Categories
Allgemein

Die Geschichte des Rheins erfahren: Der QR-Code macht es möglich

Gevatter Rhein wird modern. Wer künftig am Ufer des Flusses entlangradelt und sich dabei geschichtlich bilden möchte, kann dafür den an zahlreichen Stationen angebrachten QR-Code nutzen.

734934_web_R_K_by_berggeist007_pixelio.de (2)Mit dem Reiseführer im Gepäck am Rhein entlangradeln und für Informationen absteigen und das Büchlein zur Hand nehmen müssen? Das war einmal! Der altehrwürdige Gevatter Rhein wird modern und zwar mit QR-Codes. Vor kurzem startete das Projekt „Audiotouren“. Insgesamt stehen Radlern – und auch anderen Interessierten – sieben verschiedene Touren mit 42 Stationen am Ufer des Rheins zur Verfügung. Ins Reisegepäck gehört von nun an also ein mobiles Endgerät, das zum Auslesen von QR-Codes in der Lage ist.

Das Projekt wollte andere Wege gehen. Die Nutzung von QR-Codes zu Informationszwecken ist nicht neu, Museen und öffentliche Einrichtungen verwenden diese Technologie ebenfalls seit einiger Zeit. Am Rhein aber informieren Menschen, die mit dem Fluss verbunden sind und aus der jeweiligen Region stammen.

Als Moderator konnte unter anderem der Leiter des Siebengebirgsmuseums in Königswinter, Elmar Scheuren, gewonnen werden. Weiterhin berichten Gotthard Emmerich, seines Zeichens Winzer aus Leutesdorf, der Direktor des Arp Museums Bahnhof Rolandseck, Oliver Kornhoff, und Schwester Michele als Bewohnerin der Klosterinsel Nonnenwerth von ihrem Leben am und mit dem Rhein.

In ihren Erzählungen geht es um Mythen, um die Landschaft, um die Geschichte des Stroms und vieles mehr. Mehr als 40 Menschen aus dem Mittelrheintal liehen dem Projekt ihre Stimme und halfen dadurch mit, die Idee in die Praxis umzusetzen. Die Touren tragen solch klangvolle Namen wie “Impulse aus einem weiten Tal” oder “Mythos und Menschen am Rhein”. Sie führen durch das Gebiet zwischen Mäuseturm und Rolandsbogen.

Interessant ist ebenfalls die Tour „essbare Stadt Andernach“, deren Moderation der Projektverantwortliche Lutz Kosack höchstpersönlich in die Hand genommen hat. An einer anderen Stelle erzählt der ehemalige Aalfischer Willi Frings aus Urmitz nach dem Scannen des QR-Codes, wie er einst in der Nacht am Rhein auf Aalfang ging. Sogar ein „Blaublütler“ kommt zu Wort: Fürst Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn erklärt, warum ein Abstecher zum Kulturpark Sayn unbedingt sein muss.

Die Radtouren sind zwischen 16 und 46 Kilometern lang. Da sie ausschließlich auf ebenerdigen Abschnitten des Rhein-Radwegs entlangführen, sind sie für Radfahrer aller Altersklassen geeignet. Die Audiobeiträge sind sowohl von den Schildern am Weg über den dazugehörigen QR-Code als auch im Internet auf der Webseite des Rhein-Radwegs abrufbar. Sie können weiterhin im MP3-Format auf geeignete Mobilgeräte heruntergeladen werden. Ferner ist eine Broschüre verfügbar, die gleichfalls die QR-Codes enthält. Sie steht auf der Internetseite zum Download bereit oder kann dort in gedruckter Form bestellt werden.

Der Rheinradweg hat eine Gesamtlänge von 1.233 Kilometern. Er ist einer der bekanntesten und wichtigsten Fernradwege Europas. Die durch Nordrhein-Westfalen führende Etappe gilt als besonders attraktiv. Sie reicht vom Drachenfels im Siebengebirge bis zur Hansestadt Emmerich am Rhein. Wer die Route befährt, trifft auf eine Landschaft, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Die quirligen Großstädte Düsseldorf und Köln werden ebenso durchquert wie idyllische Landstriche am Niederrhein. Der Radler „erfährt“ einen Mix aus Tradition und Moderne. Mittelalterlich geprägte Ortskerne laden zum Verweilen und Entspannen ein, während Duisburg, die Stadt mit dem größten Binnenhafen der Welt, scheinbar nie zur Ruhe kommt.

Der Rhein und seine Landschaften am Ufer vereinen alles, was Deutschland charakterisiert. Kein anderer Radweg bietet mehr Abwechslung als der Rheinradweg in Nordrhein-Westfalen. Mit dem neu gestarteten Audiotourenprojekt ist er um eine Attraktion reicher.

Bildquelle: © berggeist007 / Pixelio.de