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Kirche ist out? Von wegen! Das zeigt der Evangelische Kirchentag mit Aufklebern und Plakaten

Am 1. Mai 2013 ist es soweit: Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag wird von keinem Geringeren als Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Dieses Jahr findet der Kirchentag vom 1. bis 5. Mai in Hamburg statt und schon Monate vorher begannen dafür die Vorbereitungen. Highlights der Veranstaltung sind ohne Zweifel die vier Open-Air-Gottesdienste, die um 17.00 Uhr beginnen. Insgesamt sind bis zum kommenden Sonntag 2.500 Veranstaltungen geplant, die an 400 verschiedenen Orten in der Stadt durchgeführt werden. Unter anderem wird zu Konzerten, Feierabendmahlen und Bibelarbeiten eingeladen. Sie alle stehen unter dem Motto „Soviel du brauchst“. Es ist der Leitspruch des aktuellen Kirchentags.

Interessant ist, dass der Deutsche Evangelische Kirchentag gar nicht von der Kirche selbst organisiert wird, sondern sozusagen allein in der Hand von Laien liegt. Offizieller Rechtsträger ist der „Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Kirchentages e. V.“. Er hat seinen Sitz im hessischen Fulda, eine Stadt, die international als Bischofssitz bekannt ist. Die Kosten der Großveranstaltung werden von öffentlicher Hand und privaten Sponsoren übernommen. So stellt die Bundesrepublik Deutschland, die jeweils gastgebende Stadt und das dazugehörige Bundesland öffentliche Mittel zur Verfügung. Hinzu kommen Gelder von Unternehmen und Organisationen. Brot für die Welt, die Axel Springer Stiftung, der Mobilfunkanbieter E-Plus, die Volkswagen AG und Deichmann dürften wohl die bekanntesten von ihnen sein. Sie zeigen zum Beispiel durch Aufkleber ihr Engagement für den Kirchentag.

Einige der Besucher des Kirchentags gelangen auch 2013 wieder auf recht ungewöhnliche Wege zu ihrem Ziel. Die mit Bus und Bahn anreisenden Teilnehmer sind in der Überzahl und sicher nicht unbedingt als Ausnahme zu bezeichnen. Ihnen gegenüber stehen allerdings diejenigen, die an der Alster und am Hafen erwartet werden. Manche bringen die Anreise mit dem Rad hinter sich, andere wiederum kommen die Elbe abwärts gerudert wie etwa die Ruderpilger aus Dresden. Unter den mit dem Schiff erwarteten Gästen befinden sich sogar aus Funk und Fernsehen bekannte Gesichter. Ein eigens gechartertes Prominentenboot bringt VIPs wie Margot Käßmann, TV-Moderator Johannes B. Kerner und Wetter-Moderator Gunther Tiersch zum Ort des Geschehens.

Musik, Kultur und Spaß spielen auch beim Deutschen Evangelischen Kirchentag eine große Rolle. Von Dieter Falk und Mic Donet wurde extra ein Musikstück komponiert, das von Letzterem vorgetragen wird. Über die 260 auf dem Veranstaltungsgelände installierten Lautsprecher dürfte es überall zu hören sein. Dieter Falk leitet zudem gemeinsam mit seinen Söhnen eine musikalische Bibelarbeit. Eine gute Gelegenheit, dem Komponisten, Musikproduzenten, Arrangeur und Keyboarder einmal über die Schulter zu schauen. Sicher ergibt sich dabei einmal die Gelegenheit zu einem netten Gespräch. Mic Donet ist Tänzer, Songwriter und Sänger zugleich. Er hat den Text zum Kirchentagssong geschrieben. Seit seiner Kindheit sieht er die Kirche als wichtige Stütze in seinem Leben.

Das große Straßenfest mit dem Titel „Abend der Begegnung“ ist als krönender Abschluss geplant. Erwartet werden etwa 300.000 Menschen, die zwischen Rathausmarkt und Hafencity Platz finden. Um 22.00 Uhr endet das Fest mit einem Abendsegen rund um den Grasbrookhafen und die Binnenalster. Die damit verbundene „Lichtshow“ aus 150.000 Kerzen und farbigen Wasserspielen sorgt für den ansprechenden optischen Rahmen. Das Gemeinschaftsgefühl wird durch das gemeinsame Singen des Abendliedes Der Mond ist aufgegangen“ noch einmal bestärkt.

Bildquelle: © Bernd Sterzl / Pixelio.de

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Poster

Poster verdeckt die Sicht auf das Geschehen

RKB by I.Friedrich AutoAm 9.11.2009 gab es in Berlin etwas Großes zu feiern, denn vor genau 20 Jahren ist die Berliner Mauer gefallen und die Menschen konnten endlich die Grenzen überschreiten, ohne von den Wachposten aufgehalten zu werden.
Aus diesem Anlass haben sich zahlreiche Menschen auf der Bornholmer Straße eingefunden, denn hier war die Grenze, die zuerst geöffnet worden war. Mit rund 200 Zeitzeugen haben sich Kanzlerin Merkel, Bürgermeister Wowereit und der ehemalig sowjetische Staatschef Gorbatschow sowie der polnische Expräsident Walesa durch die Menschenmassen gedrängt.

Die Menschen wollten die Ansprache von Merkel und Joachim Gauck, dem ehrenamtlichen Vorsitzenden vom Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ miterleben. Die Ansprache fand nach dem symbolischen Gang über die Brücke, im Eingangsbereich der in der Mitte der Brücke befindlichen S-Bahn-Station Bornholmer Straße, statt.
Zu sehen war aber nicht viel, obwohl die Menschen durch Absperrungen von dem ganzen Geschehen abgesperrt, denn ein riesiges Poster, auf welchem ein Trabi zu sehen war, hat die Sicht versperrt. Viele riefen „Wir sind das Volk, daher holt uns jetzt rüber“ und „Holt den Trabi da runter“, aber es nützte alles nichts: Das Poster blieb.

Es hat eine ganz besondere Bedeutung, denn so, wie es den Anschein machte, ist das Bild genau vor 20 Jahren auf dieser Bornholmer Straße, genau gesagt auf dieser Brücke, entstanden.
Für Merkel war diese Situation kein Problem und sie nahm es mit Humor, denn sie antwortete auf die Zurufe mit „Das stimmt, wir sind das Volk und das freut mich auch, dass viele heute gekommen sind, auch wenn wir nicht alle sehen können“. Schließlich gibt es heute wesentlich mehr Bilder, als es früher der Fall war und da ist solch ein Poster schon etwas ganz Besonderes, den nicht jeder besitzt eine derartige Rarität.

Foto: RKB by I.Friedrich / Pixelio.de