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Eine Bibliothek für Kunst: Die Artothek verleiht Bilder auf Leinwand

Im Seevetaler Ortsteil Meckelfeld hat eine besondere Bibliothek eröffnet: In der Artothek werden keine Bücher verliehen, sondern Bilder auf Leinwand.

487244_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de (2)„Kunst für Jedermann“ ist das Motto in der Artothek, die kürzlich im Seevetaler Ortsteil Meckelfeld eröffnet hat. Die Idee dahinter ist angelehnt an eine Bibliothek: Man kann etwas ausleihen. Allerdings stehen in der Artothek keine Bücher dafür bereit, sondern Kunst auf Leinwand. Wer sich für eins der Bilder interessiert, kann dieses mitnehmen und bei sich Zuhause oder an einem anderen Ort aufhängen.

Aufgebaut ist das Ganze wie eine Ausstellung. Sie steht unter der Leitung von Gabriele Maidorn, die gleichzeitig die Leiterin der Zentralbücherei Meckelfeld ist. Ein Jahr lang werden 55 Werke von drei aus der Region kommenden Künstlern gezeigt. Die Geesthachterin Jutta Gehrke-Freund machte 1999 die Malerei nach 40 Jahren im Büro zu ihrem Lebensinhalt. Sie nahm an mehreren Seminaren teil und erhält ihre Inspiration aus den Werken der Meister des Kubismus und Impressionismus.

Yvonne Lautenschläger ist 1964 in Bielefeld geboren, wuchs im Rheinland auf und zog schließlich nach Hamburg, wo sie seit 1998 lebt. Sie bezeichnet ihre Arbeiten als subversiv, die auf den ersten Blick äußerst dekorativ erscheinen, auf den zweiten Blick aber auch eine Botschaft vermitteln. Der einzige Herr in der Runde ist der in Seevetal lebende Rentner Peter H. Nissen. Der ehemalige Gymnasiallehrer, der unter anderem von 1978 bis 1994 am Gymnasium in Meckelfeld unterrichtete, hat 2011 die Liebe zur Acrylmalerei entdeckt.

Die zwei Künstlerinnen und der Künstler stell(t)en der Artothek Werke zur Verfügung, die eine enorme Bandbreite an Kunststilen abdeckt. Die Motive auf den Leinwänden reichen von Blumen über maritime Ansichten bis hin zu Landschaften, die der Fantasie entsprungen sind. Schon die Vernissage am 3. April ließ einige Hoffnung für eine erfolgreiche Zukunft aufkommen. Erschienen waren etwa 50 Gäste, die nicht nur die Kunstwerke auf Leinwand bewunderten, sondern auch Gespräche führen und Musik lauschen konnten. In der wohligen Atmosphäre konnte dann auch ein Bild verkauft werden, für sieben weitere haben sich bereits interessierte Entleiher registrieren lassen.

Bis Ende März 2017 können die Ausstellung besucht und Bilder geliehen werden. Das Angebot richtet sich nicht nur an Privatpersonen, auch Firmen sind herzlich willkommen. Der Ausleihzeitraum beträgt jeweils drei Monate. Dafür wird eine geringe Gebühr fällig, die sich an dem Wert des Bildes bemisst und gestaffelt berechnet wird. Die Leihgebühren betragen demnach 5, 10 oder 15 Euro. Weiterhin wird ein Jahresabonnement angeboten, das die Ausleihe von vier Bildern beinhaltet. Außerdem ist der Kauf von Bildern möglich. Eine eventuell entrichtete Leihgebühr wird dabei auf den Kaufpreis angerechnet.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind analog zu denen der Zentralbücherei Meckelfeld und zwar am Montag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 18 Uhr, am Dienstag von 15 bis 19 Uhr, am Mittwoch von 15 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 13 sowie von 15 bis 19 Uhr und am Freitag von 10 bis 18 Uhr. In den Schulferien können jene abweichen. Die Ausstellungsräume sind in den Räumen der Meckelfelder Bücherei unter der Adresse Am Schulteich 1 zu finden. Parkplätze sind direkt vor der Bücherei vorhanden. Darüber hinaus ist die Artothek gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Der Zugang zur Bibliothek ist barrierefrei.

Bildquelle: © Rosel Eckstein / Pixelio.de