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Düsseldorfer Nacht der Museen zeigte nicht nur Kunst auf Leinwand

8287_web_R_K_B_by_Dietmar Meinert_pixelio.de (2)Wie facettenreich Kunst sein kann, bekamen rund 20.000 Interessenten in der Nacht vom 9. zum 10. April in Düsseldorf zu sehen. Mehr als 50 Kunstinstitutionen der Stadt hatten bis zwei Uhr morgens ihre Türen geöffnet, um den zahlreichen Gästen die unterschiedlichsten Ausprägungen von Kunst zu nahezubringen. Werke von großen Meistern waren ebenso darunter wie Exponate von hoffnungsvollen Nachwuchskünstlern. Außerdem gab es ein buntes Rahmenprogram mit Musik, Tanz und Lesungen. Eine große Zahl der Künstler war darüber hinaus anwesend und stand für ein persönliches Gespräch bereit.

Ob Laie oder Profi: Jeder, der sich in irgendeiner Weise mit Kunst verbunden fühlt, kam in der Museumsnacht auf seine Kosten. Es war bereits das 16. Mal, dass diese stattfand. Der rege Zuspruch gab den Organisatoren Recht, dass Kunst zeitlos und stets präsent ist. Wie sie interpretiert wird, ist Ansichtssache und der Fantasie eines jeden selbst überlassen. Dementsprechend konnten neben Gemälden auf Leinwand beispielsweise auch futuristisch anmutende Installationen aus Metall und ausdrucksstarke Fotografien betrachtet werden.

Über 40 Museen, Galerien und andere Orte, an denen Kunst eine wichtige Rolle spielt, standen für einen Besuch in den späten Abend- und Nachtstunden offen. Dabei war nicht nur ein Gang durch die Ausstellungsräume, sondern auch ein Blick hinter die Kulissen möglich. Zu den beteiligten Örtlichkeiten zählten etwa das Stadtmuseum, das NRW-Forum und die Kunsthalle. Eher ungewöhnlich muteten dagegen Kirchen, der Hafen und U-Bahnhöfe als Standorte für eine Kunstausstellung an. Dennoch nahmen sie an der „Nacht der Museen“ teil und konnten sich über einen nicht abreißenden Besucherstrom freuen. Damit jener ungehindert fließen konnte, wurde ein Shuttle-Bus eingesetzt, dessen Nutzung im Eintrittspreis von 14 Euro inklusive war.

Eins der Highlights war die erst seit Kurzem in der Kunstsammlung NRW gezeigte Gemäldeausstellung vom ehemaligen Henkel-Konzernchef Konrad Henkel. Seine Witwe Gabriele Henkel stellte einige Werke aus der umfangreichen Sammlung ihres verstorbenen Mannes dafür zur Verfügung. Bislang konnten diese nur in der Konzernzentrale bewundert werden. Dort schmückten sie die Flure, Treppenhäuser und Büros. Jetzt werden sie erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Henkel war vor allem ein Liebhaber der abstrakten Kunst, wie die von Imi Knoebel, Günther Uecker und Gerhard Richter gefertigten Gemälde auf Leinwand beweisen.

Was wäre Düsseldorf ohne Karneval? Jacques Tilly, der für seine bissig-satirischen Rosenmontagswagen zum Thema Politik deutschlandweit bekannt ist, beteiligte sich gleichfalls aktiv an der „Nacht der Museen“. Er nahm die Besucher mit in sein Allerheiligstes: In seinem Atelier konnten diese der Entstehung eines solchen Karnevalswagens von der Idee dazu über die Auswahl der geeigneten Materialien bis hin zur Fertigstellung beiwohnen.

Wer zwischendurch eine Pause benötigte und „den Kopf ein bisschen frei bekommen wollte“, konnte im Plenarsaal des Landtages einem spanischen Gitarristen lauschen oder in der Basilika St. Lambertus mit einem 15-köpfigen Kammerchor auf eine Reise durch sieben Jahrhunderte Musik gehen. Stand einem der Sinn dagegen nach einem Tänzchen, war das Benrather Schloss ein empfehlenswertes Ziel. Dort wurde unter der Leitung von Profitänzerin Isabell Edvardson Walzer getanzt.

So bot die Düsseldorfer Museumsnacht für jeden etwas und man kann sich sicher sein, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt war.

Bildquelle: © Dietmar Meinert / Pixelio.de

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Leinwand

Kunst auf Leinwand als unterstützende Therapie bei Demenz

697979_web_R_K_by_Margit Völtz_pixelio.deEine Therapie im Museum, so könnte man die derzeit im Städel in Frankfurt/Main laufende Studie bezeichnen. Im Mittelpunkt stehen demenzkranke Menschen und die Wirkung von Kunst auf ihr Krankheitsbild. Das Artemis-Projekt – Artemis steht für Art Encounters: Museum Intervention Study – ist eine Studie, die weitere Erkenntnisse über Demenz und ihre Therapiemöglichkeiten liefern soll. Die wissenschaftliche Begleitung hat der Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität übernommen.

Das von der Schambach-Stiftung geförderte Projekt beschäftigt sich mit der Frage, ob durch das Betrachten von Kunst früher erworbene Fähigkeiten von Demenzkranken wieder geweckt und gefördert werden können. Dafür sollen die Projektteilnehmer auch zum eigenen Kreativsein angeregt werden. Ob dieser Ansatz erfolgversprechend ist, wird aktuell an drei Terminen pro Woche untersucht. Dazu treffen sich verschiedene Gruppen mit durchschnittlich sieben Demenzkranken nebst ihren Angehörigen im Museum.

Zuerst steht eine etwa einstündige Führung auf dem Programm, die von speziell geschulten Kunstvermittlern durchgeführt wird. Die insgesamt sechs Führungen beschäftigen sich stets mit einem anderen Thema. So sind in einer Woche Stillleben an der Reihe, in einer anderen Reihe Porträts. Über erste Erfolge weiß der Diplom-Psychologe und Kunsthistoriker Arthur Schall bereits zu berichten. Als ein Gemälde mit Schmetterlingen betrachtet wurde, konnte ein Dementer die Namen aller abgebildeten Exemplare nennen.

Schall gehört zur Arbeitsgruppe von Professor Dr. Johannes Pantel, dem Leiter des Arbeitsbereichs Altersmedizin. Sie untersucht zusammen mit den Museumsmitarbeitern, ob die Beschäftigung mit Kunst das emotionale Wohlbefinden und das Kommunikationsverhalten beim Vorliegen einer leichten bis mittelschweren Demenz steigern kann. Zugleich spielt die Beziehung zu den betreuenden Angehörigen eine Rolle. Hier wird geprüft, ob eine Verbesserung derselben möglich ist. Die Angehörigen sind einer hohen Belastung ausgesetzt. Deshalb ist die Studie auf Paare ausgelegt, erklärt Schall. Jeweils ein Demenzpatient und eine Betreuungsperson bilden ein Paar. Wichtig ist, dass sie ihren Alltag gemeinsam bewältigen müssen. Pro Führung erfolgt die Betrachtung von drei bis vier Bildern. Bei der Auswahl legen die Projektleiter den Fokus darauf, dass zwar Impulse gesetzt, aber keine zu starken Emotionen hervorgerufen werden. Das kann sonst zu einer nachhaltigen Verstörung der Erkrankten führen.

Nach der Führung geht es an die Praxis. Jetzt werden die Projektteilnehmer selber zu Künstlern. In den Atelierräumen wird gemalt, gedruckt und getöpfert. Die Zusammenarbeit von Betreuungspersonen und Demenzkranken steht im Vordergrund. Es werden bewusst Aufgaben vergeben, bei denen zusammengearbeitet und sich ausgetauscht werden muss. Vor und nach dem Museumsbesuch führen die Projektleiter eine Befragung der Teilnehmer durch. Während des Arbeitens werden zudem Videomitschnitte über die gemeinsame Arbeit angefertigt.

Ziel des Projekts sei es, „Menschen mit Demenz und ihren durch die Pflege belasteten Angehörigen ein Stück gesellschaftliche Teilhabe und soziale Integration zu ermöglichen«, sagt Schall. Mit der Kunst werde ein Kanal geschaffen, der es erlaube, sich auszudrücken und sich zu zeigen. Der Demenzkranke werde bei der Auseinandersetzung mit Kunst nicht ständig mit seinen Defiziten konfrontiert. Vielmehr ginge es darum, vorhandene Fähigkeiten wieder hervorzubringen. Das schaffe Selbstbewusstsein.

Für das aktuelle Jahr können sich noch Menschen mit Interesse an einer Projektteilnahme bei der Goethe-Universität melden. Neben den sechs Museumsbesuchen umfasst die Studie ein ausführliches Eingangsgespräch und im Abstand von mehreren Wochen zwei weitere Interviews. Dabei werden Fragen zum Schweregrad der Demenz, eventuellen psychiatrischen Begleitsymptomen, zur Lebensqualität, zur Selbstständigkeit und zur Belastung durch die Pflege gestellt.

Bildquelle: © Margit Völtz / Pixelio.de

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Museum für Aufkleber – Wiedereröffnung in Berlin

257608_web_R_K_by_Robert Babiak_pixelio.deManche empfinden Aufkleber an Straßenlaternen und Mülltonnen als störend, andere schmunzeln darüber, wieder andere nehmen sie schon gar nicht mehr wahr und dann gibt es den Berliner Oliver Baudach: Wenn er durch die Straßen geht, schweift sein Blick in alle Ecken, um ja keinen Aufkleber zu übersehen. Vielleicht ist ja ein besonders schönes Exemplar dabei, das er noch nicht in seiner Sammlung hat. Baudach ist nämlich ein Aufkleberfan. Genauer gesagt ist der 43-Jährige der Inhaber des Aufklebermuseums im Berliner Stadtteil Friedrichshain.

Seit 30 Jahren faszinieren Baudach die bunten Klebebildchen. Im Jahre 2008 eröffnete er deshalb schon einmal sein Museum, das er leider 2012 aus finanziellen Gründen wieder schließen musste. Jetzt versucht er sein Glück erneut und stellt in der Schreinerstraße etwa 4.500 Sticker aus seiner Sammlung aus. Insgesamt umfasst diese aktuell etwa 30.000 Aufkleber. Chaos herrscht angesichts der Menge an Aufklebern aber trotzdem nicht. Der Sammler hat eine bestimmte Ordnung eingeführt. Die Aufkleber werden in Kisten gelagert, wo sie nach Künstlern, Firmen und Ländern sortiert sind. Jeden einzelnen Sticker kennt er. Am liebsten mag Baudach Aufkleber von Street Artists. So hat er beispielsweise ein Exemplar, auf dem der US-Präsident Barack Obama mit blutigen Lippen zu sehen ist. Daneben gibt es Sticker mit coolen Sprüchen und Comicfiguren.

Auf der 92 Quadratmeter umfassenden Museumsfläche hat der Sammler zwei Räume mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingerichtet. Zu sehen sind Aufkleber zu den Themen Musik, Skateboarden, Streetwear und Street Art. Die Sticker sind angelehnt an die Präsentation auf der Straße. Dort sind ebenfalls „wilde Collagen von Motiven und Sprüchen“ zu sehen, so der Sammler. Die Besucher des Museums haben zumeist über soziale Netzwerke oder über Freunde davon erfahren. Über ein Werbebudget verfügt Baudach nicht. Zwischen 80 und 100 Besucher kann der Sammler dennoch pro Monat in seiner Ausstellung begrüßen. Sogar ein Australier war schon darunter. Von ihm erfuhr er, dass sein Museum als eine kuriose Berliner Sehenswürdigkeit im Internet gelistet ist.

Die Sammelleidenschaft packte Baudach bereits im Alter von 13 Jahren. Seine Lieblingssticker waren Aufkleber von Skateboardmarken. Als Erwachsener führte er einen eigenen Skateshop, was ihm beim Stickersammeln entgegenkam. Die Firmen überschütteten ihn regelrecht mit Aufklebern. Welches Ausmaß die Stickerkultur hatte, erkannte er als 14-Jähriger nach seinem Umzug von Speyer nach Berlin. Irgendwann wollte er wissen, ob es eigentlich ein Museum für Sticker gab. Er wurde über Google nicht fündig und schon war die Idee für ein Aufklebermuseum geboren. Baudach machte sich auf die Suche nach einem Sponsor, den er in einem Skateboardhersteller fand, lieh sich bei seinen Eltern Geld und hatte schlussendlich 8.000 Euro Startkapital zusammen. Das reichte aus, um 2008 sein Museum zu eröffnen, einige Monate die Miete zu zahlen und Bilderrahmen für die Sticker anzuschaffen.

Über einen parallel laufenden Onlineverkauf von Stickern wollte er die weitere Finanzierung sicherstellen. Zunächst schien der Plan aufzugehen. Bis zu 1.500 Aufkleber monatlich gingen in die Welt hinaus. Im Gegenzug erhielt er von Künstlern Exemplare für sein Museum. Trotzdem musste er sein Museum nach vier Jahren wieder schließen. Nun der Neuanfang, der hoffentlich unter einem besseren Stern steht.

Das „Hatch Stickermuseum“ befindet sich in der Schreinerstraße 10. Es hat Mittwoch bis Samstag von jeweils 12 bis 18 Uhr geöffnet. Für 2,50 Euro können sich Interessierte in die bunte Welt der Sticker entführen lassen.

Bildquelle: © Robert Babiak / Pixelio.de

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Leinwand

Misslungene Kunst auf Leinwand – auch dafür gibt es ein Museum

85852_web_R_K_by_marika_pixelio.deKunst liegt im Auge des Betrachters. Dieser Spruch wird uns immer wieder gewahr, wenn wir durch ein Museum schlendern. Es gibt Kunstwerke, die begeistern einfach, und es gibt welche, die rufen einen großen Zwiespalt im jeweiligen Betrachter hervor. Ist das eigentlich noch Kunst? Gehört das ins Museum oder wäre es in einem stillen Kämmerlein, gut abgeschirmt vor den Blicken fachkundiger Besucher, besser aufgehoben? Mit dieser Frage kommen wir zum nächsten Spruch, der uns in Zusammenhang mit Kunst ebenfalls häufiger begegnet: Das Bild ist so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Das Motto hat sich der Bostoner Kunsthändler Scott Wilson zu Herzen genommen und ein Museum für misslungene Kunst gegründet. Das war im Jahre 1994. Mittlerweile umfasst die Ausstellung mehr als 700 Bilder und ein paar Skulpturen. Rund 200 der Kunstwerke werden aktuell an vier Standorten in der Stadt gezeigt.

Den Anfang machte damals ein Bild mit dem Titel „Lucy in the Field with Flowers“. Jenes hatte Wilson auf dem Müll gefunden. Er hatte es nur auf den Rahmen abgesehen. Jerry Reilly, ein Freund Wilsons, fand das Bild zwar ebenfalls scheußlich, dennoch übte es einen besonderen Reiz auf ihn aus und so hängte er es schließlich zu Hause auf. Damit war die Sammelleidenschaft angefacht. Nachdem Freunde und Bekannte das Bild gesehen hatten, brachten sie immer mehr Kunstwerke vorbei, die sich mit dem Attribut misslungen schmücken konnten. Die Geschäftsführerin vom Museum of Bad Art, Louise Reilly Sacco, macht allerdings ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich hier tatsächlich um ernstgemeinte Kunst handelt. Die Bilder und Skulpturen wurden mit der ernsten Absicht geschaffen, Kunst zu produzieren, nur sei eben dann bei der Umsetzung des Vorhabens etwas schiefgelaufen.

Die erste Präsentation, der „Bad Art“ sollte, ursprünglich eine Art Wohnungseinweihungsparty sein. Inzwischen war die Sammlung auf 20 bis 30 Stück angewachsen und anstelle einer Einweihungsparty veranstaltete Reilly an einem Abend einfach eine Ausstellung, zu der 50 Gäste geladen wurden. Als es aber soweit war, kamen anstelle der 50 erwarteten gleich 200 Personen. Am nächsten Tag ergab sich aus diesem Ansturm die Idee für das Museum.

Die häufigsten Motive sind übrigens Haustiere. Zu denen haben die Menschen ein sehr inniges Verhältnis, was sie unter anderem in Gemälden auf Leinwand ausdrücken möchten. Das beliebteste Ausstellungsstück stammt aus einem Gebrauchtwarenladen. Der Künstler ist unbekannt. Es zeigt einen Hund mit einem Pflaster vor der Schnauze und einen Affen auf einem Picknicktisch. Genommen werden bevorzugt Bilder, hinter denen man eine Geschichte erkennen kann. Daher ist abstrakte Kunst im Museum of Bad Art wenig zu sehen. Dies ist nicht der einzige Unterschied zu einem normalen Kunstmuseum. Im Museum of Bad Art geht es wesentlich lebendiger zu. Die Besucher unterhalten sich und tauschen ihre Meinungen aus. Das ist so gewollt. Viele der Gäste fühlen sich in einem herkömmlichen Museum fehl am Platz. Sie denken, dass sie nicht genug über Kunst wüssten. Im Museum of Bad Art muss man aber kein Kunstkenner sein. Jeder ist herzlich willkommen. Die Kunstwerke stammen ja von Nicht-Könnern, da dürfen auch Nicht-Fachleute zum Anschauen kommen und sich in Kunstverständnis üben.

Bildquelle: © marika / Pixelio.de

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Der November ist auf der Leinwand nicht unbedingt grau

Der graue Herbst hat uns momentan fest im Griff. Jetzt im November klagen die Menschen über Herbstdepressionen und Antriebslosigkeit. Das Wetter tut sein Übriges dazu. Es regnet, stürmt und schneit. Morgens beim Aufstehen ist es meist noch dunkel und den Tag über wird es gar nicht recht hell, bevor es bereits gegen 17 Uhr wieder dunkel wird. Die Sonne lässt sich nur selten blicken und der nächste Sommer ist noch in weiter Ferne. Hinzu kommt, dass in den November solche Feiertage wie der Totensonntag und der Volkstrauertag fallen. Das trägt nicht wirklich dazu bei, um die Stimmung zu heben. In manchen Jahren haben wir allerdings das Glück, dass der erste Advent noch in den November fällt. Wenigstens ein kleiner Lichtblick in diesem trüben Monat. Dann sind das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel nicht mehr fern. Zwei Ereignisse, auf die sich Groß und Klein gleichermaßen freuen.

Aber am November ist nicht alles schlecht. Der Anfang des Karnevals fällt beispielsweise jedes Jahr auf den 11.11. um 11.11 Uhr. Es beginnt an vielen Orten das Narrentreiben, mit dem sich die Zeit bis zum Aschermittwoch im Februar vorzüglich verbringen lässt. Von da an ist es nicht mehr fern bis zum Frühjahr. Das Gute am November haben auch Maler entdeckt. Sie schöpfen aus jeder Jahreszeit ihre Inspiration. Bekannt ist beispielsweise das Gemälde „November“ aus dem „Festkalender“ von Hans Thoma. Der Maler und Graphiker wurde am 2. Oktober 1839 in Bernau im Schwarzwald geboren. Vielleicht war es sein Geburtstag im Herbst, der ihn dazu bewog, auch aus dieser tristen Jahreszeit Lebensmut und Freude zu schöpfen.

Hans Thoma hatte es nicht immer leicht im Leben. Er stammte aus einfachen Verhältnissen. Thoma begann verschiedene Lehren, brach sie aber alle ab und fand erst mit der Aufnahme an die Großherzogliche Kunstschule in Karlsruhe zu Beständigkeit. Hier absolvierte er von 1859 bis 1866 ein Studium. Die Kunst spielte in seinem Leben eine derart große Rolle, dass er sogar eine Malerin ehelichte. Cella Thoma widmete sich der Blumen- und Stilllebenmalerei. Sie hinterließ einige hübsche Werke auf Leinwand. Ihr Ehemann dagegen musste lange Jahre um Anerkennung in der Künstlerszene kämpfen. Er wurde hauptsächlich von Freunden unterstützt, die ihm Aufträge gaben. Ansonsten erfuhren seine Werke eine strikte Ablehnung.

Den Durchbruch schaffte Thoma erst im Jahre 1890 mit einer Ausstellung in München. Diese Stadt war zur damaligen Zeit die Kunsthauptstadt Deutschlands. Inzwischen mit reichlich Lorbeeren ausgestattet, wurde Thoma 1899 zum Professor an die Kunstakademie in Karlsruhe berufen und außerdem zum Direktor der Großherzoglichen Kunsthalle ernannt. Dort wurde ihm zu Ehren 1909 ein ganzer Gebäudekomplex errichtet. Er beinhaltet neben zahlreichen Werken des Künstlers wie „Die Geschwister“, „Der Bienenfreund“ (1863) und „Kinderreigen“ (1872) auch die Thoma-Kapelle.

Neben Werken von Thoma bietet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe viele weitere Gemälde auf Leinwand von anderen namhaften Künstlern. Unter anderem sind Bilder von Paul Gauguin, Carl Spitzweg und Wassily Kandinsky zu sehen. Möchte man sich dagegen nur mit Hans Thoma beschäftigen, ist das Hans-Thoma-Museum in der Geburtsstadt des Künstlers eine gute Empfehlung. Hier stehen ständige Ausstellungen mit Gemälden und Grafiken Thomas sowie regelmäßig wechselnde Ausstellungen für einen Besuch offen. Letztere finden sowohl im Museum als auch in der Rathaus-Galerie statt.

Bildquelle: © Uschi Dreiucker / Pixelio.de