsstücke hinzu, andere wiederum verschwanden durch Rückforderungen anderer Staaten und diverse Kriege. So eigneten sich die Alliierten nach dem Gewinn des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Kulturgüter der Deutschen an. Diese standen aber in Sachen Kunstraub in nichts nach. Immerhin gingen die Nationalsozialisten während ihrer Herrschafts- und Eroberungszeit auch nicht gerade zimperlich vor. Sie sind für Enteignungen und Raub wohlbekannt.

Besonders die sogenannte Beutekunst der Alliierten sorgte im Louvre für einige Verluste. Darum stand stellenweise wieder der nationale Gedanke im Vordergrund, was man unschwer in der Abteilung für französische Malerei erkennen kann. Clouet zeichnete in diesem Zusammenhang König Franz I. auf Leinwand. Die wichtigste Person für das Musée de Louvre schaffte in seiner Lebenszeit hauptsächlich Werke von italienischen Künstlern wie Raffael, Michelangelo und Tizian heran. Gleichzeitig wurden Künstler aus Italien persönlich nach Paris geholt, um für den König zu arbeiten. Neben Leonardo da Vinci war das beispielsweise Andrea del Sarto.

Ein weiterer Künstler, der für das Musée de Louvre eine große Rolle spielt, ist Peter Paul Rubens. Während da Vinci ein klassischer Vertreter der italienischen Renaissancemalerei war, gehört Rubens zum Zeitalter des Barock und im Rahmen dessen zur flämischen Malerei. Im Musée de Louvre wurde ein ganzer Saal dem Künstler gewidmet. Ein Bild ist beispielsweise “Herkules und Omphale“, welches um 1606 entstand.

Bis heute ist die Kunst auf Leinwand nicht verschwunden. In der Gegenwart erlebt die Leinwand sogar einen Aufschwung, da man heute seine eigenen Kunstwerke auf Leinwand drucken lassen kann. Ein solcher Leinwanddruck hat eine persönliche Note und verschönert die eigenen vier Wände. Dafür muss man nicht den weiten Weg bis nach Paris auf sich nehmen.

Bildquelle: © S.Schlünkes / Pixelio.de

Die Leinwand im Kino im Wandel der Zeit

Schaut man nicht einmal 100 Jahre zurück in die Vergangenheit, trifft man auf ein völlig anderes Bild der Freizeitgestaltung. Das Internet gab es noch lange nicht und wer sich Filme ansehen wollte, musste ins Kino gehen. Dort wurde die Leinwand nicht nur zur Kurzweil genutzt, sondern war ebenfalls ein wichtiges Informationsinstrument, um die Bevölkerung über aktuelle Gegebenheiten in Kenntnis zu setzen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Leinwand im Kino regelmäßig zu Propagandazwecken missbraucht. Vor der Aufführung des Films musste man zuerst die Propagandafilme des Naziregimes über sich ergehen lassen.

Aber die Geschichte des Kinos beginnt nicht erst im 20. Jahrhundert, sondern bereits in dem Jahrhundert davor. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eroberten Panoptiken und Schaubuden die Jahrmärkte. Die damaligen Vorführungen basierten hauptsächlich auf optischen Täuschungen. Bewegte Bilder gab es noch nicht und an Ton war auch noch lange nicht zu denken. Daher begnügte man sich mit Stereoskopen, die dreidimensionale Fotos hervorbrachten.

Im Jahre 1893 wurde von Thomas Alva Edison das Kinetoskop der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war ein Schaukasten für eine Person, in welchem ein kurzer Film gezeigt wurde. Einige Zeit danach entwickelten die Gebrüder Lumière ihren Cinématographe. Damit konnte man Filme aufnehmen und abspielen. Der erste Filmprojektor stammt sogar aus der Zeit vor dieser Entwicklung. Bis zum richtigen Kino war es nun nicht mehr weit.

Mit der großen Anzahl von bahnbrechenden Innovationen konnte nun endlich die erste Filmvorführung für mehrere Personen starten. Die erste Vorführung eines Films gegen die Zahlung eines Eintrittsgeldes fand am 1. November 1895 in Berlin statt. Vermutet wird allerdings, dass die erste richtige Filmvorführung am 5. Februar 1894 in Manhattan erfolgte. Gesicherte Beweise darüber liegen nicht vor, weshalb die Aufführung in Berlin als die erste offizielle Filmvorführung gilt.

Das Zeitalter des Kinos brach um die Jahrhundertwende an. Die Filmvorführungen wurden von den Menschen akzeptiert und das scheinbar dauerhaft. In großen Städten Europas und in den USA wurden riesige Kinopaläste bis in die 1920er Jahre hinein errichtet. Die ländlichen Regionen mussten mit Wanderkinos vorliebnehmen, welche von Ort zu Ort zogen und nur zu bestimmten Zeiten die Gelegenheit zum Schauen eines Films auf Leinwand boten. Am 31. Dezember 1927 gab es in Europa insgesamt mehr als 21.600 Kinos, wobei Deutschland mit 4.300 Einrichtungen der absolute Spitzenreiter war. Sechs Milliarden Menschen sahen sich in diesem Jahr in den Kinos auf der ganzen Welt Filme an, obwohl bis dahin fast nur Stummfilme gezeigt wurden.

Die Erfolgsgeschichte der Kinos war nur auf eine gewisse Zeitepoche begrenzt. Von Beginn bis Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte das Kino einen wahren Boom. Danach hielten die Fernseher in die meisten Haushalte Einzug und erlaubten es den Menschen, in den eigenen vier Wänden Filme anzuschauen. Trotzdem sind die Kinos nicht gänzlich verschwunden. In der Gegenwart wird versucht, durch neue Ton- und Breitwandtechniken dem Kinosterben entgegenzuwirken. Neu gebaute Kinos sind in der Regel Multiplex-Kinos, die über eine äußerst gute technische Ausstattung verfügen. Sie stehen für Genuss auf der Leinwand auf höchstem Niveau.

Eine neue Konkurrenz ist mit dem Internet aufgetaucht, in welchem immer häufiger Filme angeboten werden. Die Heimkinosysteme tun ihr Übriges dazu. Nun kann man Kino im eigenen Haushalt erleben, ohne sich mit vielen anderen eine Leinwand teilen zu müssen.

Bildquelle: © Michael Leps / Pixelio.de

Graffiti und Leinwand sind nach Meinung eines jungen Künstlers eine gelungene Kombination

Die am kommenden Wochenende vom 16. bis 18. Dezember in der Messe Chemnitz stattfindende Ausstellung „Hallenkunst“ wirft ihre Schatten voraus. Die Messe vereint die verschiedensten Formen von Kunst in einer Halle. Zu sehen sind Öl-, Acryl- und Schablonenmalerei. Aber auch Fotografie, Objekte, Videokunst und weitere Kunstformen haben ihren Platz. Mehr als 35 Künstler und Kollektive präsentieren sich. Sie kommen nicht nur aus Deutschland, sondern weiterhin aus der Schweiz und Dänemark.

Ein Künstler ist Guido Günther. Seine Richtung ist Urban Art. Im Vorfeld stellte die Stadt Chemnitz den Beteiligten der Messe im gesamten Stadtgebiet Flächen zum Besprühen mit Graffiti zur Verfügung. Günther entschied sich für eine leerstehende Schulsporthalle, die er mit einem etwa 20 Meter langen Bild verzierte. Das gleiche Motiv malte er noch einmal für die anstehende Ausstellung auf eine Leinwand und stickte es außerdem. Sein doppeltes Kunstwerk trägt zwar keinen Namen, war jedoch immens zeitaufwendig. Dabei fiel das Sprühen des Graffitis kaum ins Gewicht. Vielmehr war es das Sticken, was enorm viel Zeit forderte. Allein das Programm für die Stickmaschine habe ihn mehrere schlaflose Nächte eingebracht, verriet der junge Mann. Die Stile und Techniken der Urban Art sind nach Meinung von Günther unglaublich vielfältig. Sie erlauben jedem Künstler seine Selbstverwirklichung, ohne dass man dabei mit Gleichgesinnten in Konflikt gerate.

Die „Hallenkunst 2011“ hält allerdings viele weitere Schmankerl für den Kunstliebhaber bereit. Erstmals wird das Light Writing vorgestellt. Es handelt sich dabei um Malen mit Licht. Erforderlich sind dafür eine Digitalkamera und eine Lichtquelle. Letzteres kann alles sein, was in irgendeiner Form Licht spendet – ein Feuerzeug, Wunderkerzen, eine Taschenlampe oder eine Fackel. Nunmehr lässt man seine Fantasie spielen und bewegt die Lichtquelle auf einem besonders ausgewählten Unter- oder Hintergrund nach eigenem Gefallen und fotografiert dabei. Die dadurch entstehenden Fotografien sind einmalig und oft wahre Kunstwerke. Sie eignen sich sehr gut als Motiv für eine Leinwand. Dem Light Writing sind keine Grenzen gesetzt. Es ist sogar möglich, im U-Bahn-Tunnel mit Hilfe seines Handylichts diese Art von Kunst zu schaffen. Viele Kunstwerke dieser Kunstrichtung sind bei der „Hallenkunst 2011“ zu sehen. Hier kann man sich tolle Anregungen holen und bekommt außerdem gezeigt, wie es geht.

Die Ausstellung findet nicht zum ersten Mal statt. Premiere war im letzten Jahr und der Besucherandrang riesig. An drei Tagen wurden 6.000 Gäste verzeichnet. Den Event führte man in der historischen Markthalle von Chemnitz durch. Leider steht das Gebäude in diesem Jahr nicht zur Verfügung und man musste auf die Messehalle ausweichen. Die „Hallenkunst“ ist nach Aussage von Projektleiter René Kästner von der Agentur CSF Media eine einzigartige Veranstaltung im Kunstbereich.

Urban Art verzeichnet aber nicht nur Befürworter für sich. Der Direktor der neuen sächsischen Galerie in Chemnitz sieht den Kunststil eher mit Skepsis. Er zweifelt die Nachhaltigkeit und Qualität der neuen Form an. Für ihn steht Urban Art für eine schnelle Vergänglichkeit und Wahrnehmung. Jugendliche fühlten sich am ehesten von diesem Stil angesprochen und sie sind in der Regel illegal künstlerisch tätig. Berlin ist das beste Beispiel dafür. Urban Art ist für die Neue Sächsische Galerie nach Aussage des Direktors kein Thema und entzieht sich völlig den klassischen Sammlungsprinzipien.

Bildquelle: © Gerd Altmann / Pixelio.de

Poster vom Papst teilweise bewundert, teilweise verunglimpfend

Wenn man an Poster denkt, dann denkt man eigentlich an schöne Bilder und Motive. Sie werden aber in den Städten zahlreich aufgehängt, um den Menschen, die hier leben oder die hier durchfahren, eine Nachricht zu übermitteln. Es kann auch Werbung sein, die verbreitet werden soll oder Veranstaltungen werden durch Poster bekannt gegeben.

So war es auch, als sich Papst Benedikt XVI. angekündigt hat. Es sind zahlreiche Poster gestaltet und aufgehängt worden. Diese waren teilweise sehr bewundernswert, teilweise aber auch verunglimpfend. Das hat gezeigt, dass es einige Menschen gab, die sich auch den Besuch des Papstes gefreut haben, andere aber gar nicht so begeistert sind. Sicherlich liegt es unter anderem daran, dass die katholische Kirche nicht immer so positiv in den Schlagzeilen stand, sondern viel oft über Kindesmissbräuche berichtet wurde.

Warum auch immer nicht jeder begeistert über den Papstbesuch war, die Poster hat es in verschiedenen Städten gegeben. Zum einen handelt es sich um ein Poster, dass als größtes Papst-Plakat bezeichnet wurde. Es hat eine Länge von 64 Metern und eine Breite von 45 Metern. Es handelt sich hierbei um das Bild, das auf der Bild-Titelseite gezeigt wurde, nach dem die Wahl stattgefunden hatte. In der Bild Zeitung hatte das Bild eine Größe von gerade mal 40 x 57 Zentimetern. Gedruckt wurde das Poster aber nicht in einem Stück, sondern in zerlegten Streifen. Anders war es nicht möglich, denn einen solchen großen Poster Druck wird man wohl nur mit ganz speziellen Maschinen fertigen können. 8 Tage hat es gedauert, bis das Riesenposter des Papstes fertig war und zusammengeschweißt werden konnte. Aufgehängt wurde das Poster des Papstes am Axel Springer Hochhaus in Berlin.

In Sanderau sah man leider nicht so viel Begeisterung über den Besuch des Papstes. Die Polizei stellte zwei Poster sicher, die mit verunglimpfenden Inhalten bedruckt war. Man wollte sich hier über das Oberhaupt der katholischen Kirche auslassen, was aber glücklicherweise nicht erfolgreich war. Natürlich laufen jetzt Ermittlungen, die von der Kriminalpolizei in Würzburg und der Staatsanwalt geführt werden.

Die Poster hatten eine Größe in Form DIN-A3 und wurden von einem Zeugen im Bereich der Münzstraße und des Sanderrings festgestellt. Er hatte diese Poster sogar mitgenommen und dann an die Polizeiinspektion Würzburg-Ost übergeben. Es wird inzwischen werden unterschiedlicher Straftatbestände, beispielsweise Beleidigung oder auch „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“.

Es gibt noch keine Hinweise über den Anbringer der Poster, was auch die Sachbearbeiter des Falles dazu bringt, auf Hinweise von Zeugen zu hoffen.

Manche Poster waren auch sehr begrüßend für Papst Benedikt. So gab es Poster mit „Herzlich Willkommen“, über die sich der Papst sich sicherlich gefreut haben wird.

Sicherlich ist es immer wieder so, dass bekannte Personen oder auch Berühmtheiten nicht von allen Menschen akzeptiert werden. Aber man sollte sich immer überlegen, ob man dies auch öffentlich machen muss, wie es mit den Postern von Papst Benedikt gewesen ist. Dennoch war der Besuch des Papstes sehr erfolgreich.

Bildquelle: © Gerd Altmann / Pixelio.de

Poster der NPD bleiben hängen

In Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hängen derzeit Poster der NPD. Es handelt sich um solche, die sehr umstritten sind. Die rechtsextreme Partie ist schon vom Verwaltungsgericht aufgefordert worden, die Poster wieder abzuhängen, aber sie dürfen bleiben. Umstritten sind die Plakate wegen des Motives und der Aufschrift „Guten Heimflug“ und „GAS geben“. Die NPD hat die Aufforderung zum Anhängen der Poster als einen Angriff gegen ihr Recht auf „freie und gleiche Wahlen“ gesehen und beim Verwaltungsgericht einen Antrag für einen einstweiligen Rechtsschutz gestellt. Diesem wurde dann auch stattgegeben. Dennoch ist die endgültige Entscheidung bezüglich der Poster und die damit grundsätzliche Bedeutung noch nicht gefallen, und wird wohl auch erst dann getroffen werden, wenn der Wahltag schon vorbei ist.

Wie Franz Schulz, Bürgermeister (Grüne), sagte, sehe das Bezirksamt die Poster als einen „Tatbestand der Volksverhetzung“. Bei der Darstellung der Bilder „Guter Heimflug“ würden Erinnerungen geweckt werden, die entwürdigend sind und sich auf die jüdischen Bürger des Dritten Reiches beziehen. Mit dem Poster „GAS geben“, sehe man einen Vergleich zu den Massenmorden in Vernichtungslagern zu Zeiten des Dritten Reiches und eine Verharmlosung dieser Zeit.

Das Gericht ist nicht ganz dieser Meinung. Es sei zwar nicht abzustreiten, dass die NPD mit dem Poster Druck eine Assoziation zu den nationalsozialistischen Taten wecken wolle, aber die Aufschrift „GAS geben“ können auch ganz andere Bedeutungen haben.

Es sind viele Vereine und Bürger gewesen, die gegen die Plakate eine Strafanzeige gestellt haben. Allerdings sieht die Staatsanwaltschaft das Poster „Guter Heimflug“ nicht als strafbar an und hat dementsprechend die Verfahren alle eingestellt. Wie ein Sprecher sagte: „In politischen Auseinandersetzungen darf man zugespitzt formulieren. Somit ist es noch durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt“.

Rechtsanwalt und Grüne Kandidat Stefan Gelbhaar hat in seiner Kanzlei für das Abgeordnetenhaus zu dem „GAS geben“ Poster ein Gutachten erstellen lassen. Hier kommt man Begründungen, die nicht denen des Bezirksamtes entsprechen, zu dem Entschluss, dass die Plakate abzuhängen seinen. Hier ist man der Meinung, dass die NPD provozieren möchte und vor allem „GAS geben“ weit über das Ziel hinaus gehe. Hier werde der Betrachter des Posters auf eine „widerliche Art“ an die Zeiten vom Holocaust erinnert. Es geht hier nun auch darum, dass in Berlin zahlreiche Hinterbliebene aus dem Naziregime leben und das Poster demnach gegen die öffentliche Ordnung verstößt. Geprüft worden ist auch, ob die NPD mit dem Plakat eventuell eine ganz andere Deutung machen wollte, hat sich hierzu aber selber nicht geäußert. Die NPD hat lediglich mitgeteilt, dass sich das Poster auf die Verwaltungsabläufe beziehe, die beschleunigt werden sollen, allerdings sieht Gelbhaar diese Behauptung als reine Schutzbehauptung an.

In der Wohnanlage von der Wohnungsbaugenossenschaft Wendenschloss sind Poster der NPD abgehängt worden. Anwohner hatten sich beschwert, worauf hin die Genossenschaft eine Frist zum Anhängen der Poster an die NPD gestellt hat. Diese Frist ist dann auch eingehalten worden. In den öffentlichen Regionen aber ist hier keine Pflicht zum Abhängen, sodass die Poster der NPD auch weiterhin hängen bleiben dürfen.

Poster der NPD sind schon oft umstritten gewesen. Welche Deutung mit den derzeitigen nun ausgedrückt werden soll, bleibt wohl immer ein internes Geheimnis der Partei.

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