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Ausdrucksstark auf Leinwand – Constanze Kirmes bringt das Meer nach München

519464_web_R_K_B_by_twinlili_pixelio.de (2)Gabi Green präsentiert in ihren Ausstellungsräumen bei „Schmuck & Anderes“ im Münchner Westend dieses Jahr etliche neue Werke. Vertreten sind in ihren Ausstellungen sowohl Künstlerinnen aus der Region als auch aus Übersee wie beispielsweise den USA. So wird etwa von Bridget Lynch Videokunst vorgeführt, Christine Wild zeigt Bilder und Pia Duppich begeistert mit Schmuck.

Die eingangs erwähnte Künstlerin Constanze Kirmse widmet sich der Malerei. Sie stellt ihre Visionen vom Wildsein und der Freiheit aus. Begonnen hat die Ausstellung bereits am 10. Juni. Titel derselben ist „Seeblicke“. Das macht das kunst- und naturverwöhnte Auge neugierig. Zur Vernissage, die am 10. Juni zwischen 18.00 und 20.30 Uhr stattfand, gab es eine kleine Einführung von Dr. D. Lamb.

Die Künstlerin selbst hat sich bei ihren neuen Arbeiten dem Meer in seiner Bewegung und dessen unendlicher Weite verschrieben. Ganz offensichtlich haben sie die vom Meer gebotenen Gegensätze inspiriert. Das Wasser kann sanft sein, aber auch bedrohlich, ruhig oder aufgewühlt, all das vereint sie in ihren Werken. Die Künstlerin lässt sich auf das Meer als ein unberechenbares und nicht angreifbares Phänomen ein und bringt diese unendliche Vielfalt in Farben und Strukturen auf die Leinwände. Mit äußerster Präzision lässt Kirmse den Betrachter Horizonte und Dünungen erleben, lässt Licht und Schattierungen zu einem Kunstwerk werden.

Viele ihrer Werke sind vor Ort entstanden, entweder direkt am Ufer oder auf einer hohen Klippe. Sie schafft es so, den Betrachter durch eine Unmittelbarkeit und eine atmosphärische Dichte auf sich zu konzentrieren, wie es kaum ein anderer kann. Ihre Arbeitsorte liegen am Atlantik ebenso wie an den nördlichen Küsten unseres Kontinents.

Kirmse arbeitet mit kraftvollem Strich und sehr intensiver Farbigkeit. Sie versteht es, das Wasser mit all seiner Wucht und Kraft, mit seinen Gezeiten und seiner ungestümen Art derart in Szene zu setzen, dass der Betrachter den Eindruck hat, selbst vor Ort zu sein und den festgehaltenen Moment live mitzuerleben. Das gibt jedem Besucher die einzigartige Gelegenheit, durch die Augen der Künstlerin in die Wasserwelt unseres Planeten einzutauchen und dennoch von einem trockenen Standort aus zu betrachten.

Constanze Kirmse lebt in Laim. Sie hat in ihrer Heimatstadt München Kunstgeschichte studiert, dazu noch in den USA Malerei. Dies ist bereits ihre dritte Einzelausstellung. Die Besucher dürfen sich auf weitschweifende Blicke über die See freuen. Sie dürfen sich entführen lassen auf das weite Meer bei Wind und Wetter. Mit diesen „Aussichten“ mutet die Ausstellung ein bisschen wie Urlaub vom Alltag an. Und genau das ist es, was sich jeder Künstler wünscht. Er möchte den Betrachter seiner Kunstwerke mit auf eine Reise nehmen und ihn einladen, die Welt durch seine Augen zu sehen.

Die Ausstellungsräume „Schmuck & Anderes“ befinden sich in der Gollierstraße 17 in München. Die Ausstellung von Constanze Kirmse ist bis zum 23. Juli zu sehen. Sie hat an den Tagen Mittwoch, Donnerstag und Freitag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Am Wochenende können Besucher ausschließlich am Samstag zwischen 11 und 13 Uhr vorbeischauen. Am vorletzten Tag, den 22. Juli, ist für 18.30 Uhr eine Finissage geplant. Sie wird unter dem Motto „Meeresrauschen“ stehen.

Bildquelle: © twinlili / Pixelio.de

Acryl auf Leinwand bei der Leipziger Jahresausstellung „immer & ewig“

729592_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de (2)Die diesjährige Leipziger Jahresausstellung im „Westwerk“ steht unter dem Motto „immer & ewig“. Seit 23 Jahren erfreut sich die Kunstausstellung großer Beliebtheit. Ein Highlight 2016 ist Julius Hofmanns „Dreimal tausend Jahre“, ein 290 x 190 cm großes Acrylkunstwerk auf Leinwand.

Bei der Jahresausstellung präsentieren sich ausschließlich Angehörige der Leipziger Kunstszene beziehungsweise Künstler, die eine enge Verbindung zur Stadt haben. Verantwortlich zeichnet der Verein Leipziger Jahressausstellung e. V., kurz LIA genannt.
Die Kuratoren der aktuellen Ausstellung Thomas Möcker und Sebastian Gögel sind Vereinsmitglieder und Künstler zugleich. Sie haben die diesjährige Ausstellung entwickelt und konzipiert. Jene bringt Werke aus verschiedenen Genres zusammen. Die Künstler kommen aus allen Altersgruppen. Sie bringen ihre eigenen und ganz unterschiedlichen Stile in die Ausstellung ein.

Die Vorbereitungen begannen bereits im September 2015. Es wurde ein Vielzahl von Künstlerinnen und Künstlern kontaktiert. Am Ende fiel die Entscheidung auf 27, die sich und ihre Werke auf der Ausstellung präsentieren dürfen. Im Fokus stehen die Vielfalt der Kunst und natürlich die Verbundenheit mit Leipzig. So wird es zahlreiche Exponate von älteren Künstlern zu sehen geben. Dazu gesellen sich Werke junger und manchmal sogar noch neuer, nahezu unbekannter Künstler.

Die Ausstellung ist schon lange zu einer festen Institution im Terminkalender der Stadt geworden. Bislang ist es allerdings nie gelungen, so viele Künstler mit unterschiedlichen Stilen zusammenzubringen. Unter den Künstlern und Künstlerinnen finden sich neben dem eingangs bereits erwähnten Julius Hofmann Namen wie Laura Bieleau, Johannes Eckhardt, Sighard Gille, Christian Herzig, Jule Hoffmann, Corinne von Lebusa, Marian Luft, Holger Mandel, Gudrun Petersdorff, Annette Schröter, Kristina Schuldt oder Sopie von Stillfried.

Die Schirmherrschaft für die Ausstellung wurde wiederum von Burkhard Jung, dem Leipziger Oberbürgermeister, übernommen. Gestiftet wird der Preis der Leipziger Jahresausstellung von der Elke und Thomas Loest Stiftung, der Doris–Günther–Stiftung sowie der Sparkasse Leipzig. Zu den Förderern zählen unter anderem die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig. Die feierliche Eröffnung der „immer & ewig“ ist für den 2. Juni vorgesehen. Vom 3. bis 26. Juni ist die Ausstellung dann für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im letzten Jahr war Thomas Taube der glückliche Gewinner des ausgeschriebenen Preises. Er war mit seiner Videoinstallation „DARK MATTERS“ an den Start gegangen. Gewidmet war der Preis dem deutsch-jüdischen Bankier Hans Kroch, der am 3. März 1887 in Leipzig geboren wurde. Kroch war Gründer der Privatbank Kroch jr. KG a. A. sowie Mitgründer der Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG, wo er ebenfalls im Aufsichtsrat saß. Nach der von den Nationalsozialisten initiierten Progromnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde er ins KZ Buchenwald verschleppt und kam später ins KZ Sachsenhausen. Nur der Verzicht auf sein Gesellschaftsvermögen an der Bank rettete ihm und seinen Kindern das Leben. Kroch flüchtete mit seinen Kindern aus Deutschland. Seine Frau Ella blieb zur Vertuschung der Flucht zurück und wurde später bei ihrer eigenen Flucht verhaftet. Sie wurde 1942 im KZ Ravensbrück ermordet. Kroch starb am 7. Februar 1970 in Jerusalem.

Das „Westwerk“ befindet sich in der Karl–Heine–Straße 93 in Leipzig. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag jeweils von 15 bis 20 Uhr, an den Wochenenden und Feiertagen jeweils von 13 bis 18 Uhr. Montags bleibt die Ausstellung geschlossen.

Bildquelle: © Juergen Jotzo / Pixelio.de

Kunst auf Leinwand bietet nicht nur zur Saisoneröffnung das Pahl-Museum

487282_web_R_K_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de (2)Wäre es nach dem Gemeinderat des Ortes gegangen, wäre das Pahl-Museum in Mainhardt-Gailsbach längst abgerissen. Dem Freundeskreis des Museums ist es zu verdanken, dass das Museumsgebäude im neuen Glanz erstrahlt. Seit dem 1. Mai hat es wieder geöffnet und zeigt bis zum 1. Oktober Kunst auf Leinwand.

Zur Eröffnung gab es ein zünftiges Weißwurstessen im Freien. Davor oder danach hatten die zahlreich erschienenen Besucher die Möglichkeit, sich in den frisch renovierten Ausstellungsräumen umzusehen. Präsentiert werden vornehmlich Werke von in der Region ansässigen Künstlern und Künstlerinnen beziehungsweise solchen, die es werden wollen. So gesellen sich zur Gemälde-Dauerausstellung des namensgebenden Ehepaares Manfred und Aenne Pahl aktuell einige von Schülern der Realschule Mainhardt gestaltete Arbeiten. In einem anderen Raum begegnen sich die Mitglieder der Mainhardter Kunst AG und des Arbeitskreises Kunst der Sozialeinrichtung Erlacher Höhe auf künstlerischer Ebene.

Besonders die Arbeiten der Schüler sind interessant, zeigen sie doch, dass sich auch junge Menschen in der heutigen Zeit intensiv mit der Malerei beschäftigen können. Ein Schuljahr lang wurde sich im Fach Kunst dieser gewidmet. Die Schüler sollten einen Künstler oder eine Künstlerin wählen und sich mit deren Arbeitsweise näher auseinandersetzen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Viele haben sich für das Abmalen der Gemälde entschieden. Manche haben eigene Ideen umgesetzt und diesen lediglich den Stil ihres ausgewählten Künstlers beziehungsweise ihrer ausgewählten Künstlerin zugrunde gelegt.

Dass sich alle ausführlich mit dem Thema beschäftigt haben, beweisen die ebenfalls öffentlich ausgestellten Arbeitsmappen. Hier haben die Schüler ihre Recherchearbeiten zusammengestellt und ihre eigenen Gedanken zu den Kunstwerken festgehalten. Im Kontext mit den dazugehörigen Bildern ergibt sich eine eigene, erfrischend junge Sicht auf die mitunter recht „angestaubten“ Gemälde und die zum Teil jahrhundertealten Kunststile.

Die Sammlung des Ehepaares Pahl umfasst etwa 300 Ölgemälde sowie ungefähr 3.000 Grafiken. Letztere stehen teilweise zum Verkauf, sodass ebenfalls Kaufinteressenten in den Museumsräumen herzlich willkommen sind. Der 1994 verstorbene Manfred Pahl hatte sich dem Expressiven Realismus verschrieben. Seine Werke und die seiner Ehefrau Aenne vermachte er einst seiner Stiftung. Die Museumsgebäude standen gleichfalls im Eigentum der Pahls. Manfred Pahl hatte sie Mitte der 70er-Jahre nach seinen selbst entworfenen Plänen erbauen lassen. Nach seinem Tode wurde die Gemeinde Mainhardt Eigentümer derselben.

Die Verwaltung der Kunstsammlung liegt in den Händen von Adam Matheis. Er war es auch, der nach der Renovierung vorwiegend Künstlern der Region Räume zum Ausstellen ihrer Werke zur Verfügung stellen wollte beziehungsweise will.

Die Präsentation der Schülerarbeiten wird noch etwa einen Monat zu sehen sein. Ab 12. Juni weichen jene den Werken von Siegmund Piontek. Der heute 95-Jährige ist einer der letzten noch lebenden Schüler Manfred Pahls. Die neue Ausstellung hat das Schaffen von Künstlern aus dem Raum Hall zum Mittelpunkt. Neben Piontek werden Arbeiten von Friedrich Karl Fürst zu Hohenlohe-Waldenburg, Johannes Seibt, George Finley, Christa Schmid-Ehrlinger und Werner Jost gezeigt. Zur feierlichen Eröffnung wird weiterhin der ortsansässige Klarinettist Hans Kumpf zugegen sein und für eine passende musikalische Umrahmung sorgen.

Das Pahl-Museum hat Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Zu finden ist es im Mainhardter Ortsteil Gailsbach, Hauptstraße 6.

Bildquelle: © Dieter Schütz / Pixelio.de

Picasso-Kunstwerke auf Leinwand in Marseille zu sehen

390902_web_R_K_by_Bildpixel_pixelio.de (2)Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers hört sich nicht unbedingt nach Kunst an. Vielmehr scheint es sich um ein Museum zu handeln, das sich mit der Geschichte der Menschheit in Europa und speziell mit den Menschen im Mittelmeerraum befasst. Ganz falsch ist das nicht. Immerhin ist die Kunst eng mit der Menschheitsgeschichte verknüpft. Malereien, Skulpturen und ähnliches geben Auskunft über das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten. Da liegt es nahe, dass in den Museumsräumen ebenfalls Kunstausstellungen stattfinden.

Eine solche wurde unlängst eröffnet und beschäftigt sich mit niemand Geringerem als Pablo Picasso. Etwa 270 Werke von ihm sind zu sehen. Der Titel der Ausstellung lautet “Picasso, un génie sans piédestal”, was in etwa mit „Picasso, ein Genie ohne Sockel“ übersetzt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt der Schau sind volkstümliche Traditionen, die auf den Künstler gleichfalls großen Einfluss hatten. Er ließ sich von den Bräuchen und der Kunst seines Volkes inspirieren. Besonders von Erlebnissen aus seiner Kindheit, die er in Katalonien verbrachte, zehrte der Maler sein ganzes Leben lang.

Geboren wurde Picasso 1881 in Málaga. Im Alter von sieben Jahren siedelte die gesamte Familie nach Barcelona um. Schnell wurde die neue Stadt seine Heimat. Hier wagte der junge Pablo auch seine ersten Malversuche. Unter Anleitung seines Vaters begann er im Jahre 1889 das Ölgemälde „Picador“. Es zeigt einen Stierkämpfer in der Arena und wurde 1890 vollendet. Das Bild gilt als das erste bekannte Ölgemälde Picassos. Im Laufe seines Lebens sollte noch eine Vielzahl weiterer, auf der ganzen Welt bekannter Kunstwerke entstehen.

Stierkampfszenen widmete sich Picasso des Öfteren. Die aktuelle Ausstellung beinhaltet beispielsweise zwei Bilder mit dem Namen “Der Matador”, die aus einer privaten Sammlung stammen. Der traditionelle Corrida, wie der Stierkampf in der Landessprache heißt, war eine der mannigfaltigen Inspirationsquellen des Künstlers. Schaut man sich die Gemälde auf Leinwand genauer an, scheint Picasso aber eine etwas andere Sicht auf die Dinge zu haben. Er stellte nur selten eine Siegesszene des Toreros, also den Tod des Stieres, dar. Das Bild „Der Stierkampf” etwa bildet den Torero als Verlierer ab. Damit ist es mit einer eher ungewöhnlichen Aussagekraft behaftet.

Neben der Malerei war Picasso Bildhauer und Grafiker. Deshalb sind im Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers nicht nur Bilder auf Leinwand ausgestellt, sondern weiterhin Skulpturen, Grafiken und Keramiken. Zusammengetragen wurden die Exponate aus Museen und Privatsammlungen. Vom Pariser Picasso-Museum stammen fast 70 Ausstellungsstücke. Aus privater Hand kommen dagegen die „Männerbüste (II)“ und das „Spanische Paar“. Wesentlicher Bestandteil dieser Gemälde sind zwei traditionelle spanische Kopfbedeckungen: die Mantilla, ein Schleiertuch für Frauen, sowie die Barretina, eine rote Wollmütze, die ausschließlich den Männern vorbehalten ist. Jene Accessoires sind in vielen Werken des Künstlers wiederzufinden.

Bis zum 29. August hat die Ausstellung noch geöffnet. Für 9,50 Euro können die Museumsbesucher in die spanische Lebensweise des ausklingenden 19. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts aus Sicht eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit eintauchen. Die Gärten und die Aussichtsterrasse des Museums sind frei zugänglich.

Das Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers wurde 2013 im Alten Hafen von Marseille eröffnet. Anlass war die Ernennung der Stadt zur Kulturhauptstadt Europas.

Bildquelle: © Bildpixel / Pixelio.de

Düsseldorfer Nacht der Museen zeigte nicht nur Kunst auf Leinwand

8287_web_R_K_B_by_Dietmar Meinert_pixelio.de (2)Wie facettenreich Kunst sein kann, bekamen rund 20.000 Interessenten in der Nacht vom 9. zum 10. April in Düsseldorf zu sehen. Mehr als 50 Kunstinstitutionen der Stadt hatten bis zwei Uhr morgens ihre Türen geöffnet, um den zahlreichen Gästen die unterschiedlichsten Ausprägungen von Kunst zu nahezubringen. Werke von großen Meistern waren ebenso darunter wie Exponate von hoffnungsvollen Nachwuchskünstlern. Außerdem gab es ein buntes Rahmenprogram mit Musik, Tanz und Lesungen. Eine große Zahl der Künstler war darüber hinaus anwesend und stand für ein persönliches Gespräch bereit.

Ob Laie oder Profi: Jeder, der sich in irgendeiner Weise mit Kunst verbunden fühlt, kam in der Museumsnacht auf seine Kosten. Es war bereits das 16. Mal, dass diese stattfand. Der rege Zuspruch gab den Organisatoren Recht, dass Kunst zeitlos und stets präsent ist. Wie sie interpretiert wird, ist Ansichtssache und der Fantasie eines jeden selbst überlassen. Dementsprechend konnten neben Gemälden auf Leinwand beispielsweise auch futuristisch anmutende Installationen aus Metall und ausdrucksstarke Fotografien betrachtet werden.

Über 40 Museen, Galerien und andere Orte, an denen Kunst eine wichtige Rolle spielt, standen für einen Besuch in den späten Abend- und Nachtstunden offen. Dabei war nicht nur ein Gang durch die Ausstellungsräume, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen möglich. Zu den beteiligten Örtlichkeiten zählten etwa das Stadtmuseum, das NRW-Forum und die Kunsthalle. Eher ungewöhnlich muteten dagegen Kirchen, der Hafen und U-Bahnhöfe als Standorte für eine Kunstausstellung an. Dennoch nahmen sie an der „Nacht der Museen“ teil und konnten sich über einen nicht abreißenden Besucherstrom freuen. Damit jener ungehindert fließen konnte, wurde ein Shuttle-Bus eingesetzt, dessen Nutzung im Eintrittspreis von 14 Euro inklusive war.

Eins der Highlights war die erst seit Kurzem in der Kunstsammlung NRW gezeigte Gemäldeausstellung vom ehemaligen Henkel-Konzernchef Konrad Henkel. Seine Witwe Gabriele Henkel stellte einige Werke aus der umfangreichen Sammlung ihres verstorbenen Mannes dafür zur Verfügung. Bislang konnten diese nur in der Konzernzentrale bewundert werden. Dort schmückten sie die Flure, Treppenhäuser und Büros. Jetzt werden sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Henkel war vor allem ein Liebhaber der abstrakten Kunst, wie die von Imi Knoebel, Günther Uecker und Gerhard Richter gefertigten Gemälde auf Leinwand beweisen.

Was wäre Düsseldorf ohne Karneval? Jacques Tilly, der für seine bissig-satirischen Rosenmontagswagen zum Thema Politik deutschlandweit bekannt ist, beteiligte sich gleichfalls aktiv an der „Nacht der Museen“. Er nahm die Besucher mit in sein Allerheiligstes: In seinem Atelier konnten diese der Entstehung eines solchen Karnevalswagens von der Idee dazu über die Auswahl der geeigneten Materialien bis hin zur Fertigstellung beiwohnen.

Wer zwischendurch eine Pause benötigte und „den Kopf ein bisschen frei bekommen wollte“, konnte im Plenarsaal des Landtages einem spanischen Gitarristen lauschen oder in der Basilika St. Lambertus mit einem 15-köpfigen Kammerchor auf eine Reise durch sieben Jahrhunderte Musik gehen. Stand einem der Sinn dagegen nach einem Tänzchen, war das Benrather Schloss ein empfehlenswertes Ziel. Dort wurde unter der Leitung von Profitänzerin Isabell Edvardson Walzer getanzt.

So bot die Düsseldorfer Museumsnacht für jeden etwas und man kann sich sicher sein, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt war.

Bildquelle: © Dietmar Meinert / Pixelio.de

Eine Bibliothek für Kunst: Die Artothek verleiht Bilder auf Leinwand

487244_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de (2)„Kunst für Jedermann“ ist das Motto in der Artothek, die kürzlich im Seevetaler Ortsteil Meckelfeld eröffnet hat. Die Idee dahinter ist angelehnt an eine Bibliothek: Man kann etwas ausleihen. Allerdings stehen in der Artothek keine Bücher dafür bereit, sondern Kunst auf Leinwand. Wer sich für eins der Bilder interessiert, kann dieses mitnehmen und bei sich Zuhause oder an einem anderen Ort aufhängen.

Aufgebaut ist das Ganze wie eine Ausstellung. Sie steht unter der Leitung von Gabriele Maidorn, die gleichzeitig die Leiterin der Zentralbücherei Meckelfeld ist. Ein Jahr lang werden 55 Werke von drei aus der Region kommenden Künstlern gezeigt. Die Geesthachterin Jutta Gehrke-Freund machte 1999 die Malerei nach 40 Jahren im Büro zu ihrem Lebensinhalt. Sie nahm an mehreren Seminaren teil und erhält ihre Inspiration aus den Werken der Meister des Kubismus und Impressionismus.

Yvonne Lautenschläger ist 1964 in Bielefeld geboren, wuchs im Rheinland auf und zog schließlich nach Hamburg, wo sie seit 1998 lebt. Sie bezeichnet ihre Arbeiten als subversiv, die auf den ersten Blick äußerst dekorativ erscheinen, auf den zweiten Blick aber auch eine Botschaft vermitteln. Der einzige Herr in der Runde ist der in Seevetal lebende Rentner Peter H. Nissen. Der ehemalige Gymnasiallehrer, der unter anderem von 1978 bis 1994 am Gymnasium in Meckelfeld unterrichtete, hat 2011 die Liebe zur Acrylmalerei entdeckt.

Die zwei Künstlerinnen und der Künstler stell(t)en der Artothek Werke zur Verfügung, die eine enorme Bandbreite an Kunststilen abdeckt. Die Motive auf den Leinwänden reichen von Blumen über maritime Ansichten bis hin zu Landschaften, die der Fantasie entsprungen sind. Schon die Vernissage am 3. April ließ einige Hoffnung für eine erfolgreiche Zukunft aufkommen. Erschienen waren etwa 50 Gäste, die nicht nur die Kunstwerke auf Leinwand bewunderten, sondern auch Gespräche führen und Musik lauschen konnten. In der wohligen Atmosphäre konnte dann auch ein Bild verkauft werden, für sieben weitere haben sich bereits interessierte Entleiher registrieren lassen.

Bis Ende März 2017 können die Ausstellung besucht und Bilder geliehen werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatpersonen, auch Firmen sind herzlich willkommen. Der Ausleihzeitraum beträgt jeweils drei Monate. Dafür wird eine geringe Gebühr fällig, die sich an dem Wert des Bildes bemisst und gestaffelt berechnet wird. Die Leihgebühren betragen demnach 5, 10 oder 15 Euro. Weiterhin wird ein Jahresabonnement angeboten, das die Ausleihe von vier Bildern beinhaltet. Außerdem ist der Kauf von Bildern möglich. Eine eventuell entrichtete Leihgebühr wird dabei auf den Kaufpreis angerechnet.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind analog zu denen der Zentralbücherei Meckelfeld und zwar am Montag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr, am Dienstag von 15 bis 19 Uhr, am Mittwoch von 15 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 19 Uhr und am Freitag von 10 bis 18 Uhr. In den Schulferien können jene abweichen. Die Ausstellungsräume sind in den Räumen der Meckelfelder Bücherei unter der Adresse Am Schulteich 1 zu finden. Parkplätze sind direkt vor der Bücherei vorhanden. Darüber hinaus ist die Artothek gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Der Zugang zur Bibliothek ist barrierefrei.

Bildquelle: © Rosel Eckstein / Pixelio.de

Manierismus auf Leinwand noch bis Juni im Frankfurter Städel zu sehen

Der Manierismus war eine Kunstrichtung, die sich innerhalb der Spätrenaissance in Italien herausbildete. Es war eine Zeit des Aufruhrs, der Krankheiten und der Gewalt. Der „Schwarze Tod“ raffte 36.000 Menschen dahin, Florenz befand sich in der Belagerung, in Rom wurde geplündert. Und dennoch gab es Menschen, die sich der Kunst widmeten. Sie fertigten Gemälde und Skulpturen. Einige von ihnen sind nun im Städel-Museum in Frankfurt am Main zu sehen.

Von den Widrigkeiten dieser Ära ist in der Kunst nicht unbedingt etwas zu bemerken. Im Gegenteil: Der Manierismus gilt als übertrieben gekünstelt. Typisch sind Heiligenbilder und Porträts von Herrschern. Insgesamt 130 Kunstwerke zeigen Museumsdirektor Max Hollein und seine Mitarbeiter in der Ausstellung mit dem Titel “Maniera. Pontormo, Bronzino und das Florenz der Medici” dem interessierten Publikum noch bis zum 5. Juni. 120 davon stammen direkt aus Florenz. Das Städel ist das erste Museum, welches außerhalb Italiens eine derartig umfangreiche Präsentation zum Thema Manierismus in Europa auf die Beine gestellt hat.

Hollein zeigt sich von der Kunstrichtung besonders angetan. Er bezeichnet die Maler als Angehörige einer herausragenden Generation und bescheinigt ihnen einen modernen und kühnen Ideenreichtum, mit dem nach eigenwilligen und bisweilen auch radikalen Lösungen gestrebt wurde. Die Kunst ist für Hollein mit einer außergewöhnlichen Intensität behaftet, von der er sich wünscht, dass sie auch den Betrachter erfasst.

Jenen wird vor allem auffallen, dass mit einigen Tabus gebrochen wurde. Die Entstehungszeit der Gemälde auf Leinwand liegt zwischen 1512 bis 1568. Gott war allgegenwärtig und der Glaube an ihn nahm einen hohen Stellenwert im Leben der Menschen ein. Da wundert es nicht, dass die sich dem Manierismus zuwendenden Künstler als „die jungen Wilden von Florenz“ bezeichnet wurden. Schließlich ließen sie forsch aus dem Gewand der Gottesmutter eine Brustwarze hervorblitzen und das Jesuskind ähnelte mehr einer Karikatur anstatt wohlgenährt in den Armen seiner Mutter zu liegen. Die Grenzen zur Gotteslästerung dürften mit derartigen Darstellungen zur damaligen Zeit bei Weitem überschritten worden sein. Allerdings scheint dies in den Hintergrund zu rücken. Immerhin fiel in diese Phase eine ganze Reihe von historischen Ereignissen, die einschneidende Veränderungen brachten. Die von Deutschland ausgehende Reformation gestaltete das westliche Christentum komplett um, Spanien wurde zur Weltmacht und in Italien strebten die Medici nach der Herrschaft, während die Republiken der Vergangenheit angehörten.

Bei der Städel-Ausstellung steht nicht ein einzelner Künstler im Mittelpunkt, sondern derer viele. Es geht vordergründig darum, die Beziehungen untereinander näher zu beleuchten. Wer arbeitete zusammen, wer wollte überhaupt nichts miteinander zu tun haben und wer lernte von wem. Den meisten Vertretern des Manierismus blieb der große Durchbruch ohnehin verwehrt. Sie mussten sich bereits zu Lebzeiten gegen weltbekannte Künstler wie Leonardo da Vinci durchsetzen. Die Vertreter des Manierismus sind so etwas wie die stillen Helden der Kunst. Für Kurator Bastian Eclercy waren sie diejenigen, die dem Individualismus in der Kunst die Tür öffneten.

Die Ausstellung umfasst neben Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen weiterhin Baukunst. Die Architektur des Manierismus hat es im Gegensatz zu den anderen Kunststilen zu einem wesentlich höheren Bekanntheitsgrad gebracht. Im ersten Stock des Museums kann der Besucher einen fünf Meter hohen Nachbau bestaunen von einer Bibliotheksfassade bestaunen. Sie entwarf einst Michelangelo für die Medici.

Bildquelle: © S. Hofschlaeger / Pixelio.de

Gurlitt-Untersuchung abgeschlossen: Herkunft bei elf Bildern auf Leinwand geklärt

501163_web_R_K_by_Thorben Wengert_pixelio.de (2)Der Fall Cornelius Gurlitt war von Anfang an verwirrend. Nicht nur, dass den zuständigen Stellen Versäumnisse vorgeworfen wurden, auch die mit der Herkunftsforschung beauftragten Experten tappten lange im Dunkeln. Nach zwei Jahren intensiver Forschung legten sie nun ihren Abschlussbericht vor. Dieser offenbart, dass unter der mehr als 1.500 Kunstwerken umfassenden Sammlung nur bei den wenigsten Bildern unzweifelhaft davon ausgegangen werden kann, dass sie einst von den Nazis unrechtmäßig in deren Besitz gebracht wurden.

Cornelius Gurlitt war der Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, der der bedeutendste Kunsthändler zu Zeiten des NS-Regimes war. Hildebrand Gurlitt war einer von vier Kunsthändlern, die von den Nazis als Händler für „Entartete Kunst“ bestimmt wurden. Sie allein waren dazu berechtigt, mit den vordergründig von Juden beschlagnahmten Gemälden und andere Kunstgegenständen Handel zu treiben. Gurlitts Haupttätigkeitsgebiet war Frankreich. Im Jahre 1943 wurde Hildebrand Gurlitt vom Kunsthistoriker Hermann Voss zu einem der Haupteinkäufer für das „Führermuseum“ in Linz ernannt. Nach dem Krieg stritt Gurlitt jegliche Beteiligung daran ab und blieb weiterhin ein geschätzter Kunstexperte.

Auch privat widmete sich Hildebrand Gurlitt dem Sammeln von Kunst. Die klassische Moderne hatte es ihm angetan und als er 1956 an den Folgen eines Autounfalls verstarb, wurde sein Sohn Cornelius Gurlitt als Erbe seiner umfassenden Kunstsammlung eingesetzt. Um welche Art von Kunst es sich handelte, war bis 2012 nahezu unbekannt. Cornelius Gurlitt fiel erst auf, als er 2010 bei einer Zugfahrt von Zürich nach München von Zollbeamten mit einer ungewöhnlich großen Menge Bargeld aufgegriffen wurde. Bis zur Durchsuchung seiner Wohnung dauerte es allerdings noch bis Februar 2012, wo die Fahnder dann die unglaubliche Entdeckung eines Teils des „Schwabinger Kunstfundes“ machten. Später wurden weitere Werke in seiner Salzburger Wohnung sichergestellt. Cornelius Gurlitt starb im Mai 2014, seine Kunstsammlung hielt die Welt aber weiter in Atem.

Mitte Januar 2016 wurde nun endlich der Abschlussbericht veröffentlicht. Die Arbeit der Expertenkommission ist damit beendet, das Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg wird jedoch die Ermittlungen nach der Herkunft der Bilder fortsetzen. Von den rund 1.500 Werken standen 500 in Verdacht, dass es sich bei ihnen um NS-Raubkunst handelt. In fünf Fällen ließ sich beweisen, dass dieser Tatbestand erfüllt ist. Bei sechs Gemälden auf Leinwand konnte die Herkunft tatsächlich geklärt werden. Vier Bilder vom aus Thüringen stammenden Maler Otto Dix wurden in der Sammlung vermutet, konnten aber nicht gefunden werden. Nach wie vor fehlt von ihnen jede Spur. Ein Gemälde vom Franzosen Marc Chagall stellte sich bei näheren Untersuchungen als Fälschung heraus.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts am 14. Januar, dass es dennoch weiterhin das Ziel sei, die Herkunft jedes einzelnen Kunstwerkes herauszufinden. Für das nächste Jahr wird das Zentrum Kulturgutverluste mit der Provenienzenforschung beauftragt. Diesbezüglich wurde bereits ein auf ein Jahr befristeter Vertrag geschlossen.

Die bisher damit betraute Kommission sieht die größten Probleme in den oftmals während der Kriegszeit verlorengegangenen Dokumenten. Ohne diese sei es schwer, die Herkunft und auch den rechtmäßigen Besitzer zu ermitteln. Zudem seien Privatarchive selten an einer Zusammenarbeit interessiert und geben kaum Auskunft zu bei ihnen eventuell vorhandenen Informationen.

Die Bundestagsabgeordnete Sigrid Hupach (Linke) hegt Zweifel daran, ob die zur Verfügung stehenden Gelder überhaupt für die in Zukunft geplanten Ermittlungen ausreichend sind. Immerhin sei es mit den bisher verwendeten 1,8 Millionen Euro gerade einmal gelungen, elf Bilder eindeutig als NS-Raubkunst zu identifizieren.

Bildquelle: © Thorben Wengert / Pixelio.de

Bilder von Ernst Martin Kirchner auf Leinwand gibt es jetzt auch fürs Wohnzimmer

35451_web_R_K_by_Frank Vogelskamp_pixelio.de (2)Die Stadtbücherei Fehmarn beherbergt in ihrem Obergeschoss seit 20 Jahren eine Dokumentation über den Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Der gebürtige Aschaffenburger hatte zu der Insel eine ganz besondere Beziehung. Er verbrachte das Jahr 1908 und die Zeit von 1912 bis 1914 dort. Obgleich es sich lediglich um vier Jahre seines Lebens handelte, entstand auf Fehmarn ein Zehntel seines gesamten künstlerischen Lebenswerks.

Derzeit wird die Dokumentation in der Fehmarner Stadtbücherei erneuert. Dies nahm der ortsansässige Kirchner-Verein zum Anlass, um den Liebhabern des bedeutenden Expressionisten eine außergewöhnliche Gelegenheit zu bieten: Sie können die Reproduktion eines Werkes aus Kirchners Fehmarn-Zyklus im Klein- oder Großformat auf Leinwand erwerben und zwar gegen eine Spende für den Verein. Im Zuge der Neugestaltung der Dokumentation wird eine komplette Auswechslung der bislang an den Wänden zu sehenden Bildern vorgenommen. Eine ideale Chance für Kunstliebhaber, die nicht die erforderlichen finanziellen Mittel zum Erwerb eines Originals zur Verfügung haben!

Schon rund 1.500 Arbeitsstunden haben Christa Bänfer-Schellmann, Carmen Reinhardt und Dr. Joachim Schellmann in die Umgestaltung der Ausstellung investiert. Sie sind die drei Gründungsmitglieder des Vereins und können es nicht über das Herz bringen, die alten Bilder auf dem Dachboden einzumotten und dort dem Einstauben preiszugeben, wie Bänfer-Schellmann die nicht alltägliche Aktion begründet.

Die Künstler – neben Bildern von Kirchner gibt es auch Werke von weiteren Malern aus der Künstlergruppe „Brücke“ zu sehen – knüpften an die Realisierung des Wunsches nach einer Umgestaltung der Ausstellungsräume hohe Ansprüche. Sie widmeten sich zwar der Ölmalerei, die geprägt von tiefsatten Farben war, allerdings versahen sie die Leinwand mit einer matten Oberfläche, was für diesen Malstil eigentlich völlig untypisch ist. Die Druckereien, die die Leinwandreproduktionen herstellten, mussten etliche Probe abliefern, bis endlich alles passte. Damit die Bilder einheitlich und optimal zur Geltung kommen, werden sie in weiße Schattenfugen-Rahmen präsentiert.

Von den rund 120 Ölgemälden, die Kirchner in seiner Zeit auf Fehmarn erschaffen hat, möchte der Verein so viele wie möglich in der neuen Schau zeigen. Mit bislang 68 sind bereits mehr als die Hälfte der Werke vorhanden. Was nicht auf Leinwand an den Wänden zu sehen ist, kann zumindest als Poster in den eigens dafür erworbenen Ständern betrachtet werden. Zu den Gemälden gesellen sich diverse Skizzen und Zeichnungen des Künstlers.

Zum Verweilen lädt die gleichfalls neu gestaltete Leseecke die Ausstellungsbesucher ein. Wie sollte es anders sein: Auch hier dreht sich alles um das Leben und Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner. Die Ecke wurde passend zum Erscheinungsbild der Ausstellungsräume mit weißen Möbeln eingerichtet und soll gleichzeitig ein Dankeschön für die Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei darstellen.

In den Vitrinen wurden die teilweise mit den Jahren ausgeblichenen Ausstellungsstücke durch neue ersetzt. Zu sehen sind nun seltene Postkarten des Künstlers, die einen Einblick in sein damaliges Lebensgefühl vermitteln. Der Verkauf von Postkarten mit Kirchner-Motiven bleibt über die Neugestaltung hinaus erhalten. Er ist weiterhin ein Bestandteil der Ausstellung.

Die Öffnungszeiten der neugestalteten Ernst-Ludwig-Kirchner-Dokumentation sind analog zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei. Diese hat von Montag bis Freitag von 9.30 bis 12 Uhr sowie von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet. Am Mittwoch ist der Besuch lediglich am Vormittag möglich. Interessenten an einer Kirchner-Reproduktion sollten sich direkt an den Verein wenden.

Bildquelle: © Frank Vogelskamp / Pixelio.de

Kunst auf Leinwand aus Gotha bald in den USA zu sehen

475706_web_R_K_by_SonneDo_pixelio.de (2)Im kommenden Jahr wird es einen regen Verkehr zwischen dem Schloss Friedenstein im thüringischen Gotha und den USA geben. Etliche Spezialtransporter werden vor dem Museum Schlange stehen, um die wertvollen Kunstschätze des Schlosses über den großen Teich zu transportieren. Sie werden die Highlights der dortigen Luther-Ausstellungen sein.

Der weltberühmte Reformator begeht 2017 seinen 500. Geburtstag und die ganze Welt feiert mit. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Schließlich ist es ein enormer logistischer Aufwand, die verschiedensten Exponate in alle Herrenländer zu verschicken. Die von der Stiftung Schloss Friedenstein zur Verfügung gestellten Kunstwerke sind für gleich drei Ausstellungen in den USA vorgesehen. Diese werden unter dem Titel „Here I stand…“ in New York, Atlanta und Minneapolis gezeigt.

Die dafür ausgewählten Stücke sind besonders hochkarätig. Ihre Präsentationen sind ein weiterer Höhepunkt zum Auftakt des Lutherjahres. Eins der Bilder ist zum Beispiel das Werk „Gesetz und Gnade“, welches von Lucas Cranach dem Älteren 1529 gemalt wurde. Ein anderes zeigt „Christus und Maria“ und entstand in den Jahren 1515/20.

Lucas Cranach der Ältere pflegte eine enge Beziehung zu Martin Luther. Er war dessen Trauzeuge bei der Eheschließung mit Katharina von Bora. Später wurde er zudem Taufpate von Luthers Sohn Johannes. Cranach der Ältere war ebenfalls mit Philipp Melanchthon befreundet. Die Freundschaften mit den beiden Männern ließen den Künstler zum Maler der deutschen Reformation werden. Außerdem stammten die Grafiken in den seinerzeit landesweit herausgegebenen, reformatorischen Schriften von ihm. Wessen Meisterwerke würden also besser zum 500. Jahrestage Luthers passen als die von Lucas Cranach dem Älteren!?

Die Stadt Wittenberg, in der die Reformation 1517 durch den Anschlag von Luthers 95 Thesen an der Schlosskirche ihren Anfang nahm, war viele Jahrzehnte die Heimat von Cranach dem Älteren. Bereits Ende 1504 stellte ihn Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen als Hofmaler im Wittenberger Schloss ein. Selbst über dessen Tode hinaus hatte er diese Stellung inne. Erst als sein mittlerweile dritter Dienstherr nach einer verlorenen Schlacht in Gefangenschaft nach Augsburg kam, verließ er die Stadt.

Doch nicht allein die Stiftung Schloss Friedenstein betätigt sich als Ausstatter der US-amerikanischen Ausstellungen. Und es werden auch nicht nur Gemälde gezeigt. Ein anderes Bundesland leiht einen Brief Luthers an Karl V. aus, der allerdings nie in die Hände des Kaisers gelangte. Des Weiteren werden eine Kutte des Reformators, ein Stiefel des Kurfürsten Johann Friedrich des Großmütigen, ein von Luther signiertes und von ihm übersetztes Exemplar der Bibel sowie ein Erlass des vorgenannten Herrschers, der die Reichsacht über den Reformator verhängte, präsentiert.

Aufmerksamkeit wird gewiss auch der Gothaer Tafelaltar erregen. Vorab muss das aus 160 Einzelbildern bestehende Werk aber erst einmal die Reise nach Amerika unbeschadet überstehen. Es ist übrigens der bilderreichste Wandaltar Deutschlands und entstammt der Werkstatt von Heinrich Füllmaurer.

Um die Ausstellungen zu besuchen, müssen Interessenten nicht unbedingt in die USA aufbrechen. Zeitgleich mit der Eröffnung wird es ab Oktober 2016 unter #hereistand eine Präsentation im Internet geben. Die digitale Version ist downloadbar und beinhaltet neben den vor Ort in den Museen vorhandenen Exponaten 3D-Scans, Infografiken über das Leben und Schaffen Luthers sowie Informationen über die Reformation im Allgemeinen.

Vordergründig sollen mit der Onlinepräsentation Kirchgemeinden, Schulen und Universitäten angesprochen werden. Privatpersonen sind aber ebenso herzlich willkommen und können sich Poster herunterladen oder einige der Ausstellungsobjekte in 3D ausdrucken.

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