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Leinwandbilder – seit Jahrhunderten beliebt

Manche Dinge sind kurzweilig, manche Dinge halten sich auf Dauer und manche Dinge kommen und gehen in regelmäßigen Abständen.

Während die großen Maler der Menschheit zum größten Teil auf Leinwand ihre Kunstwerke schufen, haben wir Otto-Normal-Verbraucher eher dem Papier den Vorzug gegeben. Das führte dazu, dass im letzten Jahrhundert die Leinwandbilder gar nicht mehr so populär waren. Wer nicht gerade genügend Geld hatte, um sich einen Original – Van Gogh oder einen Picasso zu leisten, für denen waren Leinwandbilder eigentlich gänzlich uninteressant.

Früher war die Leinwand für die Kunst ein wesentlich besserer Hintergrund als Papier. Gemalt wurde zum größten Teil mit Ölfarben. Diese waren und sind auf einer Leinwand wesentlich besser aufgehoben. Zudem war Papier in den vorangegangenen Jahrhunderten wenig verbreitet. Zwar wurde es offiziell bereits 105 n. Chr. vom chinesischen Ackerbauminister Tsai-Lun erfunden – inoffiziell geht man allerdings davon aus, dass es in China bereits 200 v. Chr. Papier gab -, jedoch hatte es längst nicht den Stellenwert der heutigen Zeit. Das Herstellungsverfahren war sehr aufwändig. Außerdem war Papier für viele Schriftstücke verpönt. Im Mittelalter hatten beispielsweise Urkunden aus Papier keinerlei Rechtskraft. Man konnte also sagen, die Menschheit hatte das Papier zwar erfunden, aber eigentlich war es noch zu früh dafür. Auf der ganzen Welt sind Anfänge des Papiers bekannt. Viele Kulturen entwickelten Papier unabhängig voneinander.

Leinen dagegen nutzten die Menschen für vielerlei. Sie waren im Umgang mit diesem Stoff wesentlich unbefangener und firmer als mit Papier. Bei einer Leinwand wird Leinenstoff auf oder in einen Rahmen gespannt. Dadurch bekommt die Leinwand einen festen Halt und man kann sich voll und ganz auf sein Kunstwerk konzentrieren. Mit Papier war das in der früheren Zeit schlecht möglich. Man darf sich Papier nicht in einer schönen Blattform vorstellen, wie man es heute kennt. Damals glich das Papier eher Fetzen. Die Qualität war mit der heutigen keinesfalls vergleichbar. Dazu wurde Papier auf Rollen hergestellt. Das heißt, um es flach zu bekommen, hätte man es mit Steinen oder ähnlichem Beschweren müssen. Ein Einspannen in einen Rahmen war nur bedingt oder gar nicht möglich. Man hätte dementsprechend sein Bild auf dem Tisch oder auf dem Boden malen müssen. Das waren natürlich keine idealen Ausgangsvoraussetzungen für Kunstwerke. Außerdem war die Ölfarbe nicht mit Papier verträglich. Farbe und Papier fanden erst viel später zusammen und als es soweit war, verlor die Leinwand als Untergrund für Gemälde erst einmal an Bedeutung.

Das änderte sich schlagartig, als die digitale Bildverarbeitung immer neue Möglichkeiten hervorbrachte. In den letzten Jahre wurde unter anderem der Leinwanddruck ins Leben gerufen. Nunmehr konnte man seine Lieblingsmotive auf eine hochwertige Leinwand bringen lassen und dieses sehr persönliche Leinwandbild bei sich zu Hause aufhängen oder verschenken.

Inzwischen gehören Leinwandbilder zu den beliebtesten Fotoprodukten. Die Herstellung eines modernen Leinwandbildes unterscheidet sich enorm von der früheren Handarbeit der Künstler. Heute werden die Leinwandbilder gedruckt und das zudem in einer Präzision und einer Qualität, dass man sogar kleinste Details einer digitalen Fotografie genauestens auf der Leinwand erkennen kann. Es kommen spezielle Farben und Druckverfahren zum Einsatz. Außerdem wird das fertige Bild durch eine zusätzliche Beschichtung vor dem Verblassen und dem Einstauben geschützt. Ein modernes Leinwandbild ist ein persönliches Kunstwerk für die Ewigkeit.

Bildquelle: © Rita Köhler / Pixelio.de