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Aufkleber

Ein Aufkleber, der Leben rettet!

Schon im Kindergarten lernen die Kleinen die Notrufnummer 112 kennen. Diese gilt europaweit. Das wissen mittlerweile 20 Prozent der Deutschen. Am Euronotruftag wurden in vielen Orten Aufkleber mit der Notrufnummer verteilt, um sie noch populärer zu machen.

533450_web_R_K_B_by_Axel Hoffmann_pixelio.deIn insgesamt 40 Ländern Europas erreicht man mit der Nummer 112 über das Handy oder das Festnetztelefon die Rettungsleitstelle, wo die Koordination von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zusammenläuft. Dort wird alles getan, damit der Anrufer schnell die von ihm benötigte Hilfe bekommt. Die Nummer ist ohne Vorwahl gültig, kostenlos und an keinen Telefonanbieter gebunden beziehungsweise unabhängig vom Netzempfang mit dem Handy. So ist gewährleistet, dass wirklich jedem in einer Notsituation geholfen werden kann.

Schon im Kindergarten lernen die Kinder die Nummer 112 kennen und bekommen vermittelt, welche wichtigen Fragen sie am Telefon beantworten können müssen, damit die Hilfe zeitnah und präzise erfolgen kann. Umfragen ergaben, dass inzwischen auch 20 Prozent der Deutschen um die Gültigkeit der Nummer im europäischen Ausland wissen. Ausreichend ist die Zahl aber nicht. Schließlich bedeutet dies im Umkehrschluss, dass 80 Prozent die 112 ausschließlich auf Deutschland beziehen und demzufolge im Ausland nicht wissen würden, wie sie bei einem Notfall an Hilfe gelangen. Zum Euronotruftag am 11. Februar stand deshalb die 112 im Vordergrund des Geschehens. So wurden etwa Aufkleber verteilt. In manchen Orten war das aber erst mit einiger Verzögerung möglich, denn das Ganze wurde natürlich mit Beteiligung verschiedener prominenter Personen durchgeführt. Neben regionalen Politikern war auf mancher Veranstaltung weiterhin der eine oder andere EU-Abgeordnete anzutreffen, der sich gleichfalls für die europaweite Rettung starkmacht, und bekanntlich haben eben jene immer einen vollen Terminkalender.

Der Euronotruftag hat aber auch gezeigt, dass es noch einiges zu tun gibt, wenn es um die Rettung ohne Grenzen geht. Unter anderem wurde die Frage debattiert, wie die europaweite Nummer in die Köpfe aller Menschen gebracht werden kann. Aufkleber sind eine Möglichkeit. Sie könnten in öffentlichen Einrichtungen, in Reisebüros oder in Informationsstellen zum kostenlosen Mitnehmen ausgelegt werden. Denkbar ist ferner eine Verbreitung über Zeitungen und Zeitschriften. Selbstverständlich sollte die Nummer aber immer präsent sein. Deshalb wurden vielerorts anlässlich des Euronotruftags Rettungswagen mit neuen Aufklebern ausgestattet.

Wer international auf die 112 zugreift, wird übrigens direkt an die Polizei weitergeleitet. Gültig ist die Nummer außer in den Staaten der EU unter anderem auch in Südkorea, in der Schweiz, in Liechtenstein, in Kasachstan und in der Ukraine. Ein anderes Problem bei der Wahl der Notrufnummer ist die Wählbarkeit von Mobiltelefonen, die stellenweise mit der kurzen Nummer – in manchen Ländern gibt es gar nur zweistellige Notrufnummer – nicht zurechtkommen und deshalb die Nummer nicht wählen oder eine Fehlermeldung im Display anzeigen. In Deutschland besteht das Problem nicht. Hier ist beim Halten des Anrufs bei der Rettungsleitstelle außerdem die Ortung der anrufenden Person möglich. Seit dem November 2006 erlauben alle Mobilfunkanbieter außer E-Plus die Handyortung via GSM, also über die Einwahl in das Funknetz. Mit dem Wählen des Notrufs gibt der Betreffende eine Datenschutzverzichtserklärung ab. Jedes eingehende Gespräch über die Notrufnummer wird grundsätzlich aufgezeichnet. Eine eventuelle Unterdrückung der Rufnummer hat keine Bedeutung, die mit der Nummer verbundenen Daten können trotzdem problemlos abgerufen werden. Dennoch erfolgt eine Ortung des Geräts nur nach Zustimmung des Anrufers, wobei es allerdings keine Rolle spielt, ob dieser der rechtmäßige Eigentümer ist. Dem Missbrauch der Notrufnummer wurde durch eine Verordnung aus dem Jahre 2009 ein Riegel vorgeschoben, indem die Wahl ohne betriebsbereite SIM-Karte im Gerät nicht mehr möglich ist.

Bildquelle: © Axel Hoffmann / Pixelio.de